Interpharm 2008

Lustpflaster für alle Frauen mit Libidoproblemen?

Dass sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen zunehmend ein Thema sind, hängt nicht zuletzt mit einem Testosteron-Pflaster zusammen, das im vergangenen Jahr zur Behandlung von Libidostörungen bei Frauen in der chirurgischen Menopause auf den Markt gekommen ist. Nach Ausführungen der Gynäkologin Dr. Anneliese Schwenkhagen aus Hamburg leiden jedoch nicht nur Frauen in der chirurgischen Menopause unter solchen Störungen. Sie sind auch für viele Frauen in der natürlichen Menopause ein Problem.

Sex ist ein schwieriges Geschäft und sexuelle Funktionsstörungen können unterschiedlichste Ursachen haben. Depressionen, Stress, Partnerprobleme, Erkrankungen, aber auch Medikamente können zu Lustlosigkeit und damit zu den entsprechenden Problemen beitragen.

Wenn die Lust nachlässt ...

Darüber hinaus spielen für Frauen hormonelle Veränderungen mit Beginn der Wechseljahre eine entscheidende Rolle. In dieser Zeit sinkt der Estrogenspiegel. Auswirkungen auf die sexuelle Funktion bleiben nicht aus. Die sexuelle Ansprechbarkeit nimmt ab, ebenso die Häufigkeit sexueller Kontakte und die Libido. Schmerzen beim Verkehr und partnerschaftliche Probleme nehmen zu. Wie solche Veränderungen in der Partnerschaft zu meistern sind, hängt entscheidend davon ab, wie die Beziehung vorher war und wie die Gefühle für den Partner sind. Ist auf dieser Ebene alles in Ordnung, wird man nach anderen Ursachen forschen und versuchen, diese auszuschalten. Bei Stresssituationen bietet sich ein besseres Zeitmanagement an, Depressionen können behandelt werden, wobei zu beachten ist, dass viele Antidepressiva ebenfalls zu sexuellen Funktionsstörungen führen können.

... können Hormone helfen

Erst ganz zum Schluss wird man, so Dr. Anneliese Schwenkhagen, auf Hormone zurückgreifen. Stehen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr im Vordergrund, dann sind lokale Estrogene hilfreich. Den Patientinnen muss jedoch klar gemacht werden, dass es sich dabei um eine Dauer- und nicht um eine Akuttherapie handelt. Der Abfall des Estrogenspiegels hat zwar Auswirkungen auf die sexuelle Ansprechbarkeit und führt zu Beschwerden beim Verkehr, ist aber für die Frequenz sexueller Aktivitäten nicht von Bedeutung. Neben Estrogenen haben auch Androgene Einfluss auf sexuelle Funktionen der Frau. Androgene werden bei Frauen in den Ovarien und der Nebennierenrinde gebildet. Mit Eintritt in die Wechseljahre ändert sich der Androgenspiegel zunächst nicht, da die Ovarien in der Postmenopause eine rückläufige Androgenproduktion durch die Nebennierenrinde kompensieren. Erst mit fortschreitendem Alter sinkt auch der Androgenspiegel langsam ab, Auswirkungen auf die sexuelle Funktion sind dann nicht mehr ausgeschlossen. Mit Problemen ist in jedem Fall zu rechnen, wenn die Ovarien entfernt werden mussten und in der Folge der Testosteronspiegel sinkt. Denn dann nehmen auch das sexuelle Verlangen, die sexuelle Erregung, die Befriedigung, die Häufigkeit sexueller Kontakte und damit nicht zuletzt die Zufriedenheit in der Partnerschaft ab. Mit einer Östrogensubstitution alleine lassen sich diese Probleme nur bedingt lösen. In solchen Fällen ist die zusätzliche Testosteronsubstitution Mittel der Wahl.

Testosteronpflaster mit Nischenindikation

Seit Februar 2007 steht ein Testosteronpflaster (Intrinsa®) zur Verfügung, das zur Behandlung von Libidoproblemen bei Frauen nach Entfernung von Gebärmutter und Ovarien zusammen mit einer Estradiol-Therapie zugelassen ist. (Frauen, die mit konjugierten equinen Estrogenen behandelt werden, sollten das Testosteronpflaster nicht anwenden, da konjugierte Estrogene zu einem Anstieg des Sexualhormon-bindenden Globulins führen.) Zulassungsrelevant waren zwei Studien von sechsmonatiger Dauer mit jeweils etwas mehr als 500 Frauen, denen die Eierstöcke entfernt worden waren. In diesen Studien stieg die Häufigkeit sexuell befriedigender Ereignisse unter Testosterongabe von drei pro Monat auf fünf pro Monat, in der Placebogruppe auf vier pro Monat. Dieser Effekt wird von Kritikern als gering eingestuft, in den Augen von Schwenkhagen ist dieses einmal Mehr im Monat für die Zufriedenheit der betroffenen Frauen und die Partnerschaft von ganz entscheidender Bedeutung. Mit der jetzt zugelassenen Indikation kann jedoch nur eine kleine Gruppe von der Testosteronbehandlung profitieren. Nach Ansicht von Schwenkhagen wäre es wünschenswert, wenn die Zulassung auch auf prä- und postmenopausale Frauen mit entsprechenden Problemen erweitert werden würde. Die zurzeit laufenden Studien seien erfolgversprechend. Allerdings ist Testosteron keine Wunderdroge und Fragen zur Toxizität sind noch nicht geklärt. Während die Kurzzeittoxizität nach Schwenkhagen kein Problem darstellen soll, fehlen Langzeitdaten beispielsweise zum Mammakarzinomrisiko. Es werden sowohl tumorprogressionsfördernde wie antiproliferative Effekte diskutiert. Die Datenlage sei unklar, so Schwenkhagen.


DER COOLIDGE-EFFEKT

oder Mr. und Mrs. President besuchen eine Hühnerfarm …

… und Mrs. Coolidge wundert sich, dass so viele Eier bei so wenigen Hähnen produziert werden können. Der Farmer erklärt stolz, dass seine Hähne ihre Pflicht dutzende Male pro Tag erfüllen würden, woraufhin ihn Mrs. Coolidge laut und vernehmlich aufforderte, dies doch auch Mr. Coolidge zu erklären. Der 30. Präsident der Vereinigten Staaten John Calvin Coolidge überhörte die Bemerkung und fragte den Farmer, ob jeder Hahn immer die gleiche Henne bedienen würde. Der Farmer erwiderte: "Nein, jedem Hahn stehen viele Hennen zur Verfügung." Woraufhin Mr. Coolidge den Farmer laut und vernehmlich aufforderte, dies doch Mrs. Coolidge zu erklären.


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