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Millionen sind unterversorgt

Nach einer aktuellen Studie, die das Institut für Empirische Gesundheitsökonomie im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller durchgeführt hat, gibt es in Deutschland nach wie vor eine eklatante Unterversorgung mit Arzneimitteln.

Für fünf Indikationen hat das Institut anhand bereits vorliegender Studiendaten die Folgeschäden dieser Unterversorgung beziffert. Laut der am 19. Februar in Berlin vorgestellten Studie betragen beispielsweise die Gesamtkosten der Unterversorgung für die Depression 17,9 Mrd. Euro pro Jahr. Durch eine fehlende antidepressive Therapie entstehen den Krankenkassen geschätzte direkte Kosten von 6,2 Mrd. Euro jährlich. Noch höher sind die indirekten Kosten durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeitstage oder Erwerbsunfähigkeit; sie belaufen sich auf 11,7 Mrd. Euro. Die Gesamtkosten der Unterversorgung bei rheumatoider Arthritis betragen laut Studie 6,8 Mrd. Euro im Jahr, wobei die direkten Kosten bei 1,5 Mrd. Euro und die indirekten Kosten bei 5,2 Mrd. Euro liegen. Bei Osteoporose sind über einen Zehnjahreszeitraum Gesamtkosten der Unterversorgung in Höhe von 3,59 Mrd. Euro ermittelt worden (direkt: 2,76 Mrd. Euro, indirekt: 832,8 Mio. Euro). Aus Sicht der VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer wird Ärzten durch zahlreiche Restriktionen erschwert, innovative Medikamente zu verschreiben. Die Folge seien aber keine Einsparungen, sondern Mehrkosten – und das nicht nur in der gesetzlichen Krankenversicherung.


ks

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