Aus Kammern und Verbänden

Wechsel an der Spitze

Der neue Vorstand der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, hintere Reihe von links: Volker Thode (1. Vizepräsident), Harald Erdmann, Gerd Ehmen (Präsident), Susanne Hahn; vordere Reihe von links: Reinhard Boxhammer, Andrea Suhr, Dr. Roswitha Borchert-Bremer (2. Vizepräsidentin), Antje Haase.

Wechsel an der Spitze

Die neue Kammerversammlung der Apothekerkammer Schleswig-Holstein hatte am 13. Mai in Kiel bei ihrer konstituierenden Sitzung die Wahl zwischen zwei Bewerbern für das Amt des Kammerpräsidenten. Dabei wurde Gerd Ehmen gewählt (siehe AZ 21, S. 2). Ehmen ist berufspolitisch bisher insbesondere als zweiter stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein in Erscheinung getreten.

Gerd Ehmen ist 62 Jahre alt und seit 35 Jahren Inhaber einer Apotheke in St. Michaelisdonn im Kreis Dithmarschen; er war 16 Jahre lang Landespharmazierat und hat viel Erfahrung in der Kammerarbeit. Beim Apothekerverband Schleswig-Holstein stehen demnächst Vorstandswahlen an, sodass Ehmen voraussichtlich nicht lange in beiden Vorständen tätig sein wird. Doch arbeiten Apothekerkammer und ‑verband im nördlichsten Bundesland ohnehin traditionell eng zusammen.

Zwei Kandidaten

Der vorherige Kammerpräsident Holger Iven war ebenfalls zur Wahl für eine zweite Amtszeit angetreten und erklärte dazu: "In rauer See den Kapitän auszutauschen, ist sehr mutig, selbst wenn der neue Kapitän viele gute Ideen hat." Iven verwies auf zahlreiche Erfolge seiner Amtszeit bei der Fortbildung, bei der Zusammenarbeit mit anderen Heilberufen und bei der politischen Arbeit. Doch habe er sich beim Bauchgefühl geirrt und bei der Inanspruchnahme eines Dienstwagen-Rabattes einen Fehler gemacht (siehe Bericht in DAZ 13). In diesem Zusammenhang war eine kontroverse Debatte über die Transparenz der Arbeit des Kammervorstandes und über die Zusammenarbeit innerhalb der Kammer entstanden.

Ehmen hatte sich an diesen Kontroversen nicht beteiligt. Bei seiner Kandidatur betonte er, dass für die Zukunft schlagkräftige Organisationen nötig seien. Zudem verwies Ehmen auf seine Unabhängigkeit, die ihm in 35 Jahren Selbstständigkeit immer wichtig gewesen sei. "Wir dürfen die Modernisierung nicht laufen lassen, sondern müssen mitmachen", so Ehmen. Verschiedene Delegierte lobten Ehmen für seine offene und konstruktive Arbeitsweise und forderten "frischen Wind" für die weitere Arbeit in der Kammer.

Vorstandswahl

Bei der Wahl setzte sich Ehmen mit 17 zu elf Stimmen gegen Iven durch. Nach der Wahl betonte Ehmen die Bedeutung der Teamarbeit, weil diese zu mehr Ideen führe. In einem Interview mit der DAZ erklärte der neue Kammerpräsident, die Apotheker müssten besonders aufpassen, dass die Strukturen für die flächendeckende Versorgung erhalten bleiben. Außerdem sei gegenüber der Politik noch mehr Überzeugungsarbeit hinsichtlich der Leistungen der Apotheker nötig (siehe AZ 21, S. 2).

Die bisherigen Vizepräsidenten wurden in ihren Ämtern bestätigt und hatten keine Gegenkandidaten. Volker Thode ist erster Vizepräsident, Dr. Roswitha Borchert-Bremer ist zweite Vizepräsidentin. Als selbstständige Beisitzer wurden Reinhard Boxhammer wieder- und Antje Haase neu in den Vorstand gewählt. Als nicht selbstständige Beisitzer wurden der Krankenhausapotheker Harald Erdmann und Andrea Suhr bestätigt. Als neue Beisitzerin wurde Susanne Hahn gewählt, die zuvor hauptamtlich die Fortbildungsakademie der Apothekerkammer Schleswig-Holstein als Mutterschaftsvertretung geleitet hatte. Für einige Wahlgänge standen drei Bewerber zur Verfügung, sodass mehrfach Stichwahlen erforderlich waren.

Neues zur eCard

Noch vor den Vorstandswahlen fand in der Kammerversammlung eine kurze Diskussion zu aktuellen berufspolitischen Fragen statt. Dabei verwies Iven auf Kontakte mit den Ärzten in Schleswig-Holstein mit dem Ziel gemeinsamer Vorbereitungen für die Ausgabe der elektronischen Heilberufeausweise. Die Ärzte hätten hierzu ausgezeichnete Vorarbeiten geleistet. Wenn die Apotheker das von den Ärzten geplante Verfahren mit nutzen würden, könnten erhebliche Kosten gespart werden. Er hoffe daher auf einen entsprechenden Beschluss der ABDA nach einer Präsentation durch Vertreter der Ärzte. Es gebe ohnehin keinen Anlass zur Eile, weil die Abgabe von Arzneimitteln nach heutiger Planung frühestens 2015 oder 2016 mit der eCard abgewickelt werden könne.

tmb

 

Schleswig-Holsteinischer Heilberufetag

Der ursprünglich für den 3. Juni geplante Schleswig-Holsteinische Heilberufetag wird auf einen noch nicht festgesetzten Termin nach der Bundestagswahl verschoben. Damit soll eine stärkere Beteiligung vonseiten der Politik ermöglicht werden. Der Schleswig-Holsteinische Heilberufetag ist eine bundesweit einzigartige Gemeinschaftsveranstaltung aller Heilberufe.

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