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Krisenfeste Arbeitsplätze in Apotheken – noch

Die Arbeitslosenzahlen im Apothekenbereich vom Mai zeigen, dass trotz Wirtschaftskrise noch keine Entlassungen im größeren Stil stattgefunden haben. Generell gilt die Gesundheitsbranche als relativ krisenfest. Auch lässt die dünne Personaldecke in vielen Apotheken kaum noch Spielraum für Reduzierungen zu. Und wenn, dann greifen die Arbeitgeber eher zu Stundenkürzungen oder Kurzarbeit.

Im Mai waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) insgesamt 4635 Personen mit Apothekenberufen arbeitslos gemeldet (siehe Tab.). Das entspricht einem Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem leichten Anstieg von 2,0 Prozent gegenüber Mai 2008.

Bei rund 126.000 Apothekenangestellten beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote demnach 3,7 Prozent.

Arbeitslose mit Apothekenberufen, Stand Mai 2009. Quelle: BA
Berufsgruppe
Bundesrepublik
West
Ost
Approbierte
645
497
148
PTA und PI
1685
1294
391
PKA
2305
1927
378
Gesamt
4636
3718
917

Die Schwankungen der Arbeitslosenzahlen innerhalb der letzten zwölf Monate lassen noch keinen Trend zum Abbau von Arbeitsplätzen im Apothekenbereich erkennen. Auch andere Gesundheitsbereiche rechnen eher mit einem wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften, zumal es bereits viele offene Stellen gibt.

Allerdings sind in der ADEXA-Rechtsberatung in letzter Zeit vermehrt Anfragen und Berichte zu Kurzarbeit in Apotheken eingegangen. Dazu finden Sie einen Beitrag in der nächsten DAZ.

ADEXA beobachtet die Arbeitslosenstatistik der BA regelmäßig aufmerksam als wichtigen Indikator für die Entwicklung des Arbeitsmarktes.


Dr. Sigrid Joachimsthaler

Kommentar

Täglich berichten die Medien über den Verlust und die Bedrohung Tausender von Arbeitsplätzen in verschiedensten Branchen. Der Gesundheitsbereich ist dabei bisher noch recht glimpflich davongekommen. Krankheiten nehmen auf die Krise eben keine Rücksicht.
Allerdings dürften die Krankschreibungen aus Angst um den Arbeitsplatz wieder rückläufig sein. Wenn, wie erwartet, die Arbeitslosenzahlen in Deutschland insgesamt in den nächsten Monaten noch steigen, dann könnten sich auch die Auswirkungen bei den Apotheken noch stärker bemerkbar machen.
Sowohl die Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs als auch die Fort- und Weiterbildung dürfen jetzt aber nicht vernachlässigt werden, denn langfristig sind die Aussichten für Apotheken mit hoher Service- und Beratungsqualität gut. Arbeitgeber, die heute ihr Personal fit für die Zukunft machen, werden nach der Krise besonders gute Chancen haben. Immerhin: Die Europäische Zentralbank (EZB) und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel haben gerade ein Ende der Wirtschaftskrise für Mitte 2010 vorhergesagt. Da fällt der positive Blick in die Zukunft doch vielleicht wieder etwas leichter.
Tanja Kratt, ADEXA, Zweite Vorsitzende

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