Prisma

Ergebnis in 20 Minuten

Kanadische Wissenschaftler arbeiten an einem HIV-Schnelltest, der schon nach 20 bis 40 Minuten ein sicheres Ergebnis liefern soll. Der Test beruht auf dem Nachweis von Antikörpern in der Mundflüssigkeit. In einer Studie mit über 1000 Frauen hat er sich bereits als ebenso verlässlich wie der herkömmliche Bluttest erwiesen.

Die Testung auf HIV erfolgt derzeit über Antikörper im Blut und erfordert einen Such- und einen Bestätigungstest. Die meisten Suchtests basieren auf dem Prinzip des ELISA (enzyme linked immuno sorbent assay) oder verwandter Testformate. Wenn das Ergebnis eines Suchtests positiv ist, muss es durch (mindestens) einen Bestätigungstest abgesichert werden. Hierfür ist in Deutschland ein Western-Blot- oder ein Immunfluoreszenz-Test vorgeschrieben. Bis ein Patient das Ergebnis eines derartigen Testverfahrens erhält, vergehen in der Regel mehrere Tage (je nach Laborwegen). Es gibt mittlerweile auch verschiedene Blut-Schnelltests, ihre Sensitivität gilt allerdings als umstritten. Ein rasches und gleichzeitig sicheres Ergebnis soll der nun in der Entwicklung befindliche Speichel-Test bieten. Er bestimmt HIV-Antikörper in der Flüssigkeit, die am Zahnfleisch abgesondert wird. Sie enthält ähnlich viele Antikörper wie Blutplasma und ist daher gut zur HIV-Bestimmung geeignet. Mit einem Stäbchen wird im Mund des Patienten eine Probe entnommen und anschließend in eine spezielle Lösung auf einem Teststreifen gegeben. Darin erfolgt ein Prozess, der auch Schwangerschaftstests zugrunde liegt, die sogenannte Immunochromatographie. Antikörper aus der Probe und Antigene auf dem Streifen binden aneinander, und nach 20 bis 40 Minuten erscheint – bei positivem Ergebnis – eine violette Linie auf dem Streifen. Insgesamt 1222 Frauen untersuchte ein Team um Nitika Pant Pai von der Universität Montreal über die neue und die alte Methode auf HIV – die Ergebnisse waren identisch. "Wir haben gezeigt, dass der Test bei allen Subtypen von HIV-1 und HIV-2 effizient ist", so ihr Fazit.


ral


Quelle: Pant Pai, N. et al.: PLoS Medicine, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1371/journal.pmed.0050092

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