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360 Grad: Apotheker als Gesundheitsmanager etablieren

BERLIN (ks). Die Apothekenlandschaft ist um eine Kooperation reicher. Zwar will sich der in Montabaur ansässige Dienstleister "360 Grad HealthCare" von bisherigen Kooperationen und Franchise-Systemen klar abgrenzen. Doch grundsätzlich setzt man auch hier auf die Vorteile eines schlagkräftigen Einkaufs- und Markenverbundes. Darüber hinaus ist es jedoch erklärtes Ziel, die lokale Gesundheitsversorgung mithilfe der selbstständigen Apotheker zu stärken und diese als Gesundheitsmanager zu etablieren.
Drei für 360 Grad Der Vorstand der neuen Apothekenkooperation (v. l. n. r.): Dr. Wilfried Edlich, Rüdiger Ott und Matthias Sabel.
Foto: 360° HealthCare AG

Im Unterschied zu den meisten Kooperationen präsentiert sich 360 Grad HealthCare als frei von Industrie-, Großhandels- oder Verbandsinteressen. Geführt wird die Aktiengesellschaft von einem dreiköpfigen Vorstand: einem Apotheker, einem Biochemiker und einem Betriebswirt. Dahinter steht die Koblenzer Steuerberatergesellschaft Dr. Schmidt und Partner.

"Apotheker können deutlich mehr, als lediglich Medikamente auf Rezept abzugeben", erklärte der Apotheker und Vorstandschef Rüdiger Ott am 2. März anlässlich des Markteintritts des neuen Unternehmens. "Sie sind hoch qualifiziert und für jedermann schnell erreichbar – ein großes Potenzial für die lokale Gesundheitsversorgung, das bislang viel zu wenig genutzt wurde". Das will Ott nun ändern. 360 Grad Apotheken sollen zu Gesundheitszentren vor Ort werden, die Menschen in allen Lebensphasen begleiten. Profitieren sollen die Apotheker von einem starken Einkaufs- und Markenverbund sowie von einem neuartigen Gesundheitskonzept, das sich laut Ott "grundlegend von bislang existierenden Modellen unterscheidet". Apotheken sollen dabei keine "anonyme Filiale eines Großhändlers oder einer Dachmarke" sein. Ziel sei vielmehr, die Pharmazeuten langfristig in ihrer Unabhängigkeit zu stärken und damit gleichzeitig auch den Apothekenkunden einen echten Mehrwert zu erschließen. So will der neue Dienstleister die Apotheker gezielt von administrativen Aufgaben entlasten, die ihm Zeit zur Ausübung seiner eigentlichen Kernkompetenz nehmen. "Nur so kann er sich wieder auf das konzentrieren, was er am besten beherrscht: Sich kompetent und ausführlich um die Anliegen seiner Kunden kümmern", meint Vorstand Dr. Wilfried Edlich.

Auch die Kunden sollen mit anderen Augen gesehen werden. Das klassische Dienstleistungsangebot der Apotheke werde um Gesundheitsprogramme erweitert, die an alle Lebensphasen angepasst sind und von Experten entwickelt wurden. So sollen etwa die Gesunderhaltung und Vorsorge im Fokus stehen. Ein spezielles Gesundheitsprogramm gibt es beispielsweise zum Thema Jugendgesundheit. Zudem sollen die 360 Grad Apotheken eng mit Haus- und Fachärzten, Physiotherapeuten, Sanitätshäusern oder auch Fitnessstudios vor Ort vernetzt werden.

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