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Prävention – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

(daz). Das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) und die DAZ schreiben einen Präventionspreis aus. Was steckt dahinter, was erwarten sich die Initiatoren? Wir stellten fünf Fragen an Margit Schlenk, Sprecherin des WIPIG-Direktoriums.
Margit Schlenk
Foto: Wipig
DAZ Frau Schlenk, das WIPIG schreibt einen Präventionspreis aus. Was ist der Anlass dafür?

Schlenk: Prävention ist in aller Munde und ein Kernthema, wenn es um die aktuelle Zukunftsdebatte im Gesundheitswesen geht. Politik und Kassen erkennen, dass Investitionen auf diesem Gebiet heute zu mehr Gesundheit und morgen zu weniger Kosten führen können. Nun gilt es, dieses Feld für die Apothekerschaft zu besetzen. Der Zeitpunkt für unseren Präventionspreis könnte also nicht besser gewählt sein. WIPIG möchte durch die Ausschreibung Lust machen, sich mit dem Thema Prävention strukturiert zu befassen. Wir wollen Apotheker ermutigen, uns auf bereits bestehende Programme aufmerksam zu machen oder neue Präventionsideen aus der Praxis heraus zu entwickeln. Dabei soll ein Überblick über die gesamte Bandbreite möglicher Präventionskonzepte entstehen, die in der Apothekenpraxis möglich sind. Zum einen ist das ein wertvoller Ansatzpunkt für die weitere strategische Ausrichtung des WIPIG. Zum anderen soll der Preis natürlich eine Motivationsfunktion haben und möglichst viele Apotheker zum Nachahmen der erfolgreichen Projekte einladen.

DAZ Wer sollte mitmachen?

Schlenk: Da sind wir sehr offen. Mitmachen können alle, denen Prävention am Herzen liegt. Der Präventionspreis ist offen für alle, die bereit sind, Ideen und Kraft einzubringen, um die Menschen mit individuellen Angeboten in ihrem jeweiligen Umfeld abzuholen. Die eingereichten Projekte und Ideen sollen auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sein und den Betroffenen zeigen, wo sie ganz konkret mit Prävention beginnen können. Sehr wichtig ist uns außerdem der klare Bezug zur öffentlichen Apotheke: Wie wird in den Projekten und Ideen auf die Rolle der Apotheke in der Prävention eingegangen? Welche besondere Rolle spielt die Apotheke als Anbieter von Präventionsangeboten? Mit welchen Projekten und Ideen kann sich der Apotheker künftig als Präventionsmanager etablieren?

DAZ Ohne den Ideen und Konzepten vorgreifen zu wollen: Welche Art von Projekten und Ideen könnten Sie sich vorstellen?

Schlenk: Da gibt es eine ganze Palette an Möglichkeiten: Ich kann mir Projekte vorstellen, die sich mit der Prävention spezieller Krankheitsbilder auseinandersetzen. Oder Ideen, die sich mit Prävention in einer bestimmten Altersgruppe beschäftigen. Möglich sind auch Projektvorschläge für Einzelpersonen oder Angebote, die sich an eine ganze Gruppe richten. Interessant wären zum Beispiel auch Präventionskonzepte für Minderheiten oder gesellschaftliche Randgruppen. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Genau das macht es auch so spannend.

DAZ Wie werden die Präventionskonzepte und -ideen danach aufgearbeitet und kommuniziert?

Schlenk: Eine Fachjury wird die Konzepte bewerten und die besten Einsendungen prämieren. Die Siegerprojekte und -ideen werden dann im Herbst 2009 der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Dies geschieht zunächst durch die entsprechende Berichterstattung in der DAZ und auf www.wipig.de. Außerdem überlegen wir zusätzlich noch eine kleine Broschüre mit den Konzepten aller nominierten Bewerber zu erstellen.

Die weitere Aufarbeitung wird dann etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Mir schwebt zum Beispiel eine regelmäßige Veröffentlichung vor, in der einzelne Projekte exemplarisch dargestellt werden. Um den Apothekern die Umsetzung in die Praxis zu erleichtern, könnten wir für einzelne Projekte Checklisten oder Handlungsanleitungen erarbeiten und/oder Beispiele für Kundenansprache und Bewerbung von Aktionen geben. Das steigert die Motivation, erfolgreiche Konzepte nachzumachen.

DAZ Was versprechen Sie sich von dieser Aktion, was wünschen Sie sich?

Schlenk: WIPIG möchte mit diesem Präventionspreis das Selbstbewusstsein des Berufsstandes stärken und neuen Optimismus wecken. Beim Blick über den Tellerrand bieten sich viele Möglichkeiten, um sich ins Gesundheitswesen einzubringen. Wir können zum Beispiel mit anderen Gesundheitsberufen kooperieren und neue Netzwerke knüpfen. Wir können aus der Apotheke raus- und direkt auf neue Zielgruppen zugehen – Stichwort betriebliche Prävention! Natürlich kann dieses Engagement auf Dauer nicht kostenlos erfolgen! Durch den Präventionspreis möchten wir der Politik gegenüber auch deutlich machen, dass eine Honorierung dieser Leistungen ernsthaft debattiert werden muss.

Ich persönlich hoffe, dass wir vor allem die Jugend im Berufsstand ansprechen. Junge Apotheker müssen den Bereich Prävention konzeptionell mitbestimmen und das Berufsbild des Apothekers als den Präventionsmanager der Zukunft mitgestalten. Ich wünsche mir deshalb, dass wir bergeweise Bewerbungen bekommen und dass die Jury Nachtschichten einlegen muss, um alle Einsendungen zu bearbeiten!

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