Wirtschaft

… über die Forschung in Fernost

Nach einer Branchenstudie liegen die Gesamtkosten der Medikamentenproduktion in Indien um 50 Prozent unter den Aufwendungen in westlichen Ländern. Aber europäischen und amerikanischen Pharmaunternehmen geht es schon längst nicht mehr nur um die Verlagerung der Produktion ins kostengünstigere Asien. China und Indien entwickeln sich immer mehr vom Produktionsstandort zum Forschungsstandort. Als Zentrum der globalen Pharmaforschung nimmt inzwischen Singapur eine führende Rolle ein. Über 2,1 Milliarden Dollar hat der Stadtstaat in die biomedizinische Wissenschaft investiert. Hier haben die Größen der weltweiten Pharmabranche Zugang zu qualifizierten Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Novartis unterhält in Singapur ein Institut zur Erforschung von Tropenkrankheiten, Pfizer eine Forschungseinheit für verschiedene Therapien, Lilly ist mit 150 Wissenschaftlern präsent in der Stammzellenbiologie, Bayer arbeitet auf dem Gebiet der präklinischen Krebsforschung mit der National-Universität Singapur zusammen. AstraZeneca hat im National Cancer Center Singapur bei der Krebsforschung einen Partner gefunden. Die Liste lässt sich fortsetzen mit Schering-Plough in der Entwicklung von Biomarkern und GlaxoSmithKline in Zusammenarbeit mit dem Bioprocessing Technology Institute Singapore auf dem Gebiet der Impfstoffentwicklung.

Das integrierte Netz von öffentlichen und akademischen Instituten in Singapur begünstigt die Entstehung von zahlreichen öffentlich-privaten Partnerschaften. Forschungsunternehmen globaler Unternehmen siedeln sich direkt neben öffentlich finanzierten Forschungsinstituten an, um die Produktivität in Forschung und Entwicklung zu steigern und die kommerzielle Verwertung zu beschleunigen. Und die groß angelegten Investitionen zahlen sich für Singapur aus. Sie ziehen nicht nur wissenschaftliche Koryphäen und vielversprechende Wissenschaftler aus aller Welt an. Auch einheimische Firmen und Forschungsinstitute profitieren davon und genießen inzwischen große Anerkennung. Die Wahl von Merlion Pharmaceuticals – als erste asiatische Firma – zur vielversprechendsten Biotechnologiefirma der Welt oder die Entdeckung des wichtigsten Wirkstoffkandidaten SB939 zur Krebsbehandlung zeugen von der wachsenden Bedeutung Singapurs in der Pharmaforschung.

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