Ernährung aktuell

Diät-Erfolg hängt nur von Kalorienrestriktion ab

Immer wieder werden heftige Diskussionen darüber geführt, welche Diät am ehesten dazu führt, dass überflüssige Pfunde verschwinden. Während die einen auf kalorienreduzierte Mischkost setzen, befürworten andere Kohlenhydrat-betonte Diätprogramme und wiederum andere setzen auf Fett zum Abnehmen. Laut nun veröffentlichten Ergebnissen der sogenannten "Pounds Lost"-Studie spielt die Zusammensetzung der Kost keine Rolle. Was zählt, sei einzig und alleine die Einschränkung der Nahrungsenergie.
Fokus Kalorien Für den Abnehmerfolg auf der Waage zählt alleine die Verminderung der Nahrungsenergie, besagt eine aktuelle Studie.
Foto: DAZ Archiv

Insgesamt 811 Männer und Frauen mit einem BMI-Durchschnitt von 33 und einem durchschnittlichen Alter von 50 Jahren, hatten an der "Preventing Overweight Using Novel Dietary Strategies Study (Pounds Lost-Studie) teilgenommen. Sie wurden vier unterschiedlichen Diätformen zugeordnet und über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Alle zwei Wochen erhielten die Studienteilnehmer Speisepläne mit "ihrer" Diätform, zudem wurden ihnen regelmäßige Gruppen- und Einzelgespräche angeboten, wöchentlich sollten sie 90 Minuten Sport treiben. Alle vier Diäten sahen eine gegenüber dem Tagesbedarf der Teilnehmer um 750 kcal reduzierte Energiezufuhr vor (als untere Grenze wurde eine Gesamtzufuhr von 1200 kcal pro Tag genommen). Sie unterschieden sich jedoch in der Nährstoffbetonung: Gruppe 1 erhielt eine "low fat, average protein"-Diät, bei der der Fettgehalt auf 20 Prozent gesenkt war, Gruppe 2 nahm eine "low fat, high protein"-Diät zu sich, bei der zusätzlich zur Fettreduktion der Proteinanteil auf 25 Prozent erhöht war. Die "high fat, average protein"-Diätgruppe erhielt eine Kost mit bis zu 40 Prozent Fettanteil, im "high fat, high protein"-Arm wurde zugunsten von Fett und Proteinen stark auf Kohlenhydrate verzichtet.

Ergebnis: Nach sechs Monaten hatte sich das Ausgangsgewicht der Teilnehmer in allen Gruppen um durchschnittlich sechs Kilogramm verringert. Einen Vor- oder Nachteil der einen oder anderen Diätform bezüglich der Gewichtsabnahme konnten die Studienautoren nicht feststellen. Bei Studienende lag das Gewicht der meisten Probanden wieder etwas höher, gegenüber dem Ausgangsgewicht lag der durchschnittliche Verlust nun noch bei vier Kilogramm – auch hier ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen.

Unterschiede zeigten sich jedoch bezüglich kardiovaskulärer Risikofaktoren. Unter den Low-fat-Diätvarianten verringerten sich die LDL-Spiegel um fünf Prozent, unter den High-fat-Diäten nur um ein Prozent. Sie erwiesen sich dagegen besser geeignet, um die HDL-Spiegel zu steigern (neun Prozent versus sechs Prozent). Der Blutdruck sank um 1 bis 2 mm Hg ohne Unterschiede in den verschiedenen Diätgruppen.Quelle: Sacks, F. M. et al.: New Engl. J. Med. 2009; 360 (9): 859–873



ral

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