Praxis

Nasensprays richtig anwenden

Bei der Applikation von Sprühzubereitungen in der Nase muss der Patient neben der korrekten Dosierung vor allem die gute Verteilung des Arzneimittels auf den Schleimhäuten und hygienische Aspekte beachten. Unter anwendungstechnischen Gesichtspunkten bestehen dabei keine prinzipiellen Unterschiede zwischen Präparaten mit lokaler Wirkung und solchen zur systemischen Arzneistoffzufuhr.
Große Vielfalt Ob Squeeze bottles, Einmaldosiersprays, Dosiersprühfläschchen oder Tropffläschchen, konservierte oder unkonservierte Lösungen: Bei allen Formen von Nasalia gilt es die Hygieneregeln zu beachten. So sollten auch Mehrdosenpackungen nur von einer Person benutzt werden und der Nasenapplikator sollte möglichst nach jedem Gebrauch mit einem sauberen Taschentuch abgewischt werden.
Foto: Kircher

Rhinologische Sprays werden in verschiedenen Packmitteln angeboten. Die darin eingesetzten Quetsch- und Pumpsysteme sind mit teilweise unterschiedlichen Handhabungsgriffen anzuwenden. Die hierbei erforderlichen Griffstärken können systembedingt erheblich variieren und sind daher insbesondere bei der Beratung feinmotorisch behinderter Patienten zu berücksichtigen. Die verschiedenen Sprühsysteme unterscheiden sich vor allem in der Art der Belüftung, also der Zufuhr von Außenluft nach erfolgtem Sprühstoß. Daher werden auch die jeweiligen Aufbrauchfristen durch die Verpackungsart mitbestimmt (Tab. 1).

Das beim Verabreichen rhinologischer Tropfenpräparate notwendige, ausgeprägte Beugen und Schwenken des Kopfes kann bei Sprays weitgehend entfallen, da sich eingesprühte Flüssigkeiten besser im Nasenraum verteilen als eingetropfte Lösungen und deshalb nicht so rasch in den Rachen abfließen. Ein nur leichtes Neigen des Kopfes, präparateabhängig wird es nach hinten oder nach vorne empfohlen, reicht in der Regel aus. Bei nach hinten gebeugtem Kopf sollte das Fläschchen mit der Applikatorspitze leicht zum Kopf hin geneigt werden, also ungefähr einen 45º-Winkel zum Boden bilden. Der Nasenapplikator des Fläschchens muss stets ausreichend tief, das heißt etwa einen Zentimeter, in den Nasenvorhof eingeführt werden, um den Filtereffekt des Haarkranzes am Naseneingang auszuschalten. Bei glucocorticoidhaltigen Nasensprays wird vereinzelt empfohlen, den Sprühstoß nicht gegen die Nasenscheidewand, sondern auf die Nasenflügelinnenseite zu richten, um das Risiko von Septumschäden zu verringern. Ein Lufteinziehen während des Sprühens verbessert die Verteilung der Lösung auf der Nasenschleimhaut. Anschließend wird durch den Mund ausgeatmet.

Technologische Besonderheiten beachten

Bei der Anwendung der knautschbaren Sprayfläschchen (Squeeze bottles; Tab. 1) ist zu beachten, dass man sie kurz und kräftig zusammendrückt, um ein relativ feindisperses Aerosol freizusetzen. Nach der Sprühstoßabgabe ist es wichtig, das Quetschfläschchen zusammengedrückt aus der Nase zu ziehen, um ein Einsaugen von keimhaltigem Nasensekret in das Arzneimittel zu vermeiden. Das im Arzneimittel enthaltene Konservierungsmittel wäre damit überfordert und eine Reinfektion der Nasenschleimhaut bei der nächsten Anwendung die Folge. Wird das Quetschfläschchen bei der Anwendung fälschlicherweise in Kopfüberstellung gehalten, tritt anstelle des Aerosols ein stark überdosierter Flüssigkeitsstrahl aus.

Bei Dosiersprühfläschchen ist die Pumpe unabhängig von dem jeweils vorliegenden Belüftungs- bzw. Druckausgleichsystem vor dem erstmaligen Gebrauch einige Male außerhalb der Nase zu betätigen, damit das Steigrohr und das Dosiersystem vollständig mit Arzneimitteldispersion gefüllt werden. Je nach Hubvolumen der Pumpe und Füllvolumen des gesamten Dosier- und Sprühsystems erhält man erst nach drei bis sechs Starthüben einen feindispersen, gewichtskonstanten Sprühnebel. Bei Einmaldosiersprays dürfen keine Starthübe betätigt oder Funktionstests durchgeführt werden, da die Behälter systembedingt nicht überfüllt sein können und der Sprühmechanismus nur einmal ausgelöst werden kann.

Tab. 1: Packmittel rhinologischer Sprühpräparate.
Behälterart
Charakteristika/Anwendung
erforderliche Kraft1 für die Abgabe eines grobdispersen Sprühstrahls
Aufbrauchfristen
Präparatebeispiele (Arzneimittel und Medizinprodukte)
Eindosenbehältnisse
Einmaldosiersprays
kleine Zylinderampulle mit Gummistopfen ist an Nasenapplikator mit Griffstück montiert; bei Daumendruck auf Ampullenboden sticht Kanüle durch Gummistopfen und verschiebt diesen Stopfen wie einen Kolben, wodurch Flüssigkeit in Verwirbelungskammer des Nasenapplikators gedrückt wird
ca. 17 N (Imigran®),
ca. 23 N (AscoTop®)
AscoTop® nasal 5 mg/Dosis Nasenspray,
Imigran® nasal 10 mg bis 20 mg
Nasenspray
Mehrdosenbehältnisse
Quetschsprühfläschchen
knautschbare Polyethylenfläschchen mit Steigrohr und einfacher Zerstäuberdüse; Lösungsausgangskanal ist identisch mit Lufteinlasskanal; freigesetzte Dosis, Tröpfchengrößenverteilung und Sprühwinkel hängen u.a. von ausgeübter Kraft beim Komprimieren des Fläschchens ab
> 40 N
vier Wochen,
bei einigen wenigen Präparaten längere Zeitspannen
Olynth® Schnupfen Lösung, Spray,
Otriven® gegen Schnupfen 0,1% Nasenspray;
Rhinospray® bei Schnupfen Nasenspray
konventionelle Dosiersprühfläschchen
Glas- oder Polyethylenfläschchen mit montierter Kolbenpumpe, die beim Niederdrücken des Nasenapplikators mit Zeige- und Mittelfinger eine exakt definierte Menge der Zubereitung über ein Steigrohr ansaugt und fein zerstäubt; die Luft strömt unterhalb des Nasenadapters ein, also nicht durch die Auslassöffnung
wässrige Lösungen und Suspensionen
15 bis 40 N
drei bis sechs
Monate
Allergodil® Nasenspray,
Beconase® aquosum Nasenspray,
Pulmicort® Topinasal® 65 µg Nasenspray
ölige Lösungen
Sprühstrahl bei ca. 20 N (900 mm/min),
grobdisperses Aerosol bei ca. 50 N (gravimetrisch)
sechs bis sieben
Wochen
Abtei® Nasenpflegeöl,
Coldastop® Nasenöl mit montiertem Dosierer,
Nozoil® Nasenspray
konventionelle Dosiersprühfläschchen mit seitlicher Drucktaste
Glasfläschchen mit konventioneller Kolbenpumpe, die beim Eindrücken einer seitlich montierten Drucktaste eine exakt definierte Menge der Zubereitung über ein Steigrohr ansaugt und fein zerstäubt (erforderliche Kraft ist zwar relativ hoch, die Taste aber ergonomisch sehr günstig angeordnet)
ca. 40 N
zwei Monate
Avamys® Nasenspray
Dosiersprühfläschchen mit Keimfiltration der angesaugten Außenluft
entspricht weitgehend dem konventionellen Fläschchen, es umfasst jedoch ein zusätzliches feinporiges Filter im Lufteinlasskanal, ein Ventil an der Auslassöffnung und eine silberhaltige Spirale im Nasenapplikator; eine Konservierung der Zubereitung ist daher entbehrlich
20 bis 35 N
ein bis neun Monate
CromoHexal® sanft Nasenspray,
Nasivin® sanft (verschiedene Konzentrationen) Dosierspray,
Otriven® gegen Schnupfen (verschiedene Konzentrationen) Dosierspray
Dosiersprühfläschchen mit einem zusammenfaltbaren Arzneimittelreservoir und
damit ohne Ansaugen von Außenluft
Lösung wird mittels Dosiersprühpumpe aus einem Polyethylenbeutel abgepumpt und fein zerstäubt; auch hier ist ein Ventil mit Silber an der Auslassöffnung integriert; der Beutel faltet sich bei zunehmender Entleerung zusammen, weshalb keine Luftzufuhr und damit keine Konservierung erforderlich ist
ca. 25 N
sechs und acht
Wochen
Allergo-Comod® Nasenspray,
Xylo-Comod® Nasenspray
Dosiersprühfläschchen mit Aufbau eines Unterdrucks im Fläschchen und damit ohne Ansaugen von Außenluft
Lösung wird mittels Dosiersprühpumpe aus einem dickwandigen, hermetisch verschlossenem Glasfläschchen abgepumpt und fein zerstäubt; es
erfolgt danach kein Druckausgleich durch Einströmen von Außenluft, weshalb keine Konservierung erforderlich ist
ca. 33 N
zwei Monate
(bei < 25 °C)
Aerodiol® Nasenspray (seit August 2007 außer Handel),
Desmogalen® o.K. Nasenspray
1 Bestimmung der erforderlichen Kraft mittels Zwick/Roell Material-Prüfmaschine Z2,5; Prüfgeschwindigkeit: 900 mm/min; Mittelwert aus je 10 Messungen an 2 Fläschchen eines Präparates (wir danken der Fa. Zwick GmbH & Co. KG, 89079 Ulm, für die Überlassung der Prüfmaschine); die Kraftbeträge dienen der Ableitung von Anwendungshinweisen und sind nicht zur Qualitätsbeurteilung der genannten Präparate geeignet.

Ohne Kraft keine korrekte Dosis

Die Fingerkräfte, die zur Freisetzung einer Sprühdosis auf den Nasenapplikator beziehungsweise auf den Fläschchenboden der verschiedenen Dosiersprays ausgeübt werden müssen, unterscheiden sich vor allem in Abhängigkeit des eingesetzten Sprühsystems, aber auch der vorliegenden Arzneimittelrezeptur um mehr als den Faktor 3. So betragen die erforderlichen Kräfte zum Erzeugen eines zumindest grobdispersen Aerosols zwischen 15 und 50 Newton, entsprechend einer Gewichtskraft zwischen 1,5 und 5 Kilogramm (Tab. 1 bis 3). Wird der Nasenapplikator mit jeweils größerer Kraft und damit höherer Geschwindigkeit gedrückt, bildet sich ein Sprühstoß mit kleinerer, therapeutisch günstigerer Tröpfchengrößenverteilung. Anwendungsrelevante Unterschiede in der Krafterfordernis bestehen beispielsweise bei Beclomethasonpräparaten (Tab. 2). Bei zwei Einmaldosiersprays sind zur Sprühstoßfreisetzung Kräfte von 17 und 23 N erforderlich, entsprechend einer Gewichtskraft von etwa zwei Kilogramm (Tab. 1).

Der Nasenapplikator sollte möglichst nach jedem Gebrauch mit einem sauberen Taschentuch abgewischt werden. Im Falle stärkerer Verschmutzung kann man den Applikator bei konventionellen Dosiersprühfläschchen auch zur gründlichen Reinigung vom Ventil abziehen. Von Dosiersprühfläschchen ohne Luftzufuhr oder mit Keimfiltration der eingesaugten Luft darf er jedoch keinesfalls abgenommen werden, weil hierdurch die Keimfreiheit der Flüssigkeitskanäle verloren ginge. Diese Systeme sind daher mit einer Abziehsicherung versehen, wodurch eine Demontage des Nasenadapters nur mit größerem Kraftaufwand möglich ist.

Bei der pernasalen Sprühanwendung von Lösungen zur systemischen Wirkstoffzufuhr, also etwa Calcitonin- oder Desmopressinpräparaten (Tab. 3), sind neben den bisher genannten Anwendungshinweisen noch einige spezifische Gebrauchsanweisungen zu beachten. Die Dosiersprühpumpe sollte hier in besonderem Maß durch kräftiges Drücken bis zum Anschlag betätigt werden. Ein zu wenig kräftiges Niederdrücken kann primär zu einer therapeutisch relevanten Unterdosierung führen, ein zu langsames Drücken vor allem zu einem nur grobdispersen Sprühnebel. Bei den Ansaughüben vor der erstmaligen Verwendung ist ein Inhalieren des freigesetzten Aerosols zu vermeiden. Angebrochene Sprayfläschchen sollten möglichst aufrecht stehend und ohne starkes Schütteln aufbewahrt werden, da sonst Luft in den Ansaugschlauch gelangen kann, woraus ebenfalls Dosierungsfehler resultieren. Gegebenenfalls muss sich der Patient durch einen Probehub von der Homogenität des Sprühnebels überzeugen. Arzneimittelreste im Fläschchen, die von der Pumpe nicht mehr einwandfrei angesaugt werden, sind zu verwerfen.

Der Einfluss eines viralen oder allergischen Schnupfens auf die Resorption nasal applizierter Peptidhormone wurde nicht bei allen im Handel befindlichen Präparaten systematisch abgeklärt. Vorliegende Untersuchungsergebnisse und praktische Erfahrungswerte weisen jedoch überraschenderweise auf keine oder auf zumindest keine signifikante Abschwächung der therapeutischen Wirkung hin. Daher sollte der Patient bei interkurrentem Schnupfen unmittelbar vor dem Einsprühen die Nase putzen, im Übrigen aber den verordneten Anwendungs- und Dosierungsmodus unverändert beibehalten. Niesen während oder unmittelbar nach der Anwendung kann natürlich die nasal resorbierte Wirkstoffmenge therapierelevant reduzieren. Mit einem Nafarelinspray durchgeführte Untersuchungen ergaben, dass die lokale Anwendung eines die Schleimhaut abschwellenden Präparates (Oxymetazolin-Nasenspray) erst 30 Minuten nach Applikation des Hormonsprays erfolgen sollte. Die Anwendung des vasokonstriktorisch wirkenden Sprays 30 Minuten vor dem Nafarelinsprühstoß senkte den Hormonplasmaspiegel geringfügig.

Tab. 2: Erforderliche Kraft für die Sprühstoßabgabe einiger Beclometason-Nasensprays (Auswahl).
Fertigarzneimittel
(Suspensionen mit thixotropen
Eigenschaften)
Menge Beclometasondipropionat pro Sprühstoß
Volumen
eines Sprühstoßes
erforderliche Kraft1 für die Abgabe eines zumindest grobdispersen Sprühstoßes
Beclomet 100 µg nasal
100 µg
0,09 ml
ca. 35 N
Beclomet nasal aqua Orion
Dosierspray
50 µg
0,09 ml
ca. 42 N
Beclometason-ratiopharm® nasal
50 µg Suspension
50 µg
0,09 ml
ca. 27 N
Beclorhinol® aquosum 50 µg Nasenspray
50 µg
0,13 ml
ca. 32 N
Beconase® aquosum Suspension zum Einsprühen in die Nase
50 µg
0,09 ml
ca. 18 N
Livocab® direkt mit Beclometason Nasenspray
50 µg
0,09 ml
ca. 33 N
Ratio Allerg® Heuschnupfenspray
50 µg
0,09 ml
ca. 26 N
Rhinivict® nasal 0,05 mg Nasenspray
50 µg
0,09 ml
ca. 29 N
1 Bestimmung der erforderlichen Kraft mittels Zwick/Roell Material-Prüfmaschine Z2,5; Prüfgeschwindigkeit: 900 mm/min; Mittelwert aus je 10 Messungen an 2 Fläschchen eines Präparates (wir danken der Fa. Zwick GmbH & Co. KG, 89079 Ulm, für die Überlassung der Prüfmaschine); die Kraftbeträge dienen der Ableitung von Anwendungshinweisen und sind nicht zur Qualitätsbeurteilung der genannten Präparate geeignet.

Tab. 3: Dosiersprühfläschchen mit Calcitonin- und Desmopressin-Lösungen (Auswahl)
Fertigarzneimittel
Wirkstoff
Besonderheit des Sprühsystems
erforderliche Kraft1 für die Abgabe eines zumindest grobdispersen Sprühstoßes
Calcitonin ratiopharm®
Nasenspray
Calcitonin
ca. 21 N
Calcitonin Sandoz® 100 I.E./
Sprühstoß Nasenspray
Calcitonin
Zählwerk für abgegebene Sprühstöße
ca. 37 N
Desmogalen® Spray
Desmopressinacetat
ca. 35 N
Desmogalen® o.K.
Desmopressinacetat
System ohne Einsaugen von Außenluft
ca. 33 N
Desmospray®
Desmopressinacetat
ca. 33 N
Karil® 200 I.E. Nasenspray
Calcitonin
Zählwerk für abgegebene Sprühstöße
ca. 37 N
Minirin® Nasenspray
Desmopressinacetat
ca. 32 N
Nocutil® 0,1 mg/ml-
Nasenspray
Desmopressinacetat
ca. 29 N
1 Bestimmung der erforderlichen Kraft mittels Zwick/Roell Material-Prüfmaschine Z2,5; Prüfgeschwindigkeit: 900 mm/min; Mittelwert aus je 10 Messungen an 2 Fläschchen eines Präparates (wir danken der Fa. Zwick GmbH & Co. KG, 89079 Ulm, für die Überlassung der Prüfmaschine); die Kraftbeträge dienen der Ableitung von Anwendungshinweisen und sind nicht zur Qualitätsbeurteilung der genannten Präparate geeignet.

Aufbrauchfristen beachten

Die entsprechende Arzneibuchmonographie nennt kein Zeitlimit für die Verwendbarkeit angebrochener Behältnisse von nasalen Zubereitungen. Jedoch haben insbesondere wässrige Rhinologika in knautschbaren Sprühfläschchen trotz Konservierung während der Anwendung ein relativ hohes mikrobielles Kontaminationsrisiko und damit eine kurze Aufrauchfrist. Der allgemeingültige Richtwert des Neuen Rezeptur-Formulariums DAC/NRF 2007 für solche Fläschchen beträgt 14 Tage, die Packungsbeilagen so verpackter Fertigarzneimittel benennen doppelt so lange Aufbrauchfristen, in Einzelfällen noch längere Zeitspannen. Für konservierte wässrige Zubereitungen in konventionellen Dosiersprühfläschchen mit ihrem vergleichsweise geringeren Kontaminationsrisiko wird ein NRF-Richtwert von sechs Monaten genannt. Diese oder kürzere Zeitspannen geben auch die Packungsbeilagen entsprechender Fertigarzneimittel an (Tab. 1).

Für unkonservierte Lösungen in den verschiedenen Sprühsystemen mit Luftfiltration genehmigte die Zulassungsbehörde Aufbrauchfristen zwischen einem und neun Monaten, wobei diese Bescheide teilweise in unterschiedlichen Jahren und damit bei unterschiedlichem mikrobiologischem Kenntnisstand über diese Systeme erlassen wurden. Für Sprühsysteme ohne Ansaugen von Außenluft wurden sechs und acht Wochen genehmigt.

Weitere allgemeine Hinweise

  • Bei der Anwendung aller Formen von Nasalia sind Richtlinien zur Hygiene zu beachten. So dürfen etwa Mehrdosenpackungen nur von einer Person benützt werden.
  • Generell ist auch zu beachten, dass die Sprühfläschchentypen mit Steigrohr nur funktionstüchtig sind, wenn das Rohrende in die Flüssigkeit taucht, sie also annähernd aufrecht gehalten werden. Sprühsysteme auf der Basis des Comod® -Systems können dagegen in beliebiger Position entleert werden, was etwa für liegende Patienten relevant sein kann.
  • Die in Form von Suspensionen vorliegenden Spraypräparate müssen unmittelbar vor jedem Gebrauch intensiv geschüttelt werden. Dieses kräftige Schütteln über mehrere Sekunden ist erforderlich, da die Viskosität dieser feindispersen Suspensionen durch Cellulose/-ester erhöht ist (Zubereitung mit thixotropen Eigenschaften).
  • Die Schutzkappe ist nach jeder Anwendung auf den Nasenapplikator wieder aufzusetzen.

Quelle


Kircher, W.: Arzneiformen richtig anwenden. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2007).


Anschrift des Verfassers

Wolfgang Kircher

St. Barbara-Apotheke

Hauptstraße 24

82380 Peißenberg
Apparatur zur Messung der Kraft die notwendig ist, um eine Sprühdosis aus dem Applikator freizusetzen. In Abhängigkeit vom eingesetzten Sprühsystem und von der Arzneimittelrezeptur kann diese stark variieren. Wird mit größerer Kraft und damit höherer Geschwindigkeit gedrückt, bildet sich ein Sprühstoß mit kleinerer, therapeutisch günstigerer Tröpfchengrößenverteilung.
Foto: Kircher

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