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Mehr eigenverantwortliche Gesundheitsfürsorge

NEUSS (hb). Unter dem Motto "Gesundheit – das neue Konsumgut" fand am 31. März 2009 das erste Health Community Forum von Johnson & Johnson Consumer Healthcare Deutschland statt. Am neuen Standort des Unternehmens in Neuss diskutierten Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über die Chancen, mehr eigenverantwortliche Gesundheitsfürsorge in der Bevölkerung zu realisieren.

Der Geschäftsführer der Johnson & Johnson Consumer Healthcare Deutschland, Peter Feld, wies in seinen Begrüßungsworten darauf hin, dass sich die Bedeutung und die Wahrnehmung von Gesundheit in den letzten Jahren stark verändert haben. Die Patienten, die früher durch die Empfehlungen eines Arztes oder Apothekers geleitet wurden, haben sich emanzipiert, so glaubt Feld, und wollen selbst mehr Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen – ein Grund, warum die Nachfrage nach Produkten mit Gesundheitsnutzen gestiegen ist. Als immer wichtiger werdende Quelle für die Beschaffung von Informationen führte er das Internet an, das auch von der älteren Generation bereits verstärkt genutzt wird. Hier möchte sein Unternehmen in Zukunft vermehrt den direkten Kontakt mit den Verbrauchern suchen.

Von "wellness" zu "selfness"

Auch Matthias Horx, Trendforscher, Zukunftsforscher und Gründer des Zukunftsinstituts mit Sitz in Kelkheim und Wien, der sich vor allem mit dem gesellschaftlichen Wandel im Zeitalter der Globalisierung beschäftigt, konstatierte in seinem Beitrag einen zunehmenden Bewusstseinswandel der Konsumenten hin zu einem gesundheitsorientierten Lebensstil. Nach Horx‘ Einschätzung geht der Trend von der "Reparaturlogistik" hin zur "Vorsorgekulter", weg von "more care" hin zur "managed care" und weg von "wellness" als Idee der alten Industriegesellschaft hin zu "selfness" als Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und zur Selbstveränderung. Immerhin meinen laut Horx heute bereits 60% der Bevölkerung, dass sie für ihre Gesundheit voll selbst verantwortlich sind. Und denjenigen mit einem beratungsresistenten Gesundheitsverhalten sollte die Gesellschaft "ein Stopp-Zeichen setzen", fordert der Zukunftsforscher. Für den erfolgreichen Bergsteiger und passionierten Extremsportler Reinholf Messner ist Eigenverantwortung ohnehin etwas Selbstverständliches. Wer mehr Freiheit hinsichtlich seiner Gesundheit haben will und dieses gegebenenfalls auch aufs Spiel setzen würde, muss dafür auch die Verantwortung tragen, so sein Credo.

Gesundheit als Teil eines aktiven Lebens

Dass eine grundlegende Verhaltensänderung sich nicht mit Gesetzen erreichen lässt und die Politik dem Bürger vielmehr die Chance geben muss, selbst Verantwortung zu übernehmen, glaubt Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie stellvertretender NRW-Ministerpräsident. "Die Leute sollen verstehen lernen, dass Gesundheit ein Teil ihres aktiven Lebens ist", sagte Pinkwart. Der FDP-Politiker will mit der Erziehung zur Prävention so früh wie möglich anfangen, idealerweise schon im Kindergarten und in der Schule. Um dieses Konzept in der Breite umzusetzen, hält er jedoch eine Weiterqualifizierung der Gesundheitsberufe für dringend erforderlich.

Nichts neu erfinden, sondern optimieren

Ebenfalls als Gegnerin der Bürokratisierung des Gesundheitssystems und Fürsprecherin für mehr Gestaltungsspielräume der Handelnden bei medizinischen Leistungen gab sich seine Parteikollegin, die Europaparlamentarierin Dr. Silvana Koch-Mehrin. Aus ihren vielfältigen Erkenntnissen über die Gesundheitssysteme anderer Länder leitet sie die Schlussfolgerung ab, dass es in der Zukunft gar nicht darum gehen müsse, etwas neu zu erfinden, sondern vielmehr darum, bestehende Teilkonzepte durch gegenseitiges "Abgucken" zu optimieren.

Johnson & Johnson Consumer Health Care Deutschland plant, das Health Community Forum zukünftig in regelmäßigen Abständen fortzusetzen und hierbei jeweils Experten zu aktuellen Fragen des Gesundheitsmarktes zusammenzubringen.

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