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Länger leben ohne Angiotensin 2?

Italienische Wissenschaftler haben im Tierversuch eine Möglichkeit der Lebensverlängerung entdeckt: Mäuse, denen das verantwortliche Gen für die Rezeptoraktivität des Hormons Angiotensin 2 fehlt, leben bis zu 30 Prozent länger als normale Mäuse.

"Wir haben nicht nur ein langsameres Altern, sondern auch eine geringere Anfälligkeit gegenüber Arteriosklerose festgestellt", kommentiert Studienleiter Giuseppe Remuzzi den Befund. Außerdem werde die Wirkung des bei Alterungsvorgängen mitwirkenden Proteins Nampt und des bei der Insulinausschüttung beteiligten Enzyms Sirtuin 3 gefördert. Das für die Rezeptoraktivität des Angiotensin 2 verantwortliche Gen ist Remuzzi zufolge zwar für die Entwicklung des Fötus, nicht aber für den adulten Organismus erforderlich. Es kann seiner Ansicht nach daher ohne negative Folgen durch Angiotensin-Antagonisten ausgeschaltet werden. Ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch offen. Eine 30-prozentige Lebensverlängerung würde ein Durchschnittsalter von 105 bis 110 Jahre bedeuten.
ral

Quelle:
Remuzzi, G. et al.: J. Clin. Invest. 2009; 119 (3): 524-531

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