Prisma

Sinnvoller Filter

Täglich wird eine Vielzahl an Sinneseindrücken von unserem Körper registriert und im Gehirn verarbeitet. Welche Informationen davon als wichtige Bausteine gespeichert und welche gar nicht erst bewusst wahrgenommen werden, entscheidet offensichtlich ein spezifischer Filter im Zentralnervensystem.

Ein kleines Nervengebiet im Hirnstamm, der sogenannte Nucleus raphe dorsalis, scheint für die Selektion ankommender Sinneseindrücke verantwortlich zu sein, stellten Wissenschaftler aus Berlin und Cambridge fest. In diesem Bereich sind nur wenige Nervenzellen vorhanden, die jedoch durch Nervenfortsätze mit dem gesamten Gehirn in Verbindung stehen. Im Tierexperiment wurde unter anderem der Einfluss des Neurotransmitters Serotonin auf die Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen deutlich. Der Botenstoff wird im Nucleus raphe dorsalis gebildet und als bedeutender Faktor im Zusammenhang mit verschiedenen nervlichen Erkrankungen diskutiert. Mithilfe eines speziellen Mikroskops ließ sich die Aktivität der tierischen Nervenzellen sichtbar machen. War viel Serotonin vorhanden, kam es zu einer Abschwächung bestimmter Sinneseindrücke. Im umgekehrten Fall verstärkten größere Mengen des Neurotransmitters die Signale.

Mit den Erkenntnissen hoffen die Wissenschaftler, künftig auch Schmerzerkrankungen wie Migräne umfassender behandeln zu können. Ihrer Einschätzung zufolge wirkt dabei der Nucleus raphe dorsalis möglicherweise verstärkend oder dämpfend auf das Schmerzsystem. war

Quelle: Pressemitteilung der Berliner Charité

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