Wirtschaft

Finanzplanung ist vielschichtig

Wer gut wirtschaftet, geht auf Nummer sicher

(awd/az). Das derzeitige Zinsniveau ist für Anleger nicht gerade das attraktivste. Im ewigen Auf und Ab der Zinskurve bewegt sich das bisherige Jahr 2009 im unterdurchschnittlichen Bereich. Der Ende Mai herausgegebene Bundesschatzbrief mit sechsjähriger Laufzeit bringt eine Rendite von gerade 2,68 Prozent über die gesamte Laufzeit. Und wer das Papier nach einem Jahr verkauft, muss sich mit einem halben Prozent Zins begnügen.

"Keine befriedigende Situation für Investoren, die absolute Sicherheit im Anlageprodukt wünschen. Und das sind unter den Privatanlegern mehr denn je. Tagesgelder, Geldmarktfonds und Festgelder können sich vor Zulauf kaum retten, während andere Anlageklassen vernachlässigt werden. Doch auch in einer Niedrigzinsphase sollte man bei der privaten Anlagestrategie eine sinnvolle Streuung nicht vergessen. Generell gilt: Anlageentscheidungen immer unter Beachtung der gesamten Finanzplanung treffen", so ein Finanzexperte des Allgemeinen Wirtschaftsdienstes (AWD).

Finanzplanung – individuell zugeschnitten

Eine Finanzplanung ist nie ein Pauschalvorschlag nach Schema X, sondern immer eine individuell zugeschnittene Lösung. Zahlreiche Faktoren spielen dabei eine Rolle. Zum Beispiel Lebensphase, Familienstand, Einkommen und persönliche Ziele. Es gilt den privaten Haushalt ähnlich wie ein Unternehmen zu führen. Immer mit dem Ziel, das Bestmögliche zu erreichen. Denn nur wer gut und bewusst wirtschaftet, geht auf Nummer sicher und verzettelt sich nicht im immens wichtigen Finanzbereich. Die vier nachfolgenden Bausteine stellen ein solides Gerüst dar und sind ausgewählte Grundelemente der Finanzplanung: Risikoabsicherung, Rentensicherung, private Vorsorge und Vermögensaufbau.

Der Startschuss für die persönliche umfassende Finanzplanung erfolgt in der Regel spätestens mit dem Einritt ins Berufsleben. Und hier bekommt die Risikoabsicherung umgehend Bedeutung. Eine Privathaftpflichtpolice ist unentbehrlich, um bei selbst verursachten Personen- und Sachschäden den notwendigen Versicherungsschutz zu genießen. Eventuell gilt weiterhin die Mitversicherung über die Police der Eltern oder es muss ein eigener Vertrag abgeschlossen werden. Ein weiteres Risiko betrifft die eigene Gesundheit. Der Berufsunfähigkeitsschutz garantiert eine monatliche Rentenzahlung gemäß den festgelegten Vertragsbedingungen. Und da die eigene Arbeitskraft im Normalfall für das Haupteinkommen verantwortet, sollte diese Police von Beginn an ins Auge gefasst werden. Je jünger man beim Abschluss ist, desto geringer sind die monatlichen Beiträge.

Neben der Risikoabsicherung hat die Rentensicherung frühzeitig höchste Priorität. Das gesetzliche Rentensystem steht auf wackligen Beinen. Dadurch fällt die staatliche Rente deutlich geringer als der letzte Nettoverdienst aus und die private Rente ist für einen finanziell gesicherten und damit sorgenfreien Ruhestand enorm wichtig. Mit der Riester-Rente bietet Vater Staat eine private Vorsorgemöglichkeit an, die durch hohe Zulagen gefördert wird. Doch ein Riester-Vertrag allein reicht selbst bei Einzahlung der Höchstbeträge und aller Zulagen nicht aus, um die Rentenlücke zu schließen. Steuerlich begünstigt wird auch das Betriebsrentenmodell. Arbeitnehmer sollten nach Möglichkeit das vorhandene Angebot des Arbeitgebers nutzen oder eine Direktversicherung abschließen, falls kein Angebot vorliegt. Denn darauf hat der Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch.

Riesenauswahl beim Sparen

Für die private Vorsorge und die damit verbundenen Sparziele stehen zahlreiche Produkte zur Verfügung. Je nachdem wie sehr die Faktoren Sicherheit, Rentabilität und Liquidität gewichtet werden, treffen Anleger ihre Auswahl. Sicher interessant ist ein Bausparvertrag, der unter bestimmten Bedingungen förderberechtigt ist und den Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen ermöglicht. Denn auch im Hinblick auf den Vermögensaufbau mit einer Immobilie gilt der Bausparvertrag als ideale Variante. In punkto Flexibilität eignen sich Fondssparpläne hervorragend. Erhöhungen und Aussetzungen der Sparrate, zusätzliche Einzahlungen oder Entnahmen sind erlaubt. Sie bieten auch Lösungen für jedes Risikoprofil an: vom Aktienfonds über Mischfonds bis zu reinen Immobilien-, Renten- oder Geldmarktfonds.

"Und wer sich auf der Stufe des Vermögensaufbaus und -erhalts befindet, ist mit einer professionellen Vermögensverwaltung auf Fondsbasis gut aufgehoben. Alle genannten Produkte stellen sinnvolle, aber unverbindliche Alternativen dar. Denn das Konstrukt der Finanzplanung ist flexibel und muss regelmäßig überprüft werden, damit zu jeder Lebensphase Zufriedenheit und Sicherheit gewährleistet sind", so der AWD-Finanzexperte.

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