Gesundheitspolitik

Erneut Streit um eGK

AOK Rheinland/Hamburg droht mit Boykott

Berlin (ks). Wenige Monate vor dem geplanten Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gibt es erneut Streitigkeiten zwischen Kassen und Ärzteschaft. Die AOK Rheinland/Hamburg, die größte Kasse der Start-Region Nordrhein, drohte vergangene Woche mit einem Boykott. Sie will die neuen Versichertenkarten nicht an die Ärzte austeilen, wenn diese sich nicht zu einer Teilnahme zum späteren Online-Betrieb verpflichten. Die Mediziner lehnen eine zwangsweise Vernetzung ab.

Mitte Dezember hatte die Gesellschafterversammlung der Betriebsorganisation gematik den flächendeckenden Rollout beschlossen. In der zugehörigen Pressemitteilung hieß es seinerzeit: "Der Start der Online-Anwendung ist dabei für die Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheker freiwillig." Doch die Ärzte wollen sich auch über die Startphase hinaus nicht zwingen lassen. Aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist nur eine freiwillige Teilnahme am Online-Betrieb der Ärzte akzeptabel. "Eine Verpflichtung würde dazu führen, dass der Widerstand der Ärzte noch deutlich größer wäre", sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. Auch bei der Bundesärztekammer ist man echauffiert über Jacobs Forderung. "In einer hochsensiblen Situation die Ärzte zu solchen Maßnahmen wider Willen zu zwingen, ist ein hohes Risiko", erklärte Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des BÄK-Ausschusses Telematik. Beim GKV-Spitzenverband geht man dagegen davon aus, dass die Online-Anbindung der Ärzte an die Telematik-Infrastruktur in der Startphase noch freiwillig ist. Dann soll sie jedoch Pflicht werden.

Jacobs, forderte die Organisationen der Ärzte und Krankenkassen auf, ihre Differenzen zur Karte beizulegen. "Sonst kann man den Start nicht riskieren", so der Kassenchef.

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