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Deutschland ist tollwutfrei

Seit mehr als zwei Jahren ist in Deutschland kein Tollwutfall mehr diagnostiziert worden. Damit erfüllt die Bundesrepublik die internationalen Kriterien der "Weltgesundheitsorganisation für Tiergesundheit" für die Tollwutfreiheit.

Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe mit Berufung auf den Tierarzt Conrad Freuling vom Friedrich-Loeffler-Institut für Infektionskrankheiten. Freuling zufolge ist der Erfolg auf die seit einem Vierteljahrhundert laufende Massenimpfung von Füchsen zurückzuführen. Wie er dem "Spiegel" sagte, wurden in diesem Mai zum letzten Mal Impfköder zur Bekämpfung der Viruserkrankung ausgelegt. Der Erfolg dieser Maßnahme konnte zuvor schon im Nachbarland Schweiz beobachtet werden. Sie gilt seit 1999 als tollwutfrei. Und auch in Österreich konnte man die Tollwut dank der Auslegung von Impfködern nahezu vollständig ausrotten.

Ganz gebannt ist das Risiko hierzulande – und auch in unseren Nachbarländern – dennoch nicht. So treten mit dem Tollwuterreger eng verwandte Viren weiterhin bei Fledermäusen auf. Bei den bei Fledermäusen vorkommenden Tollwuterregern handelt es sich um eigenständige Virustypen. Sie werden als European Bat Lyssavirus mit den Varianten 1 und 2 oder Europäisches Fledermaus-Tollwutvirus bezeichnet. In den Jahren 2005 bis 2007 wurden insgesamt 32 Fälle der Fledermaus-Krankheit in Deutschland erfasst. Dass die Insektenfresser Menschen anstecken, sei jedoch hierzulande äußerst selten.


ral

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