Selbstmedikation

Homöopathika verbal und visuell verständlich darstellen

Der neue Band des Homöopathie-Loseblattwerkes ist erschienen. In "Arzneimittelbilder in Cartoons" werden die Besonderheiten der wichtigsten Homöopathika verbal und visuell auf den Punkt gebracht: einer Textseite mit charakteristischem Leitsatz und Informationen über Auslöser, Lokalisation der Symptome, Leitsymptomen und bewährten Anwendungsgebieten steht eine Bildseite mit anschaulichen und unterhaltsamen Cartoons gegenüber, die die typischen Symptome oder Menschentypen darstellt. Wir sprachen mit dem Autor Dr. Markus Wiesenauer.
DAZ

Gratulation zu Ihrem 3. Band des Homöopathie-Loseblattwerkes. Wie entstand diese pfiffige Idee, ein Arzneimittel nicht nur zu beschreiben sondern auch zu visualisieren?

Wiesenauer: Die Idee bestand seit Längerem, an der Umsetzung arbeite ich schon seit geraumer Zeit. Immer wieder wurde ich auf Fortbildungen darauf angesprochen, wie bringe ich die verschiedenen und teilweise sehr unterschiedlichen Anwendungsgebiete eines einzelnen Arzneimittels auf einen Nenner? Und vor allem wie kann ich das Ganze so lernen, dass ich dann auch am HV-Tisch – von meinem Patienten gefragt – eine fundierte Antwort zur Homöopathie geben kann?

DAZ

Und die Lösung dieser Herausforderung?

Wiesenauer: Letztlich mit einem einfachen Kniff: Jedes homöopathische Arzneimittel widerspiegelt prägnante Symptome. Diese werden auch als Leitsymptome bezeichnet, da sie einem zum Arzneimittel leiten. Im Einzelfall sind das zwei oder mehrere Symptome. Nehmen Sie nur mal die Leitsymptome von Belladonna: "heiß, rot, brennend, pulsierender Schmerz". Diese charakterisieren das Arzneimittel. Und wenn Sie dann noch die Causa, also Ursache und Auslöser der Beschwerden erfragen können, dann wissen Sie in kürzester Zeit, welches Mittel in Frage kommt. Denn Homöopathie ist nicht schwierig!

DAZ

Es gibt ja in der Homöopathie organotrope und personotrope Arzneimittel. Wie lässt sich das zeichnerisch umsetzen?

Wiesenauer: Die Beschreibung der Leitsymptome sowie die Angabe der Causa sind die wesentlichen Elemente, die das Wirkungsprofil eines homöopathischen Arzneimittels ausmachen, also sein Arzneimittelbild. Und unter dieses Arzneimittelbild lassen sich dann die verschiedensten Anwendungsgebiete subsumieren, sofern eben die Leitsymptome zutreffen.

Und da ja viele Beschwerden beim Patienten auch sichtbar sind, einschließlich des Phänotyps, war es nahe liegend, dieses auch zeichnerisch umzusetzen. Darüber hinaus wollte ich eine Darstellung der besonders relevanten Leitsymptome, die das Mittel "auf den Punkt" bringen.

DAZ

Keine DAZ ohne Cartoons von Barbara. Lässt sich das auch auf die Homöopathie übertragen?

Wiesenauer: An dieser Stelle kann ich mich nicht genug für das Verständnis und Einfühlungsvermögen von Barbara Kohm bedanken. Mit ihrem zeichnerischen Talent war sie von Anfang an meine Wunschkandidatin. Denn ich wollte nicht einfach nur "gemalte Bildchen" oder Klamauk. Nein – der Seriosität der Homöopathie entsprechend stellte ich mir pfiffige Cartoons vor, die das Mittel auch zeichnerisch rüberbringen, also vermitteln können. In vielen Gesprächen haben Barbara Kohm und ich dann erarbeitet: so und so müsste das Cartoon sein. Und damit die einzelne Zeichnung nicht überladen und damit verwirrend wirkt, haben wir uns entschlossen, je nach Umfang des Mittels mehrere Cartoons zu verwenden. Diese wurden durchnummeriert und korrespondieren mit den wichtigsten Leitsymptomen. Achten Sie einfach mal auf die Details der Cartoons, wie diese das Mittel auf einen Blick präzisieren.

DAZ

Sie sagen immer wieder Homöopathie ist nicht schwierig. Inwiefern hilft mir der neue Band dabei zur Umsetzung?

Wiesenauer: Homöopathie ist insofern nicht schwierig, als ich dazu einen einfachen methodischen Zugang benötige. Dies haben wir mit dem neuen Band des Loseblattwerkes umgesetzt: Jedes Arzneimittel wird auf einer faltbaren Doppelseite beschrieben: Auf der einen Seite finden Sie ein Memo, was das Mittel charakterisiert. Danach werden die Causa (Krankheitsauslöser), die Leitsymptome sowie die Anwendungsgebiete beschrieben; auf der anderen Seite finden Sie dann die colorierten Cartoons; so visualisiert lassen sich die Leitsymptome am besten einprägen: Homöopathie mit Bildern lernen. Einen Eindruck davon bekommen Sie ja in der aktuellen DAZSerie "Die Top Five der Homöopathie".

DAZ

Inwiefern ergänzen sich die drei Bände des Loseblattwerkes?

Wiesenauer: Der jetzt erschienene 3. Band des Loseblattwerkes ergänzt die beiden Bände sehr gut. Denn im ersten Band finde ich "von Kopf bis Fuß" die Mittel für einzelne Beschwerden und Krankheiten so wie sie Ihr Patient in der Apotheke berichtet. Im zweiten Band werden die Mittel mit pharmazeutischen (Herstellung) und pharmakologischen (Monographien) Daten gelistet. Und im dritten Band finden Sie nunmehr das Arzneimittel komplett abgebildet, bei den Anwendungsgebieten finden sich jeweils Querverweise auf die korrespondierenden Kapitel mit den vollständigen Wirkprofilen im Band 1.

DAZ

Herr Dr. Wiesenauer, vielen Dank für das Gespräch!

Literaturtipp

Homöopathie rundum – für den Fachmann

Das Standardwerk seit 25 Jahren, jetzt noch umfassender!

Mit über 2000 Homöopathika ist der "Wiesenauer" die Dokumentation für die Therapie, Beratung und den Verkehr mit Homöopathika sowie Grundlage für die postgraduate-Ausbildung "Homöopathie und Naturheilverfahren". Der neue Band 3 "Arzneimittelbilder in Cartoons" bringt die Besonderheiten der wichtigsten Homöopathika verbal und visuell auf den Punkt. Jedes dargestellte Arzneimittel ist auf einer ausklappbaren Doppelseite behandelt:
Wiesenauer, Markus
Homöopathie für Apotheker und Ärzte
Wirkungsprofile homöopathischer Arzneimittel

Einschließl. 12. Akt. Lfg. 2009. + CD-ROM KompleMed. 1176 S. + 75 Cartoons. 3 Ringordner, Fortsetzungswerk, Loseblatt-Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag EURO 98.00
ISBN 978-3-7692-4728-2
Dieses Buch können Sie einfach und schnell bestellen unter der Postadresse:
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Arzneimittelbilder

Belladonna (Tollkirsche)
Memo: Rot, heiß, brennend. Pulsierende Schmerzen
Causa/Lokalisation: Hitze, Sonne, Infekt, Entzündung
Leitsymptome
Plötzlich auftretendes Fieber mit hochrotem, heißem Gesicht, starkes Schwitzen (Abb. 1), ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Berührung, pulsierende Kopfschmerzen (Abb. 2)
Infektbedingt sind die Schleimhäute (Augen, Ohren, Mandeln, Atemwege, Harnwege, Genitale) hochrot entzündet, mit brennenden Schmerzen. Die hochakuten Entzündungszustände sind nicht eitrig. Kolikartige Schmerzen (z. B. Dysmenorrhoe),
Brennschmerzen beim Wasserlassen, weil überhitzt ins Wasser gesprungen Sonnenbrand, Hautentzündung z. B. am Nagelbett mit klopfenden Schmerzen (Abb. 3)
Bewährte Anwendungsgebiete
pochende Kopfschmerzen > 2.1
Bindehautentzündung > 2.3
Gerstenkorn, Lidrandentzündung > 2.3
Ohrenschmerzen, Mittelohrentzündung > 2.4
Halsschmerzen, Mandelentzündung > 2.5
trockener Husten mit Brenngefühl > 2.7
fieberhafter Infekt > 2.8
hochakute Entzündung > 2.9
akute Blasen- und Harnwegsentzündung > 2.17
Nagelbettentzündung > 2.22
Sonnenbrand, Sonnenstich, Verbrennung > 2.23
3-Tage-Fieber > 2.25
Röteln, Ringelröteln > 2.25
Scharlach > 2.25