Prisma

Um die Ecke operieren

Fremdkörper oder ein Krebsgeschwür aus den feinen Verästelungen der Atemwege zu entfernen, stellt Chirurgen häufig vor das Problem, gleichzeitig den Eingriff vornehmen und den Patienten beatmen zu müssen. Mit einem neuen flexiblen Endoskop, Fibuskop genannt, könnten künftig minimalinvasive Operationen im Bereich der Atemwege durchgeführt werden, ohne dass der Brustkorb geöffnet werden muss.

Bisher gibt es nur zwei Optionen, um Eingriffe im Bereich von Lunge und Bronchien vorzunehmen: Herkömmliche starre Endoskope ermöglichen dem Patienten eine ausreichende Sauerstoffversorgung, schränken das chirurgische Arbeiten jedoch auf die "Geradeaus-Richtung" ein. Die Verwendung flexibler Endoskope gibt dem Chirurgen mehr Bewegungsfreiheit, schneidet allerdings den Patienten komplett von der Luftzufuhr ab, was je nach Gesundheitszustand nur für wenige Sekunden realisierbar ist. In diesem Fall ist meist die Eröffnung des Brustkorbs unerlässlich. Heidelberger Chirurgen stellten jetzt das neu entwickelte "Fibuskop" vor, mit dem große Atemwegsoperationen durch minimalinvasive Eingriffe ersetzt werden könnten. Die flexibel gebaute Kombination aus Fiberoptik, Tubus und Endoskop macht das gleichzeitige Beatmen, Beobachten und die Handhabung operativer Geräte möglich. Dazu sind in einem Schlauch sowohl optische Lichtleiter als auch mechanische Fasern zur Lenkung des Endteils integriert. Durch den frei gehaltenen inneren Bereich lassen sich Operationswerkzeuge einführen. Eine kleine Bedienungsfläche, ähnlich der eines Laptops, ermöglicht die einhändige Steuerung des neuen Endoskops.

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Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg, Nr. 147/2008

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