Arzneimittel und Therapie

Duloxetin bei generalisierten Angststörungen

Die Europäische Zulassungsbehörde hat dem selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin (Cymbalta®) die Zulassung in der Behandlung der generalisierten Angststörung erteilt. Duloxetin besitzt einen ähnlichen Wirkungsmechanismus wie das Antidepressivum Venlafaxin, erhöht also durch Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin die Konzentration dieser Neurotransmitter im zentralen Nervensystem.

Die empfohlene Startdosis beträgt für Patienten mit generalisierter Angststörung 30 mg Duloxetin einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei Patienten mit einem unzureichenden Ansprechen sollte die Dosis auf 60 mg erhöht werden, was der üblichen Erhaltungsdosis für die meisten Patienten entspricht. Für Patienten mit komorbiden depressiven Erkrankungen beträgt die Start- und Erhaltungsdosis 60 mg einmal täglich. Tagesdosen bis zu 120 mg haben sich als wirksam erwiesen und wurden hinsichtlich der Arzneimittelsicherheit in klinischen Studien untersucht.

Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

Duloxetin ist ein kombinierter Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Es zeigt eine geringe Wiederaufnahmehemmung von Dopamin ohne signifikante Affinität für histaminerge, dopaminerge, cholinerge und adrenerge Rezeptoren. Für Duloxetin liegen zum Einsatz bei Angststörungen inzwischen vier placebokontrollierte Akutstudien über neun bzw. zehn Wochen sowie eine Langzeitstudie über 26 Wochen zur Rückfallprävention vor. In den Akutstudien gingen die Angstsymptome auf der HAM-A-Skala unter Duloxetin 60 bis 120 mg/d signifikant deutlicher zurück als unter Placebo. Die Hamilton Anxiety Rating(HAM-A)-Skala zur Beurteilung der Symptomschwere bei Menschen mit Angststörungen misst unter anderem den Schweregrad von Symptomen wie Angst, Anspannung, depressive Stimmung, Herzklopfen, Ruhelosigkeit und anderen körperlichen Symptomen. Die häufigsten Nebenwirkungen in den Studien waren Übelkeit, Schwindel und Mundtrockenheit. Diese Effekte waren meist vorübergehend und führten nur selten zum Studienabbruch.

Angststörungen: Frauen sind häufiger betroffen

Zusammen mit Panikstörungen, sozialen oder spezifischen Phobien gehört die generalisierte Angststörung zu den häufigsten Angsterkrankungen, die Prävalenzraten bei Frauen sind etwa doppelt so hoch wie bei Männern. Die Symptome ähneln denen der anderen Angststörungen: Tachykardie, Zittern, Schweißausbrüche, Muskelanspannung oder Mundtrockenheit. Dazu kommen psychische Angstsymptome wie Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Menschen mit generalisierter Angststörung leiden über 50% des Tages unter Angstzuständen und übertriebenen Sorgen – ohne dass eine akute Gefahr oder eine Bedrohung vorliegt. Diese ständigen Sorgen und die körperlichen Beschwerden können das Sozialleben und die Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.


Die Zulassungserweiterung für die Behandlung der generalisierten Angststörung erhielt der selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin unter der Warenbezeichnung Cymbalta® Bisher war Cymbalta® zugelassen zur Behandlung von depressiven Episoden und zur Behandlung von Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie bei Erwachsenen. Für die Behandlung der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie steht Duloxetin seit Juli 2008 in Deutschland zusätzlich auch unter dem Handelsnamen Ariclaim® zur Verfügung. Unter dem Warenzeichen Yentreve® ist Duloxetin angezeigt zur Behandlung von Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Belastungsharninkontinenz.

Duloxetin wird in Deutschland gemeinsam von der Lilly Deutschland GmbH und Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG vertrieben.


Quelle

Fachinformation Cymbalta® Stand April 2008.

Informationen der Lilly Deutschland GmbH vom 25. August 2008.


ck

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