ADEXA Info

Dialog mit österreichischer Gewerkschaft VAAÖ

Anfang Februar traf sich der ADEXA-Vorstand mit dem Verband Angestellter Apotheker Österreichs (VAAÖ) in Wien. "In einem zusammenwachsenden Europa ist es notwendig, einen Blick über die Landesgrenzen zu werfen und sich über Möglichkeiten der Kooperation auf europäischer Ebene zu verständigen", so die ADEXA-Vorsitzende Barbara Neusetzer.

Das Treffen verlief in sehr angenehmer Atmosphäre, nicht zuletzt durch den sprichwörtlichen Wiener Charme und die Gastfreundschaft der österreichischen Kolleginnen und Kollegen.

Im Austausch mit der österreichischen Vorstandsdelegation wurden nationale Interessen und Standpunkte diskutiert sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgefiltert.

Europäische ­Dachorganisation geplant

Für die Zukunft verständigte man sich darauf, mit anderen europäischen Gewerkschaften in Kontakt zu treten. Eine auf möglichst breiter Basis agierende Interessenvertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Apotheken ist als mittel- bis langfristiges Ziel definiert worden. Damit könnte der Grundstein für eine zukünftige europäische Dachorganisation gelegt werden.

ADEXA und der VAAÖ sind sich darin einig, dass die arbeits- und tarifrechtlichen sowie die sozialen Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Hauptzweck der Zusammenarbeit bilden. Gemeinsam wird daran gearbeitet, möglichst viele Partner auf europäischer Ebene für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Konsens herrschte auch darüber, dass Arzneimittel als besondere Ware der Abgabe durch Pharmazeuten vorbehalten bleiben sollen. Weitere Gespräche sind für April und September 2008 vereinbart.


Tanja Kratt
ADEXA, Zweite Vorsitzende



RANDBEMERKUNG

Schlecker ante portas


„Wir wollen erst mal lernen“, hat Anton Schlecker, Chef der gleichnamigen Drogeriekette, gegenüber dem Manager Magazin zu seinen Plänen geäußert, am 11. Februar eine Versandapotheke in Deutschland an den Start zu bringen. Der Apothekenmarkt sei schwierig, so Schlecker. Richtig ist, dass die Sicherheit und Gesundheit der Kunden als zentraler Fokus den Apothekenmarkt vom Drogeriehandel unterscheiden. Klar ist auch, dass die existierenden Apotheken die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sehr gut sicherstellen. Wenn branchenfremde Unternehmen meinen, in diesem sensiblen Gebiet „Learning by Doing“ betreiben zu können, gefährden sie Leib und Leben der Patienten.


Dr. Sigrid Joachimsthaler



KOMMENTAR

Patienten müssen Wahlfreiheit behalten


ADEXA begrüßt das Urteil des Bundessozialgerichts (BSG), demzufolge Krankenkassen nicht für bestimmte Versandapotheken wie DocMorris werben dürfen. In letzter Instanz war am 15. Januar die City BKK dem klagenden Hamburger Apothekerverein unterlegen. Diese Entscheidung ist im Sinne der Patienten. Denn ihnen muss es weiterhin möglich sein, sich ihre Apotheke nach der Beratungsqualität und anderen individuellen Kriterien auszusuchen – ohne Druck der Krankenkasse. Ein Qualitätswettbewerb zwischen einzelnen Apotheken, seien es Präsenz- oder Versandapotheken, würde sonst ad absurdum geführt. Leider sind in der Vergangenheit politische Entscheidungen oft allein in Richtung Preiswettbewerb gefallen, wie bei den Rabattverträgen deutlich wurde. Für viele Patienten und die MitarbeiterInnen haben sie mehr Nachteile als Vorteile gebracht. Arzneimittel – das ist zwar schon oft gesagt, aber von manchen Politikern immer noch nicht verstanden worden – sind eine besondere Ware und Patienten keine „normalen“ Verbraucher. Der komplizierte „Mix“ aus Arzneimittelsicherheit, Compliance und Kostendruck muss immer im Sinne der Gesundheit des Patienten entschieden werden.


Barbara Neusetzer
ADEXA, Erste Vorsitzende

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