Gesundheitspolitik

"Zur Rose" schreibt rote Zahlen

Das Versandapothekengeschäft in Deutschland läuft schlecht

Berlin (ks). Das schweizerische Unternehmen Zur Rose AG muss für das vergangene Geschäftsjahr 2008 erstmals einen Verlust ausweisen. Zwar stieg der Umsatz leicht an, das Betriebsergebnis (EBIT) sank jedoch erheblich. Daraus resultierte ein Netto-Verlust in Höhe von umgerechnet 2,9 Mio. Euro. Ursächlich für die negative Entwicklung waren vor allem deutliche Umsatzrückgänge im deutschen Arzneimittelversandgeschäft.

Während die Zur Rose Versandapotheke in der Schweiz steigende Kundenzahlen verzeichnen konnte und unter den dortigen Versandapotheken einen Marktanteil von 55 Prozent hält, lief es für Zur Rose Deutschland sowie den Discount-Ableger VfG weniger rosig. Dass die Kassen im Heimatland klingen, ist vor allem auf die enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenkassen zurückzuführen. Zudem sorge eine hochmoderne IT-Infrastruktur für die Übermittlung der Rezepte. In Deutschland habe es dagegen zum zweiten Quartal 2008 einen Einbruch gegeben, teilte die ausschließlich von Ärzten getragene Gesellschaft am 16. April mit. Der Bestellwert und die Bestellhäufigkeit gingen bei bestehenden Kunden zurück, ebenso die Zahl der neuen Kunden. Das Unternehmen führt dies primär auf einen "intensivierten Wettbewerb" zurück. Hinzu kamen rückläufige Margen, und – wie Zur Rose einräumt – eine "verfehlte Preisgestaltung" bei der Marke VfG sowie die zu wenig klare Positionierung der beiden Marken: Zur Rose als Premiumanbieter und VfG als Discounter.

Auf die negative Entwicklung habe das Management jedoch umgehend reagiert. Gegen die beiden beobachteten Schwachpunkte seien Maßnahmen eingeleitet worden, "um die Aktivitäten in Deutschland wieder auf Kurs zu bringen". Zudem wurde das Führungsteam erneuert. Gegen Jahresende habe sich der Umsatz daher schon wieder etwas erholt.

Arbeiten am "Turnaround"

Gut lief es dagegen auch im zweiten schweizerischen Geschäftsfeld, dem Ärztegroßhandel. Hier wurden umgerechnet rund 208 Mio. Euro umgesetzt, knapp 6 Prozent mehr als 2007. Das ebenfalls zur Zur Rose-Gruppe gehörende Generikaunternehmen Helvepharm legte sogar um 22 Prozent auf rund 14 Mio. Euro zu.

Für das laufende Jahr hat sich die Gruppe vorrangig zum Ziel gesetzt, die führende Stellung im Schweizer Gesundheitsmarkt weiter zu festigen. Im Deutschlandgeschäft liege der Fokus auf dem "Turnaround", insbesondere auf der Optimierung der Prozesse und einer effizienteren Neukundengewinnung.

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