Aus Kammern und Verbänden

Apotheker als Kontrollinstanz

Der Workshop "Praxisrelevante Interaktionen – Kommunikation mit Arzt und Patient" von dpv und ADKA am 28. Juni in Köln gab den Apothekern Tipps, die Arzneimittelsicherheit zu verbessern.

Opfer eines besonders eklatanten Beispiels von Fehlkommunikation war eine fremdsprachige Patientin, die Alendronsäure vaginal angewendet hatte und deshalb Verätzungen im Intimbereich erlitt.

Pamela Reissner verdeutlichte an vielen Beispielen aus der Praxis, wie Kommunikation auf der Verstandesebene und der emotionalen Ebene funktioniert und wie man Fehlkommunikation vermeiden kann. Dann demonstrierte sie Strategien: Wie kann ich aktiv auf meinen Kommunikationspartner zugehen? Wie vermeide ich Fettnäpfchen? Wie kann ich den Arzt auf seine Seite bewegen?

Über das Thema "Wie erkenne ich die Praxisrelevanz einer Interaktion" referierte Martina Hahn, PharmD. Sie gab einen Überblick über die wichtigsten Interaktionen und die zugrundeliegenden Wirkmechanismen. Sie stellte eine Systematik zum Vorgehen bei Medikationsproblemen vor und legte dar, wann der Apotheker den Arzt verständigen sollte bzw. wann die eigene Beratung ausreicht. Dabei nannte sie Kriterien, um das Risiko für die Patienten abzuschätzen.

Im Vortrag von Elisabeth Thesing-Bleck lernten die Teilnehmer, wie sie den Patienten – oft mit viel Fingerspitzengefühl – verschiedene Medikationen erklären können und wie sie durch gezielte Gesprächsführung relevante Informationen von den Patienten erfragen, wenn diese ein Präparat zur Selbstmedikation verlangen: "Durch offene W-Fragen erhält man erstaunliche Antworten vom Patienten."

Fazit: Die Apotheker tragen eine große Verantwortung bei der Abgabe von Arzneimitteln, weil sie oftmals die letzte Kontrollinstanz zur Vermeidung von Medikationsfehlern sind.

Ein weiterer Workshop dieser Art findet am 25. Oktober 2008 in Mainz statt. Informationen bei: www.pharmazeutinnen.de, "Seminare".


Antonie Marqwardt

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