Prisma

Denken strengt an

Das Gehirn verbucht geistige Arbeit wie körperliche Anstrengung. Nach einer Phase der Konzentration signalisiert es dem Organismus, dass er erschöpft sei, auch wenn der Körper eigentlich fit ist. Wer sportliche Höchstleistungen vollbringen will, sollte somit vorab besser geistig entspannen.

Walisische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss von geistiger Arbeit auf die körperliche Leistungsfähigkeit bei 16 gesunden freiwilligen Probanden. Sie wurden alle an zwei Tagen zu einem Leistungstest auf dem Fahrradergometer gebeten. Eine Gruppe sah sich zuvor jeweils eine 90-minütige Dokumentation über Eisenbahnzüge und Sportwagen an, die andere Gruppe musste 90 Minuten lang Buchstabenfolgen auf einem Bildschirm entziffern. Letzteres wirkte sich negativ auf den Leistungstest aus. Nach der Konzentrationsübung hielten die Teilnehmer nur ca. 10,5 Minuten auf dem Ergometer durch. Die Vergleichsgruppe schaffte zwei Minuten mehr. An beiden Tagen seien die Probanden mit vergleichbaren Blutzuckerspiegeln auf das Ergometer gestiegen, kommentiert Studienleiter Samuele Marcora das Ergebnis. Auch hätten Atmung, Beinmuskulatur sowie Herz und Kreislauf in den Gruppen ähnlich gut funktioniert. Deutlich unterschiedlich sei jedoch die Wahrnehmung der Leistung gewesen. ral


Quelle: Marcora, S. M. et al.: J. Appl. Physiol. 2009; 106: 857 – 864

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