Erstbevorratung ohne Bestellung?

Beispiel: Omeloxan-Starterpaket

FRANKFURT (tmb). Sind Erstbevorratungen ohne Bestellung ein sinnvoller Service oder eine nervige Störung der Wareneingangsbearbeitung? – Das jüngste Starterpaket mit dem neuen rezeptfreien Omeprazol-Präparat Omeloxan war nach Information der Herstellerfirma Winthrop als hilfreiche Vorbereitung der Apotheken auf die Fernsehkampagne für das Präparat gedacht. Die Lieferung führte jedoch in einigen Apotheken zu Erstaunen.

Die Apotheken hatten ohne Bestellung vier Packungen Omeloxan geliefert bekommen. Jan Hempker von der Unternehmenskommunikation des Sanofi-Aventis-Konzerns, zu dem die Firma Winthrop gehört, erläuterte auf Anfrage der AZ, dies sei für die Apotheken ein risikoloses Angebot, aus dem für die Apotheken keinerlei Nachteile entstünden. Das Starterpaket umfasst nur vier Packungen im Gesamteinkaufswert von unter 20 Euro, es werden eine langfristige Valuta und ein Rückgaberecht gewährt. Anliegen des Herstellers sei es, Endverbraucheranfragen unverzüglich bedienen zu können. Innerhalb der nächsten Wochen werde das Produkt in einer bundesweiten Fernsehkampagne beworben. Daher sei mit entsprechender Nachfrage zu rechnen. Das Starterpaket sei an ausgewählte Apotheken geschickt worden, die bisher wichtige Kunden für Maaloxan seien. Der Bankeinzug könne frühestens nach Ablauf der sechsmonatigen Valutafrist erfolgen. Sollte eine Apotheke das Angebot nicht wahrnehmen wollen, werde Winthrop die kostenlose Abholung veranlassen.

Aus Sicht des Herstellers soll hier der bestmögliche Service geboten werden, letztlich wollen Hersteller und Apotheken die Nachfrage der Kunden erfüllen. Doch bleibt – auch mit Blick auf mögliche künftige ähnliche Fälle – die Frage aus der Apothekenperspektive, inwieweit solche Lieferungen ohne ausdrückliche Bestellung die apothekeninternen Abläufe stören. Zudem könnten sich Apotheker prinzipiell in ihrer Entscheidungsfreiheit beschränkt fühlen.

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