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Apotheker engagieren sich für die Organspende

BERLIN (ks). Derzeit warten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zufolge etwa 12.000 schwer kranke Deutsche auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben drei von ihnen, weil es nicht genug Spender gibt. Mit Unterstützung der Apotheken sollen nun im Rahmen der Aktion "Leben schenken" mehr Menschen dazu bewegt werden, einen Organspendeausweis auszufüllen.

Laut einer aktuellen Umfrage wären rund zwei Drittel der Deutschen ab 14 Jahren bereit, nach ihrem Ableben Organe zu spenden – doch die Zahl derjenigen, die ihren Willen in einem Organspendeausweis bekunden, sinkt. So war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 ein deutlicher Rückgang an Organspenden zu verzeichnen: Insgesamt haben 586 Menschen im ersten Halbjahr nach ihrem Tode Organe gespendet. Das sind 81 Spender weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Eine gemeinsame Aktion des Bundesgesundheitsministeriums, der DSO, des Wort & Bild Verlags und der Bundesapothekerkammer (BAK) soll diese Kluft zu überbrücken helfen. Dazu werden die Kundenzeitschriften "Apotheken Umschau" und "Baby und Familie" im Monat Oktober umfassend über das Thema Organspende informieren und zugleich insgesamt zehn Millionen Organspendeausweise über die deutschen Apotheken verteilen. DSO-Vorstand Dr. Thomas Beck hofft mit der am 22. September in Berlin präsentierten Aktion das "enorme Potenzial" der grundsätzlich zu einer Organspende bereiten Menschen zu wecken. Die Initiative des Wort & Bild Verlags, so Beck, habe hier Vorbildcharakter.

Persönliche Aufklärung in der Apotheke

BAK-Präsidentin Magdalene Linz betonte, dass sich die Apotheker gerne für die Organspende engagierten. Informationsbroschüren, Zeitschriftenartikel oder das Verteilen von Spenderausweisen über Kundenzeitschriften seien wichtige Schritte der Aufklärung über Organspende. "Am wichtigsten ist aber das persönliche Gespräch mit dem Apotheker. Mit viel Fingerspitzengefühl kann er individuell über Organspenden informieren und dafür werben", so Linz. Sie betonte, die 21.500 Apotheken, die täglich von rund vier Millionen Menschen besucht werden, seien mit ihrem niedrigschwelligen Gesundheitsangebot ein idealer Ort für Prävention und Gesundheitsaufklärung.

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