Prisma

Bewegung per Gedanken steuern

Ein Heidelberger Ingenieur hat Neuroprothesen entwickelt, die sich mittels schwacher Muskelanspannung oder über Gedankensignale im Kopf steuern lassen. Dadurch ergibt sich für Hoch-Querschnittsgelähmte die Option, ihre verlorene Greiffunktion teilweise wieder zu aktivieren und somit an Lebensqualität zu gewinnen.

Derzeit besteht die einzige Möglichkeit zur Wiederherstellung von Greifbewegungen bei Querschnittsgelähmten in der Anwendung von Neuroprothesen. Die Geräte aktivieren über kurze Stromimpulse noch intakte Nerven des gelähmten Arms und regen Muskeln zu unterschiedlich starken Kontraktionen an. Zielgerichtete Greifbewegungen sind jedoch nicht immer gewährleistet. Ein Ingenieur am Heidelberger Universitätsklinikum hat die bestehenden Systeme mit neuartigen Benutzerschnittstellen versehen und ein Gerätekonzept entwickelt, das entweder implantiert oder an der Oberfläche befestigt werden kann. Nach seinen Untersuchungen eignen sich elektrische Signale sehr schwacher Armmuskeln für die Kontrolle einer mehrkanaligen Stimulation, da Teile der noch intakten Bewegungskontrolle zur natürlichen Steuerung genutzt werden können und Patienten diese Art der Regulierung nicht umständlich einüben müssen. Außerdem lassen sich die in Folge einer Bewegungsvorstellung ableitbaren elektrischen Aktivitätsänderungen im Gehirn als Kontrollgrößen für Greifneuroprothesen verwenden. Auch wenn diese Gedankensteuerung noch sehr langsam und trainingsintensiv ist, könnte die Weiterentwicklung der Systeme Patienten mit schweren Querschnittlähmungen ein gewisses Maß an zielgenauer, selbständiger Bewegung ermöglichen, was die Lebensqualität wesentlich verbessert. war

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg, Nr. 184/2008

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