Prisma

Maden nicht besser als Hydrogel

Maden werden zur Behandlung schlecht heilender Wunden wie einem Ulcus cruris hochgelobt. Einer aktuellen Studie zufolge fördern sie zwar tatsächlich die Entfernung nekrotischen Gewebes, sind jedoch nicht in der Lage, die Wunde schneller zu heilen als eine Hydrogel-Wundauflage.

 

Maden werden zur Behandlung schlecht heilender Wunden wie einem Ulcus cruris hochgelobt. Einer aktuellen Studie zufolge fördern sie zwar tatsächlich die Entfernung nekrotischen Gewebes, sind jedoch nicht in der Lage, die Wunde schneller zu heilen als eine Hydrogel-Wundauflage.

 

An der Studie nahmen 267 Patienten mit einem Ulcus cruris, das mindestens zu einem Viertel mit nekrotischem Gewebe bedeckt war, teil. Sie wurden entweder mit frei auf die Wundoberfläche aufgebrachten Fliegenlarven, in ein Gazenetz verpackten Maden oder einer Hydrogel-Wundauflage behandelt. Primäres Studienziel war die Dauer bis zur Abheilung des größten Ulcus. Im Schnitt war dieses Ziel unter der Madentherapie nach 236 Tagen erreicht, unter der Hydrogel-Auflage dauerte es durchschnittlich 245 Tage – der Unterschied war nicht signifikant. Einen Vorteil hatten die Maden bei der Beseitigung der nekrotischen Beläge. Sie brauchten dafür zwischen 14 und 28 Tagen, die Hydrogel-Wundauflage 72 Tage. Dafür berichteten die Patienten, die mit Maden behandelt wurden, anfangs über etwas stärkere Schmerzen.
ral

 

Quelle
Dumville, J. C. et al.: Brit. Med. J. 2009; 338: b773

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