Selbstmedikation

Pfefferminzöl kann Beschwerden beim Reizdarm lindern

Im Rahmen einer Metaanalyse wurden vier Studien mit insgesamt 392 Reizdarmpatienten ausgewertet, die die Effektivität von Pfefferminzöl im Vergleich zu Placebo gegen die Beschwerden beim Reizdarmsyndrom untersucht hatten. Pfefferminzöl kann die Beschwerden von Menschen mit Reizdarm lindern. Die Anzahl an Patienten, die behandelt werden müssen, um bei einem Patienten einen Therapieerfolg zu erzielen, gaben die Autoren mit 2,5 an.

Das Reizdarmsyndrom ist eine chronisch-rezidivierende, aber gutartige und nicht progrediente Funktionsstörung des Verdauungstraktes. Die Lebenserwartung wird nicht einschränkt, jedoch leiden die Betroffenen unter Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen. Im Rahmen dieser Metaanalyse wurden insgesamt 35 Studien mit verschiedenen Therapieansätzen ausgewertet: zwölf Studien mit Ballaststoffen, 22 Studien mit Antispasmolytika sowie vier Studien mit Pfefferminzöl. Die Untersuchungsdaten von 2500 Reizdarmpatienten ergaben, dass im Schnitt einer von elf Patienten von Ballaststoffen profitierte und einer von fünf auf die krampflösenden Mittel ansprach. Bei zwei von fünf Betroffenen, die Pfefferminzöl erhielten, besserten sich die typischen Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall. Damit half konzentriertes Pfefferminzöl in Kapseln eingenommen am besten. Im Vergleich mit den krampflösenden Mitteln zeigte sich jedoch kein Vorteil. Pfefferminzöl wirkt choleretisch und carminativ und kann bei Übelkeit, Völlegefühl oder akuter Gastroenteritis zur Verringerung des Magendrucks eingesetzt werden. Es entspannt nach oraler Aufnahme den Ösopagussphinkter, sodass es zu einem Druckausgleich zwischen Magen und Speiseröhre kommt. Allerdings ist dann auch ein Reflux die Folge, sodass als unerwünschte Wirkungen Sodbrennen auftritt, das im Allgemeinen vorübergehend ist. Pfefferminzöl hat zudem eine direkte spasmolytische Wirkung an der glatten Muskulatur des Verdauungstraktes und kann beim Reizdarm ohne schwere Verstopfung oder starkem Durchfall eingesetzt werden.


Quelle

Ford, A.C.; et al.: Effect of fibre, antispasmodics, and peppermint oil in the treatment of irritable bowel syndrome: systematic review and meta-analysis. Brit. Med. J. 2008; 337: a2313.

Jones, R: Treatment of irritable bowel syndrome in primary care. Brit. Med. J. 008; 337: a2213

ck

Das könnte Sie auch interessieren

Buscomint® – leitliniengerecht, mit der Kraft der Minze

Pfefferminzöl hilft bei Reizdarmsyndrom

Wenn Beschwerden das Leben zur Qual machen

Darm in Aufruhr

Neue Daten zu dem rezeptfrei erhältlichen Spasmolytikum Butylscopolamin

Gegen Krämpfe

Beratungstipps für Patienten mit Reizdarmsyndrom

An Symptomen kurieren

Carmenthin®: Pflanzliches Arzneimittel bei funktionellen Verdauungsstörungen

Hochkonzentrierte Wirkstoffkombi

Buscomint bei Reizdarm

Zuwachs für die Buscopan-Familie

Pflanzliche Arzneistoffe mit Evidenz

Mit Phytopharmaka gegen Reizdarm

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.