Prisma

Light-Produkte fördern Heißhungerattacken

In Supermarktregalen findet man immer mehr so genannte Light-Produkte. Teilweise ist bei ihnen der Fettgehalt reduziert, zum Teil werden sie mit künstlichen Süßstoffen statt mit Zucker gesüßt. Ziel aller Produkte ist eine verminderte Kalorienzufuhr, um eine Gewichtszunahme beim Konsumenten zu vermeiden. Die künstliche Süße könnte allerdings genau das Gegenteil bewirken.

Im Tierversuch konnten Wissenschaftler der amerikanischen Purdue Universität zeigen, dass Süßungsmittel, die keine Kalorien zuführen, Heißhungerattacken auslösen. Die Studienautoren, die die Ergebnisse ihrer Untersuchung in der Fachzeitschrift " Behavorial Neuroscience" veröffentlicht haben, verabreichten einer Gruppe Ratten mit Saccharin gesüßten Joghurt, eine Vergleichsgruppe erhielt Joghurt, der mit Glucose gesüßt worden war. Zusätzlich zu dem Joghurt erhielten alle Tiere Futter in mehr als ausreichender Menge.

Es zeigte sich, dass die Tiere, die den mit Süßstoff versetzten Joghurt erhalten hatten, das restliche Futterangebot deutlich stärker nutzten als die Vergleichstiere. Obwohl ihr Joghurt weniger Kalorien enthielt, nahmen sie daher insgesamt mehr Kalorien zu sich. Zudem bildeten die mit künstlichem Süßstoff gefütterten Ratten mehr Körperfett aus. Das Fazit der Studienautoren lautet daher, dass Süßstoff zu Problemen bei der Kontrolle der Kalorienaufnahme führt. Als Grund dafür nennen sie eine Entkoppelung der Verbindung von süßer Geschmacksempfindung mit der Aufnahme hoher Energiemengen. Möglicherweise sei das eine Erklärung dafür, dass die Fettleibigkeit seit dem Aufkommen künstlicher Süßstoffe rapide zugenommen habe.

Obwohl der Versuch bislang nur mit Saccharin als Süßstoff durchgeführt wurde, gehen die Forscher davon aus, dass das Ergebnis beim Einsatz anderer Zuckerersatzstoffe ähnlich ausfallen würde. Auch halten sie es für nahe liegend, dass die Tierversuchsresultate auf den Menschen übertragbar sind.


ral


Quelle: Swithers, S. E., Davidson, T. L.: Behavioral Neurosci. 122 (1), 161-173 (2008).

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