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Neurodermitis: Ernährung nicht leichtfertig umstellen

BERLIN (ks). Die Zahl der Kinder mit Neurodermitis steigt. Bereits jedes fünfte Kind in Deutschland ist betroffen. Die Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Häufig wird Neurodermitis mit dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel verbunden. Für das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) handelt es sich hierbei vornehmlich um "Mythen". Es warnt Eltern daher, bei der Ernährung ihres Kindes leichtfertig auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten.

Auf seiner Website www.gesundheitsinformation.de betont das Institut in seinen aktuellen Empfehlungen, dass ein Verzicht vermutlich nur helfe, wenn das Kind eine nachweisbare Überempfindlichkeit gegen diese Nahrungsmittel hat. Eine leichte Neurodermitis verschwinde bei den meisten Babys und kleinen Kindern bis zum Jugendalter von selbst wieder, sodass es normalerweise nicht nötig sei, die Ernährung der Familie umzustellen.

"Die Ernährung von Kindern einzuschränken, kann ihre Gesundheit und ihr Wachstum beeinträchtigen. Deshalb müssen Eltern sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht, unbewiesenen Theorien über Ernährung und Neurodermitis zu folgen", warnt IQWiG-Leiter Peter Sawicki. Studien hätten gezeigt, dass ein Verzicht auf Nahrungsmittel wie Milch oder Eier kleinen Kindern vermutlich nur dann helfe, wenn ihre Überempfindlichkeit dagegen nachgewiesen ist. Allergietests wie der Prick-Test oder eine ärztlich begleitete Ausschluss- und Provokationsdiät könnten verlässlichere Informationen darüber liefern, ob ein bestimmtes Nahrungsmittel wirklich die Ursache für das Hautproblem ist. Sawicki: "Das Wissen aus der Forschung über Neurodermitis und Allergien wächst rasch. Deshalb müssen Eltern darauf achten, dass die Informationen, auf die sie sich verlassen, wirklich aktuell und evidenzbasiert sind."

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