Feuilleton

Eine Chronologie und Bestandsaufnahme, nicht ganz frei von eigenen Erlebnissen

Von Hermann J. Roth


Ehret die Frauen! Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben,

meint Friedrich von Schiller in seinem Gedicht "Würde der Frauen".

Schön und gut, doch das ist bei Weitem nicht alles, was sie können!

In seinen Dramen hat er Frauen beschrieben, die weder auf Rosen gebettet waren, noch solche ins Leben geflochten haben und die man heute als Powerfrauen bezeichnen würde: Maria Stuart, Johanna von Orleans, Gertrud, Tells Gattin, um nur drei zu nennen.

Der Anlass

Bei der letzten Jahrestagung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, vom 10. bis 13. Oktober 2007 in Erlangen, fiel mir als aufmerksamem und interessiertem Hörer auf, dass die Anzahl der vortragenden Frauen und die der Männer in etwa gleich war. Außerdem war von der früher gelegentlich zu beobachtenden Schüchternheit oder gar Unsicherheit der weiblichen Redner nichts mehr zu spüren. Welch erfreuliche Entwicklung!

Die guten alten Zeiten

Doch das war nicht immer so.

Die erste Frau, die auf einer zentralen Veranstaltung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft 1936 in Dresden vortragen durfte , war die damalige Dozentin Dr. Ilse Esdorn (1897–1985). Sie studierte Pharmazie in Rostock, war Assistentin am Botanischen Institut der TH Braunschweig, promovierte 1924 an der Universität Kiel mit einer Dissertation über die Einwirkung von Röntgenstrahlen auf Pflanzen und habilitierte sich 1930 an der Universität Hamburg mit einer Arbeit über die Hartschaligkeit der Lupine. 1932 erhielt sie einen Lehrauftrag für Pharmakognosie, 1941 erfolgte ihre Ernennung zur außerplanmäßigen Professorin. Ihre wichtigste Publikation ist das 1961 erschienene Buch "Die Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen in der Weltwirtschaft". Wahrlich, für damalige Verhältnisse ein dynamisches, agiles und flexibles Leben einer botanisch-pharmazeutischen Wissenschaftlerin. Doch konnte man ("Mann") sich in Hamburg nicht dazu durchringen, sie mit einem Lehrstuhl oder durch die Ernennung zur ordentlichen Professorin zu entlohnen.


Anzahl der Professorinnen und Privatdozentinnen seit 1990 (Quelle: Pharmazeuten Kalender)
Semester
Prof.
Priv.-Doz.
WS 1990/91
3
2
WS 1991/92
2
2
WS 1992/93
3
6
WS 1993/94
5
6
WS 1994/95
5
7
WS 1995/96
9
2
WS 1996/97
8
1
WS 1997/98
17
1
WS 1998/99
21
0
WS 1999/2000
22
1
WS 2000/01
22
2
WS 2001/02
22
3
WS 2002/03
25
3
WS 2003/04
25
4
WS 2004/05
23
4
WS 2005/06
25
6
WS 2006/07
32
6
WS 2007/08
35
5

Die erste Frau, die sich 1953 in der Bundesrepublik für das Fach Pharmazeutische Technologie mit einer Arbeit über "Pflanzliche Lipasen" habilitierte , war Elsa Ullmann (geb. 1911 in Potsdam). Sie promovierte 1941 an der Universität Tübingen mit einer Dissertation zum Thema "Untersuchungen über die Lipasen höherer Pflanzen". Am Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie in München baute sie die Abteilung für Pharmazeutische Technologie auf und wurde 1956 Vorstand dieser Einrichtung, 1961 erfolgte die Ernennung zur außerplanmäßigen Professorin, 1964 erhielt sie die Rechte einer außerordentlichen Professorin und 1977 wurde sie mit der Wahrnehmung der Pflichten des Lehrstuhls für Pharmazeutische Technologie am vorgenannten Institut beauftragt. Warum nur beauftragt?

Als ich im Herbst 1965 auf einen Lehrstuhl für Pharmazie an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn berufen wurde, war kurz zuvor Frau Professor Dr. Melanie Rink im Alter von 51 Jahren verstorben. Sie habilitierte sich 1954 als erste Frau in Deutschland für Pharmazeutische Chemie , wurde 1960 zur außerplanmäßigen Professorin ernannt und leitete von 1963 an bis zu ihrem frühen Tod 1965 die Abteilung für Arzneimittelprüfung am Pharmazeutischen Institut.

Sie war die sogenannte rechte Hand des ordentlichen Professors und Institutsdirektors Dr. Karl Winterfeld, der nach seiner Emeritierung in Amt und Würden durch Professor Dr. Felix Zymalkowski abgelöst wurde. Unter Zymalkowski wuchs ihre Selbstständigkeit, die sie leider nur wenige Jahre genießen konnte. In diesem Fall hat die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Bonn versäumt, sie verdientermaßen zur ordentlichen Professorin zu ernennen.

Aber warum erzähle ich das? Sie war damals eine von nur drei Pharmazieprofessorinnen in deutschen Landen! Dieser Befund stand in krassem Gegensatz zu der bekannten Tatsache der zahlenmäßigen Überlegenheit weiblicher Pharmaziestudierender gegenüber ihren männlichen Leidensgenossen.

Doch die "guten alten Zeiten" haben sich gebessert und zwar drastisch. Heute sind es – Sie sollten die folgende Zeile verdecken und raten – genau 35 Professorinnen pharmazeutischer Disziplinen. Dazu kommen noch fünf Privatdozentinnen und ein paar Juniorprofessorinnen mit Aussichten, "Profs" zu werden. Hier eine Bestandsaufnahme, die nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet wurde. Sollte eine Leserin dieser Abhandlung einen Fehler oder eine Lücke entdecken, so bitte ich um Nachsicht und Nachricht.

Die Universitäten Erlangen, Jena und Regensburg können im Bereich Pharmazie bis heute noch nicht mit Frauen glänzen.


Powerfrauen an deutschen Universitäten – Bestandsaufnahme (Stand WS 2007/2008)
Professorinnen der Pharmazie
Berlin, FU
Pharmakologie
Monika Schäfer-Korting
Institut für Klinische Pharmakologie
Marion Schäfer
Bonn
Pharmazeutische Chemie
Christa E. Müller
Pharmazeutische Biologie
Gabriele König
Evi Kostenis
Braunschweig
Pharmazeutische Technologie
Christel Müller-Goymann
Heike Bunjes
Pharmazeutische Biologie
Ute Wittstock
Geschichte der Pharmazie
Bettina Wahrig
Düsseldorf
Klinische Pharmazie
Stephanie Läer
Pharmakologie
Regine Kahl
Frankfurt
Pharmazeutische Technologie
Jennifer Dressman
Freiburg
Pharmazeutische Technologie
Regine Peschka-Süss
Pharmazeutische Biologie
Irmgard Merfort
Greifswald
Pharmazeutische Biologie
Ulrike Lindequist
Halle
Pharmazeutische Chemie
Andrea Sinz
Klinische Pharmazie
Charlotte Kloft
Pharmazeutische Biologie
Beate Diettrich
Birgit Dräger
Hamburg
Pharmazeutische Biologie
Elisabeth Stahl-Biskup
Pharmazeutische Technologie
Claudia Leopold
Heidelberg
Bioinformatik
Ulrike Müller
Kiel
Pharmazeutische Biologie
Susanne Alban
Leipzig
Pharmakologie
Karen Nieber
Pharmazeutische Technologie
Michaela Schulz-Siegmund
Mainz
Klinische Pharmazie
Irene Krämer
Marburg
Pharmazeutische Chemie
Barbara Sickmüller
Pharmazeutische Biologie
Maike Petersen
München
Pharmazeutische Biologie
Angelika Vollmar
Münster
Pharmazeutische Chemie
Susanne Klumpp
Saarbrücken
Pharmazeutische Biologie
Alexandra Kiemer
Tübingen
Pharmakologie
Gisela Drews
Würzburg
Pharmazeutische Chemie
Ulrike Holzgrabe
Petra Högger
Tanja Schirmeister
Privatdozentinnen der Pharmazie
Bonn
Pharmazeutische Chemie
Daniela Gündisch
Greifswald
Pharmazeutische Biotechnologie
Sabine Mundt
Halle
Pharmazeutische Technologie
Katharina Picker-Freyer
Pharmakologie
Eva Krause
Kiel
Pharmazeutische Biologie
Birgit Classen

Statistik

Zählt man die Professorinnen und Privatdozentinnen zusammen, so ergibt sich die folgende Fächer-Statistik:

  • Pharmazeutische Biologie 13
  • Pharmazeutische Chemie 10
  • Pharmazeutische Technologie 7
  • Pharmakologie 5
  • Klinische Pharmazie 2
  • Sonstige 4

In der folgenden Abbildung ist das Anwachsen der Stellen für Professorinnen und Privatdozentinnen in den letzten 18 Jahren an deutschen Hochschulen grafisch dargestellt.

Kurze, verbale Porträts mit Bild

Hier werden (in alphabetischer Reihenfolge) kurze Lebensläufe der Powerfrauen publiziert. Meinem Wunsch, den Umfang auf eine halbe Schreibmaschinenseite zu beschränken, konnte aufgrund der Datenfülle nur in wenigen Fällen entsprochen werden. Ich habe mir erlaubt, hie und da etwas zu kürzen und zu vereinheitlichen, gleichzeitig jedoch von der Langeweile stereotyper Aussagen etwas Abstand zu gewinnen. Auch besteht keine Äquivalenz zwischen der Länge eines Beitrags und dessen Inhalt.

Das Urteil des Paris

Paris, ein Hirte auf dem Berge Ida, hatte ein kleines Problem. Er wurde zum Schiedsrichter erkoren und sollte den Streit zwischen den Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite schlichten, welche von ihnen die Schönste sei. Er entschied sich für Aphrodite, was ihm letzten Endes nicht gut bekommen ist. Hätte er sich für eine andere Göttin entschieden – auch das hätte ihm nachträglich Schwierigkeiten bereitet.

Wenn nun die Leserinnen und Leser dieser Abhandlung von mir, dem in diesem Fall etwas leichtfertigen Autor verlangen würden, er solle entscheiden, wer von den "aufgeführten" Pharmazeutinnen die powervollste sei oder welche das beste verbale Selbstportrait geliefert hat, dann stünde ich vor einem großen Problem. Ich würde es lösen nach dem spanischen Grundsatz no es mejor, no es peior, es diferente und erwidern: Keine ist besser, keine ist schlechter, sie sind nur verschieden.

Blick über die Grenzen

Ähnliche Entwicklungen dürften in Österreich und in der Schweiz zu beobachten sein. Vielleicht findet sich ein Pharmaziehistoriker, der sich um einen zusammenfassenden Überblick bemüht, das wäre doch interessanter, als über das 100. Apothekenjubiläum oder das 1000. antike Standgefäß zu berichten.

Sicher wäre es auch reizvoll, mit der Frauensituation an Pharmazeutischen Instituten anderer europäischer Länder zu vergleichen. Auch das wäre ein Thema für den Historiker.

In außereuropäischen Ländern sind die Verhältnisse sehr unterschiedlich und abhängig von politischen, finanziellen oder rassistischen Gegebenheiten. Es macht also wenig Sinn, mit deutschen Verhältnissen zu vergleichen.

Doch eine Ausnahme zu nennen, sei mir gestattet. Im Oktober 1995 war ich eingeladen, einen Festvortrag anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Pharmazeutischen Fakultät an der EHWA-Frauenuniversität in Seoul zu halten.

Es war zugleich die 100-Jahrfeier dieser Elite-Universität, die 1895 von einer vermögenden Unternehmerwitwe mit der Maßgabe gestiftet wurde, an dieser Alma Mater nur Frauen studieren zu lassen. Sie hatte sich darüber geärgert, dass an den koreanischen Universitäten damals Frauen nur ausnahmsweise zum Studium zugelassen wurden. Heute zählt alleine die Pharmazeutische Fakultät der EHWA rund 3000 (in Worten dreitausend) Studentinnen. Wie schon erwähnt, mit deutschen Verhältnissen nicht vergleichbar.

Notabene. Erst vor 100 Jahren (1908) wurde in Deutschland – zunächst in Preußen – die Mädchenschulreform durchgeführt, die den Frauen das Recht zu einem akademischen Studium gab. Etwas spät, wenn man mit koreanischen Verhältnissen vergleicht!

Frauen in der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft

1905 wurde auf einer Hauptversammlung der DPhG heftig und kontrovers darüber diskutiert, ob auch Frauen Mitglieder der Gesellschaft werden könnten.

Man kam zu der Auffassung … "so kann auch Damen, welche diese Bedingungen erfüllen, der Eintritt in die Gesellschaft nicht verwehrt werden". Es dauerte dann aber noch 15 Jahre, bis 1920 die erste Frau Aufnahme in die DPhG fand. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft nur aus männlichen Mitgliedern.


Stand vom
Mitglieder insgesamt
davon Frauen
%
04.12.2004
7 761
3 926
50,6
04.12.2005
8 171
4 189
51,3
04.12.2006
8 577
4 529
52,8
04.12.2007
8 906
4 820
54,1

Oder sollte man besser sagen "aus nur männlichen Mitgliedern"? Umso erfreulicher ist die Entwicklung der letzten Jahre:

1972 wollte der Deutsche Akademikerinnenverband wissen, ob Frauen Mitglieder des Vorstandes der DPhG seien. Die Frage musste verneint werden. Lediglich in den Vorständen einiger Landesgruppen gab es auch Frauen. 1978 wurde endlich eine Frau Vorsitzende einer Landesgruppe. Es war in Bayern – wo die Uhren offensichtlich etwas schneller ticken – und es war Frau Prof. Dr. Elsa Ullmann.

Mit etwas Stolz darf ich erwähnen, dass zu Beginn meiner Funktion als Präsident der DPhG (1978 bis 1981) als erste Frau Dr. Susanne Boy aus Mannheim zur Schatzmeisterin gewählt wurde.

Und wie ist es heute bestellt um die Position der Frauen im Vorstand des Dachverbandes? Erfreulich, sogar sehr erfreulich. Im Vierjahresturnus 2004–2007 war Frau Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe die erste Präsidentin. Ab 1. Januar 2008 ist zwar die Präsidentin wieder durch einen Präsidenten ersetzt, jedoch kann sich die DPhG erstmals über die Wahl von gleich drei Vizepräsidentinnen freuen:

  • für den Bereich Offizinpharmazie Frau Dr. Anke Ritter, Arnstadt,
  • für den Bereich Hochschule Frau Prof. Dr. Susanne Alban, Kiel,
  • für den Bereich Industriepharmazie Frau Dr. Petra Schoettler, München.

Besondere Positionen von Pharmazeutinnen in wissenschaftlichen Gremien

In den letzten Jahren hat man erkannt, dass Frauen bestens geeignet sind, nicht nur für Führungs- und Verwaltungspositionen an den Universitäten sondern darüber hinaus ebenso, um verantwortungsvolle Positionen in wissenschaftlichen Gremien zu übernehmen. Wer die kurzen Lebensläufe unserer Powerfrauen aufmerksam liest, findet dort Instituts-Direktorinnen, Prorektorinnen, eine Vizepräsidentin, Dekaninnen, Vorsitzende Wissenschaftlicher Beiräte von Bundesbehörden, ein Mitglied im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Fachgutachterinnen der DFG, Organisatorinnen von Symposien und Kongressen, Mitglieder in Herausgebergremien wissenschaftlicher Bücher und Zeitschriften, ein Mitglied in der Arzneibuchkommission und Frauen in weiteren verantwortungsvollen hochkarätigen in- und ausländischen Positionen.

Auch in anderen Bereichen, wie Apothekerkammern und Verbänden oder der Organisation von Fortbildungsveranstaltungen, "stehen Frauen ihren Mann". Darüber zu reflektieren sei Anderen vorbehalten. Ich will mich auf den wissenschaftlichen Umkreis beschränken. Doch wenn von Umkreis die Rede ist, sollte man auch die PTA-Schulen nicht vergessen, wo zwar im Allgemeinen keine Forschung betrieben, aber hochwertige Lehre geboten wird. Nennen möchte ich hier, stellvertretend für alle anderen Powerfrauen dieses Bereiches, Frau Dr. Gisela Wurm. Als ehemalige Leiterin der PTA-Schule in Gelsenkirchen hat sie eine musterhafte Lehranstalt aufgebaut. Als Fortbildungsbeauftragte der Kammer scheute sie sich nie, die besten und prominentesten Redner zu verpflichten, bis hin zu einem Nobelpreisträger wie Manfred Eigen.

"Powerfrauen"

Einige Bemerkungen zur Resonanz auf meine Bitte an die verehrten Kolleginnen, eine kurze Selbstdarstellung mit Bild zu liefern, scheinen mir ebenso interessant zu sein, wie der Versuch den Begriff "Powerfrauen" zu definieren.

Die Resonanz war powervoll. Die Idee, die Initiative, der Plan, das Projekt seien begrüßenswert, sehr gut, toll, ganz toll bis großartig.

"Es schmeichelt mir, als Powerfrau (P) dargestellt zu werden."

"Besten Dank, dass Sie auch mich zu den P. zählen."

"Die Bezeichnung als P. ehrt mich sehr."

"Ich habe mich sehr darüber gefreut."

"Ich finde es wunderbar, dass Sie über Pharmazeutische P. schreiben."

"Herzlichen Dank, dass Sie sich die Mühe machen, die Damen der Pharmazie vorzustellen"

"Auch wenn ich mich nicht als P. betrachte, möchte ich Ihr Projekt gerne unterstützen."

"Ihr Wunsch ist mir Befehl."

Aber auch eine kritische Bemerkung ging ein: "Ihre Initiative finde ich sehr gut, nur denke ich manchmal, dass das Powerfrauendasein auch seine Schattenseiten hat. Erschreckend finde ich, wie viele dieser P. Singles, getrennt oder geschieden sind, d. h. das P-Dasein hat definitiv seinen Preis".

Nun aber zum Begriff Powerfrau .

Wenn der brave Mann auf der Straße nach Powerfrauen gefragt wird, so nennt er vielleicht die Boxweltmeisterin Regina Halmich, oder die erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten, die Kanutin Birgit Fischer, die bei sechs Olympia-Starts acht Goldmedaillen gewann, oder die Biathletin Magdalena Neuner als weiblichen Shooting-Star, die Supersängerinnen Anna Netrebko und Elina Garanca oder die Politikerinnen Angela Merkel und Hillary Clinton.

Doch mit Sportlerinnen, Sängerinnen und Politikerinnen ist weder der Begriff Powerfrauen definiert, noch sind alle Bereiche umrissen, in welchen sie aktiv sind. Das würde sich auch nicht ändern, wenn wir Superwissenschaftlerinnen wie Marie Curie oder Lise Meitner hinzufügten.

Um endlich zu erfahren, was Powerfrauen sind, lesen wir die Definitionen von zwei Frauen, die selbst in der Öffentlichkeit als solche dargestellt werden.

Nelly Kostadinova (Inhaberin und Geschäftsführerin der Lingua World GmbH): Powerfrau? Das ist jede Frau, die sich etwas traut.

Monika Piel (WDR-Intendantin): Jede Frau, die sich Herausforderungen stellt und Verantwortung übernimmt, ist auf ihre Art eine P.

Dazu passt die Bemerkung einer der angeschriebenen Kolleginnen: P. sind solche, weil sie vielfältige Aufgaben wahrnehmen.

Zum Thema Frauenquote

Einige der Powerfrauen würde es interessieren, wo ich die wichtigsten Gründe für die gleichbleibend schlechte Frauenquote bei der Vergabe von Professuren sehe und mit welcher Rezeptur man zur Überwindung dieses Missstandes beitragen könnte. Dazu muss zunächst festgestellt werden, dass bei Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen gar keine Frauenquote existiert. Lediglich im Gleichstellungsgesetz für den öffentlichen Dienst ist eine relative Quotenregelung enthalten.

Man ist der Meinung, dass Frauen, die über eine Quote berufen sind, nicht ernst genommen werden, dass ihnen ein "Gerüchle" anhaften würde, auch wenn sie selbst hochqualifiziert sind. In der Politik hat die Quotenregelung allerdings gefruchtet. Die Grünen beschlossen einmal, dass mindestens die Hälfte aller Ämter weiblich zu besetzen sind und hatten in ihren eigenen Reihen damit großen Erfolg.

Nachdem die Frauen sich mit großer Anstrengung das Recht erkämpft hatten, überhaupt an einer Universität studieren zu dürfen, ist leider auch davon auszugehen, dass es vergleichsweise lange dauern wird, bis die Gleichberechtigung in Lehre und Forschung vollzogen ist. Warum bleiben bis heute nur wenige Frauen nach ihrem Examen an den Hochschulen in der Wissen-schaft und wie kann man Abhilfe schaffen? Mehr und bessere ganztägige Kinderbetreuung ist die beste Frauenförderung. Ein gewisser Beitrag zur Besserung wird auch durch den Exzellentwettbewerb geleistet, wobei die Hochschulen gezwungen werden, Selbstverpflichtungen zur Frauenförderung zu vereinbaren, "sonst gebe es kein Geld".

Bisher mangelt es auch am Willen und der Zügigkeit bei der Umsetzung der Frauenquote. Doch das ist nicht hochschulspezifisch. Warum werden in der Wirtschaft und Verwaltung Frauen für die gleiche Leistung heute immer noch schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen?


Verhältnis Professoren zu Professorinnen in den Pharmazeutischen Fächern an deutschen Hochschulen*
Universität
+
%
Berlin
10
2
20
Bonn
8
3
37,5
Braunschweig
7
4
57,1
Düsseldorf
11
2
18,2
Erlangen
6
0
0
Frankfurt
9
1
11,1
Freiburg
5
2
40
Greifswald
4
1
25
Halle
8
4
50
Hamburg
3
2
66,7
Heidelberg
7
1
14,3
Jena
5
0
0
Kiel
8
1
12,5
Leipzig
3
2
66,7
Mainz
8
1
12,5
Marburg
14
2
14,3
München
7
1
14,3
Münster
7
1
14,3
Regensburg
11
0
0
Saarbrücken
4
1
25
Tübingen
6
1
16,7
Würzburg
8
3
37,5
* Emeritierte Professoren und Professoren im Ruhestand sowie Professoren aus Medizinischen Fakultäten, die Dienstleistungen erbringen, wurden nicht mitgezählt

Die Antwort "Frauenpower macht Männer sauer" wäre zu simpel, obwohl diese Einstellung bei einigen männlichen Kollegen immer noch wahrzunehmen ist. Vielleicht kommt eine unterbewusste und verspätete Revanche an einem frühgeschichtlichen Matriarchat zur Geltung.

In Deutschland sind nur 18 Prozent aller Professoren weiblich und nur 8 Prozent der Lehrstühle (heute müsste man C4-Stellen sagen) mit Frauen besetzt (Stand 2006).

Und wie sieht es zum Vergleich im Bereich der wissenschaftlichen Pharmazie aus?

"Schaun wir mal" (würde Beckenbauer sagen) uns die Verhältnisse an den Deutschen Universitäten an.

Kommentar: Die oft von den Mammutfächern Chemie, Physik und Biologie etwas belächelten und zur Seite gedrängten Pharmazeuten nehmen, was die Umsetzung der weltweiten Forderung "Mehr Frauen in die oberen Etagen!" anbelangt, d. h. hier mehr Professorinnen, eine hervorragende und beispielhafte Position ein. Im Schnitt sind 26,6 Prozent der Pharmazeutischen Professorenschaft Frauen (gegenüber 18%) und der Prozentsatz an C4-Professorinnen liegt bei 31,4%, bezogen auf die Gesamtzahl an Professorinnen. Das ist ebenso erstaunlich wie die Vielseitigkeit der Forschungsthemen, mit denen die Pharmazeutischen Wissenschaftlerinnen Beiträge zur besseren Kenntnis des Arzneimittelschicksals und damit zu einem Fortschritt in der medikamentösen Therapie leisten.

Auch musisch begabt

Zum Abschluss soll auch die musische Seite unserer P. Erwähnung finden. Es darf festgehalten werden, dass von den gepriesenen Kolleginnen über 20% ein Musikinstrument spielen oder als Chorsängerinnen aktiv sind. Wenn ihre Anzahl auch nicht reicht, um einen respektablen Chor zusammenzustellen, so wäre es den Pharmazeutischen Instrumentalistinnen in der Tat möglich, praktisch alle Triosonaten (von Bach, Bachs Söhnen, Telemann, den Hofmusikern Friedrichs II., Quantz, Graun und Benda) des 18. Jahrhunderts "zur Belustigung großer Fürsten und Herrn, zur Unterhaltung vornehmer Gäste, bey herrlichen Mahlzeiten" zu spielen. Sogar das Quartett für Klavier, Querflöte, Violine und Cello von Johann Nepomuk Hummel könnte von ihnen aufgeführt werden, nicht zu schweigen von verschiedenen Musikstücken zu vier Händen oder für zwei Klaviere.


Verfasser

(ehemals Frauenbeauftragter der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität Tübingen)

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. Hermann J. Roth
Friedrich-Naumann-Str. 33, 76187 Karlsruhe
www.h-roth-kunst.com

info@h-roth-kunst.com





Porträts der Powerfrauen

Susanne Alban. Von Saarlouis aus, einer Stadt, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde, aber 1964, als sie dort geboren wurde, schon wieder aufgebaut war, hat sie das berufliche Schicksal nach Kiel verschlagen, wo sie derzeit Direktorin des Pharmazeutischen Instituts der Universität ist. Dazwischen liegen 1993 die Promotion in Regensburg mit der Dissertation "Synthese und physiologische Testung neuartiger Heparinoide" (Leitung G. Franz), der "Kulturpreis Ostbayern" (1994), Post-doc-Aufenthalte 1994 und 1996 an der Loyola University Medical Center in Chicago, der "Bayerische Habilitations-Förderpreis 1996" und die Habilitation 1999 für das Fach "Pharmazeutische Biologie" mit der Arbeit "Von sulfatierten Polysacchariden zu neuen potentiellen Arzneistoffen". Seit 2002 ist sie C3-Professorin für Pharmazeutische Biologie in Kiel.

In ihrer interdisziplinären Forschung sind "Zucker" das verbindende Element. In den verschiedenen Projekten geht es einerseits um Themen der Grundlagenforschung (Wirkstoffentwicklung, mechanistisches Netzwerk "Inflammation – Hämostase – Tumormetastasierung"), andererseits um Praxis-orientierte pharmazeutische und medizinisch-hämostaseologische Fragestellungen.

Das Engagement in zahlreichen staatlichen, wissenschaftlichen und auch medizinischen Gremien und die Mitgliedschaft im Herausgeberbeirat mehrerer Journale sowie die Organisation von Symposien und Kongressen betrachtet sie als interessante Erfahrungen, aber auch als einen beachtlichen "Zeitfresser".

Sofern es die Zeit erlaubt, wird täglich eine Runde Sport angestrebt. Freude bereiten ihr das Lesen eines guten Buches, der Besuch einer Kunstausstellung oder das Erlebnis eines Konzerts.


Heike Bunjes, als Hanseatin 1967 in Bremen geboren, promovierte 1998 in Jena über die "Einflussnahme unterschiedlicher Faktoren auf Struktur und Eigenschaften von Nanopartikeln aus festen Triglyceriden" (Betreuung K. Westesen). Juniorprofessorin wurde sie 2005 am Jenaer Institut für Pharmazie, seit Wintersemester 2006/2007 ist sie Professorin für Pharmazeutische Technologie an der TU Braunschweig.

Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich nanopartikulärer und nanostrukturierter Arzneistoffträgersysteme auf Lipidbasis, insbesondere im Hinblick auf deren Nutzung für die Applikation schwer wasserlöslicher Wirkstoffe.

Durch physikalisch-chemische Charakterisierung, Wirkstofffreisetzungsuntersuchungen und das Studium der Wechselwirkungen von Partikeln mit physiologischen Flüssigkeiten und Zellkulturmodellen kommt sie Struktur-Funktionsbeziehungen in ihren Systemen auf die Spur.

In ihrer Freizeit ist sie gerne in der Natur unterwegs und musiziert zudem ein wenig.


Beate Diettrich, neben zahlreichen dienstlichen und außerdienstlichen Aufgaben auch Essay-Autorin im online-Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, wurde 1954 in Lichtenstein/Sachsen geboren, promovierte 1979 an der Universität Halle-Wittenberg mit einer Arbeit zum Thema "Protoplasten von Digitalis purpurea – Herstellung, Charakterisierung, Verklonung" (Leitung M. Luckner). Sie habilitierte sich 1986 an derselben Universität mit der Arbeit "Kardenolidbildung und Morphogenese in Gewebekulturen von Digitalis lanata". 1987 wurde ihr die "Facultas docendi" verliehen; 1988 erfolgte die Ernennung zur Dozentin für das Fach Pharmazeutische Biologie. Das Jahr 1989 begann mit einem Studienaufenthalt am Institut für Pflanzenphysiologie der Universität Zürich in der Arbeitsgruppe P. Matile. 1991 arbeitete sie im Arbeitskreis von E. C. Cocking an der Uni in Nottingham. 1993 wurde sie als Professorin für "Zellkulturtechnik" an die Universität Halle-Wittenberg berufen.

Zu ihren Hobbys gehören Literatur und Reisen.


Birgit Dräger. Wesentliche Stationen ihrer Vita sind Hopsten, Kreis Steinfurt, wo sie geboren wurde, die Uni Münster, wo 1986 im Fachbereich Biologie unter Leitung von W. Barz die Promotion mit einer Arbeit über photoautotrophe und photoheterotrophe Zellkulturen erfolgte, und das Institute of Cell and Tissue Culture, Universität Kyoto, wo sie bis 1989 als Postdoc bei Yasuyuki Yamada arbeitete. Die Habilitation für Pharmazeutische Biologie über Enzyme und Produkte der Tropinonreduktion fand 1996 in Münster statt. Seitdem ist sie am Institut für Pharmazie der Uni Halle Professorin für Biogene Arzneistoffe. Themen ihrer Forschung sind Calystegine, weit verbreitete Tropanalkaloide, Wirkstoffe aus Pflanzen wie Antioxidantien und Phytoestrogene. Die dazu notwendigen Methoden sind vielseitig: DNA- und RNA-Isolierung, PCR, cDNA-Klonierung, Proteinexpression, Proteinreinigung, Enzymkinetik, Protein-Immunomarkierung, Gaschromatographie, HPLC, Massenspektrometrie.

Als Kontrastprogramm wären Lyrik und Prosa, Theater, Kabarett und Kino zu nennen.


Jennifer B. Dressman. Sie stammt aus Australien, wurde in Horsham geboren, studierte Pharmazie am Victorian College of Pharmacy und promovierte an der Universität Kansas unter der Leitung von Takeru Higuchi, bevor sie von 1980 bis 1983 bei Burroughs Wellcome und Merck & Co. als Senior Scientist tätig war. 1983 erfolgte ein Ruf als Assistent Professor an die Universität Michigan, wo sie von 1989 bis 1994 als Associate Professor tätig war.

Seit 1994 ist sie C 3-Professor für Pharmazeutische Technologie an der Universität Frankfurt. Der Arbeitskreis Dressman beschäftigt sich mit der Entwicklung aussagekräftiger Testmodelle, um die Resorption peroral applizierter Arzneistoffe im Gastrointestinaltrakt, basierend auf physiologischen und arzneiformbezogenen Gegebenheiten, vorauszusagen.

Ihre Freizeit verbringt sie sehr gerne mit ihrer Familie (Tochter Anna-Lena ist mittlerweile neun Jahre alt), liest gerne Bücher und besucht die Oper und klassische Konzerte.


Gisela Drews. Die wissenschaftliche Arbeit begann mit Studien zum Salztransport an Epithelien und wurde weitergeführt mit Arbeiten zur Regulation der Nervenerregung. 1986 hat die Diabetologie Frau Drews in ihren Bann gezogen, und seitdem ist die Faszination an der Funktion der Insulin-sezernierenden Zellen erhalten geblieben.

Geboren ist sie 1956 in Ebern, promoviert wurde sie 1985 in Berlin mit "Untersuchungen zur osmoregulatorischen Fähigkeit und zur Salzaufnahme über das Kiemenepithel von Uca tangeri" am Institut für Tierphysiologie (Leitung K. Graszynski). Die Habilitation erfolgte 1992 in Homburg (Med. Fakultät der Universität des Saarlandes) in Humanphysiologie mit der Arbeit "Zur Kontrolle der Funktion der B-Zellen des Mäusepankreas durch Hormone und Neuropeptide". Seit 1995 ist sie Professorin für Pharmakologie am Pharmazeutischen Institut in Tübingen.

Die wissenschaftliche Arbeit wurde und wird durch zahlreiche Drittmittelförderungen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (SFB und Einzelanträge, Auslandsstipendium und Heisenberg-Stipendium), die Deutsche Diabetesgesellschaft und die Deutsche Diabetes-Stiftung unterstützt.

Außeruniversitär liest und wandert sie gerne und schätzt die Kultur und Küche Frankreichs.


Petra Högger. Geboren 1964 in Lippstadt, wurde sie 1992 an der Universität Münster mit der Dissertation "Überprüfung biochemischer Streßparameter als Indikatoren für die experimentelle Algesimetrie" unter Leitung von P. Rohdewald promoviert. Ein DFG-Stipendium ermöglichte ihr einen 18-monatigen Forschungsaufenthalt an der University of California, San Francisco, in der Arbeitsgruppe von W. Sadée, wo sie sich mit molekularbiologischen Untersuchungen am Muskarinrezeptor befasste. Die Habilitation erfolgte 2000 in Münster mit der Arbeit "Molekulare und klinische Aspekte der Glucocorticoidwirkung". Im gleichen Jahr nahm sie einen Ruf auf eine C3-Professur für Pharmazeutische Chemie an der Universität Würzburg an. Seitdem vertritt sie dort neben der Klinischen Chemie schwerpunktmäßig die Klinische Pharmazie in der Lehre.

Ihr Forschungsgebiet ist die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik inhalativ verabreichter Arzneistoffe und aktiver Komponenten in antiinflammatorisch wirksamen Pflanzenextrakten.


Ulrike Holzgrabe hat als erste Präsidentin der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft eine bisherige Männerbastion erobert und "deutlich gemacht" – wie unsere Politiker so gerne sagen –, dass auch Frauen "ihren Mann stehen können", wenn es um die Führung einer wissenschaftlichen Gesellschaft geht.

Geboren wurde sie 1956 in Wuppertal. Als Diplom-Chemikerin und Apothekerin promovierte sie 1983 in Kiel unter Leitung von R. Haller mit der Dissertation "Untersuchungen zur Konformation und Konfiguration heterocyclischer Bicyclo[3.3.1]nonanone und ihrer Reduktionsprodukte". Habilitiert hat sie sich 1989 in Kiel mit der Arbeit "Oxidative Cyclisierung von β-Aminoketonen mit Cer(IV)sulfat zu 1,2,3,4-Tetrahydroisochinolinen".

1990 folgte sie einem Ruf als C3-Professorin für Pharmazeutische Chemie nach Bonn, wo sie außerdem von 1997 bis 1999 Prorektorin war. Seit 1999 ist sie Lehrstuhlinhaberin an der Universität Würzburg. Aufenthaltsstationen als Postdoc und Gastprofessorin waren die School of Pharmacy der Universität Bath, UK, und das College of Pharmacy der University of Illinois, Chicago.

Es konnte nicht ausbleiben, dass die heutige "Altpräsidentin" der DPhG schon in ihrer "Jugend" Mitglied zahlreicher deutscher und europäischer Kommissionen und wissenschaftlicher Beiräte wurde.

In der wenigen Freizeit, die aufgrund der vielfältigen Aktivitäten übrig bleibt, unternimmt sie gerne längere Wanderungen in heimischen und ausländischen Gefilden, reist in ferne Kontinente und besucht Kunstausstellungen.


Regine Kahl studierte Medizin in Berlin und Hamburg und schloss ihre Ausbildung 1969 mit der Promotion an der Universität Hamburg ab. In den Jahren 1976 bis 1982 war sie wissenschaftliche Angestellte in der Abteilung Toxikologie der Universität Mainz. Die Anerkennung als Fachpharmakologin DGPT erfolgte 1981. Im Jahr 1982 habilitierte sie sich für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Mainz. Sie erhielt ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und war bis 1988 wissenschaftlich tätig am Max-von-Pettenkofer-Institut des Bundesgesundheitsamtes in Berlin. Nach einer C2-Professur in Göttingen und einer C3-Professur in Hamburg ist sie seit 1993 Inhaberin einer C4-Professur und Direktorin des Instituts für Toxikologie der Universität Düsseldorf.

Es liegt ein umfangreiches Publikationsverzeichnis vor. Außerdem ist sie Mitherausgeberin der Fachzeitschrift "Toxicology".


Alexandra K. Kiemer, mit derzeit 37 Lenzen die Jüngste im Reigen meiner powervollen Kolleginnen, promovierte 1997 am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärztlichen Fakultät der Uni München über das Thema "Das Atriale Natriuretische Peptid als autokriner Regulator der induzierbaren NO-Synthase". Von 2000 bis 2002 arbeitete sie als Stipendiatin des Bayerischen Habilitationsförderpreises u. a. in Tokio, an den Universitäten von Florenz und Sydney und am Department of Immunology des Scripps Research Institute (La Jolla, USA). 2003 habilitierte sie sich in den Fächern Pharmazeutische Biologie und Pharmakologie an der Universität München mit dem Thema "Zytoprotektion durch biogene Substanzen" und wechselte dann nach La Jolla, (s. o.). Ab 2004 war sie parallel dazu auch an der University of California in San Diego (UCSD) tätig. Seit 2005 ist sie Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes. Die Forschungsschwerpunkte betreffen molekulare Mechanismen von Entzündungsprozessen.

Ihre Freizeitbeschäftigungen sind Musizieren (Gesang, Klavier), Lesen und Sport.


Charlotte Kloft. Ihr Motto lautet: Wege entstehen, wenn wir sie gehen. Und so entschied sich die 1967 geborene Frankfurterin für das neue Fach Klinische Pharmazie, als es noch in den Geburtswehen lag. Nach ihrer Promotion (Betreuung U. Jaehde und W. Schunack , FU Berlin) arbeitete sie zunächst in der Arzneimittelforschung und -entwicklung in der pharmazeutischen Industrie. Doch die Hochschullaufbahn reizte sie mehr. Mehrere Forschungsaufenthalte 1999, 2002 und 2004 bei H. Derendorf, University of Florida, und M. O. Karlsson, Uppsala University, bestärkten sie in ihrem Weg. Als erste Deutsche habilitierte sie sich 2003 für das Fach Klinische Pharmazie an der FU Berlin. Seit 2005 ist sie Universitätsprofessorin für dieses Fach am Institut für Pharmazie der Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschung ist mehrfach ausgezeichnet worden.

In der knappen Freizeit geht sie gerne ins Theater und erfreut sich am Ballett.


Susanne Klumpp. Wer sie kennt, schätzt ihre zupackende und direkte Art sowie die stete Hilfsbereitschaft der 1956 in Ulm geborenen Kollegin. Sie wurde 1982 von der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität Tübingen mit der Note "summa cum laude" zum Dr. rer. nat. promoviert und habilitierte sich dort 1989 für das Fach Pharmazeutische Chemie. Mit einem Heisenberg-Stipendium forschte sie 1992 bis 1995 an der KFA in Jülich und am Caltech in Pasadena. Danach nahm sie den Ruf auf eine C3-Professur in Marburg an und folgte 2002 einem Ruf auf die C4-Professur für Pharmazeutische und Medizinische Chemie an der Universität Münster.

Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Susanne Klumpp liegt auf dem Gebiet der reversiblen Proteinphosphorylierung, insbesondere den Proteinphosphatasen. Die Proteinhistidinphosphatase ist ihre Entdeckung. Sie hat mehr als hundert wissenschaftliche Arbeiten publiziert und genießt auf ihrem Forschungsgebiet weltweites Ansehen. Was nicht ausbleiben konnte: Sie war in zahlreichen Kommissionen an der Universität Tübingen, Marburg und Münster tätig und übernahm in Marburg zweimal das Amt des Dekans.

In ihrer Freizeit favorisiert sie Schwimmen, Skifahren, Wandern und Reisen.


Gabriele Maria König erlebt man fast immer aktiv und dynamisch. Geboren ist sie 1957 in Schwäbisch Gmünd, promoviert wurde sie 1985 in Freiburg mit der Dissertation "Iridoidglykoside in Avicennia marina und A. officinalis" (Leitung H. Rimpler), und habilitiert hat sie sich 1993 an der ETH Zürich, Departement Pharmazie, mit der Arbeit "Chemical and Biological Investigations of Natural Products derived from Marine and Terrestrial Sources” (Leitung O. Sticher). Von 1994 bis 1999 schloss sich eine Tätigkeit als C3-Professorin am Institut für Pharmazeutische Biologie der TU Braunschweig an, 1999 erfolgte die Berufung auf den Lehrstuhl am Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn.

Die Forschungsschwerpunkte umfassen die Identifizierung von pharmakologisch aktiven Naturstoffen als Leitstrukturen für die Wirkstoffentwicklung, wobei insbesondere marine Naturstoffe aus Schwämmen, Korallen, Bryozoen und Mikroorganismen im Fokus stehen. Molekularbiologische Arbeiten zur Biosynthese von Naturstoffen konzentrieren sich auf Polyketidsynthasen und nicht-ribosomale Peptidsynthetasen in gleitenden Bakterien und Cyanobakterien.

Die Freizeit ist durch sportliche Aktivitäten wie Kanufahren und Wandern ausgefüllt. Auch der große Garten erfordert viel Einsatz.


Evi Kostenis. Außerdienstlich gilt ihre ganze Aufmerksamkeit der fünfköpfigen Familie. Hut ab vor einer Frau, die drei kleine Kinder zu betreuen hat und daneben in Forschung und Lehre Beachtliches leistet. Sie wurde 1966 in München geboren. Die Dissertation über "Allosterische Modulation muskarinischer Acetylcholinrezeptoren" erarbeitete sie von 1992 bis 1995 unter der Leitung von K. Mohr an der Universität Bonn.

An die Promotion schloss sich ein dreieinhalbjähriger Aufenthalt an den National Institutes of Health in Bethesda, USA, an, der neue Einblicke in die Molekular- und Zellbiologie erlaubte. 1999 kehrte sie zurück und leitete ein Molekularbiologisches Labor der Herz-Kreislauf-Forschung in der pharmazeutischen Industrie. Ende 2002 nahm sie eine Position als Abteilungsleiterin in einem Biotechnologie-Unternehmen in Kopenhagen an. 2006 erhielt sie den Ruf auf eine W3-Professur im Fach Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn. Dort ist sie seitdem als Leiterin der neugegründeten Abteilung "Molekular-, Zell- und Pharmakobiologie" tätig. Ihre Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der molekularen Funktionsweise G-Protein-gekoppelter Rezeptoren, der derzeit bedeutendsten Proteinfamilie auf dem Arzneimittelmarkt.


Irene Krämer schloss 1988 bundesweit als erste Absolventin die Weiterbildung zur Fachapothekerin für Klinische Pharmazie ab. Geboren ist sie 1957 in der Stadt mit der Porta Nigra, promoviert wurde sie 1986 in der Stadt Gutenbergs mit der Dissertation "Das Oxadiazolsystem als Harnstoffäquivalent in neuen Histamin-H2-Antagonisten" (Leitung W. Schunack). Die Habilitation erfolgte 1999 im Fach Pharmazeutische Technologie in Mainz. 2006 wurde sie zur apl. Professorin für Klinische Pharmazie am Fachbereich Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften der Universität Mainz ernannt. Seit September 1991 leitet sie als Direktorin die Apotheke des Klinikums der Uni Mainz. Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind die zentrale Zytostatikazubereitung, der onkologische Patient, die klinisch pharmazeutische Betreuung ausgewählter Patientenkollektive, Stabilität applikationsfertiger Parenteralia, Proteinarzneimittel und Biosimilars. Zu nennen sind auch zahlreiche Buchbeiträge, das Engagement im Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (u. a. als dessen Präsidentin) und die Mitgliedschaft in verschiedenen wissenschaftlichen Kommissionen.

Neben ihrer Arbeit liebt sie alle schönen Dinge des Lebens, insbesondere gutes Essen und guten Wein, und ist eine leidenschaftliche Köchin.


Stephanie Läer erfüllt optimale Voraussetzungen für die Lehr- und Forschertätigkeit im pharmazeutischen Bereich, nämlich die Approbation als Apothekerin (1988) und die als Ärztin (1994). Im gleichen Jahr promovierte sie an der Universität Göttingen mit dem Thema "Pharmakologische Beeinflussung des Dopaminstoffwechsels im Striatum der Ratte unter den Bedingungen zerebraler Oligämie". Ihre Arbeit wurde durch ein Stipendium der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erwarb sie 2000 den Facharzt für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie und 2002 den Facharzt für Klinische Pharmakologie. Im Jahr 2001 erfolgte die Habilitation mit dem Thema "Untersuchungen zur Therapie von Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz mit Betarezeptorblockern bei Kindern". Nach einem Auslandsaufenthalt im Rahmen ihres Heisenberg-Stipendiums 2003 und 2004 in den USA erhielt sie einen Ruf an die Universität Düsseldorf für das Fach Klinische Pharmazie, den sie im November 2004 annahm. Ihre Forschungstätigkeit besteht u. a. in der Optimierung der Arzneimitteltherapie für Kinder, wobei sie diese Untersuchungen für Simulationen von klinischen Studien nutzt. Preise erhielt sie von der Dr. Martini Stiftung und dem Bundesverband Herzkranker Kinder, Unterstützung von der Deutschen Herzstiftung, der DFG und dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft

Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen außerhalb der Wissenschaft zählen Klavier- und Orgelspiel, Wandern, Joggen und Skilaufen.


Ulrike Lindequist, geboren 1950 in Weixdorf bei Dresden, promovierte 1977 in Greifswald unter der Anleitung von E. Teuscher mit einem pharmakologischen Thema und habilitierte sich dort 1988 mit der Arbeit "Untersuchungen zum immunsuppressiven Wirkstoff von Tricholoma populinum Lge.". 1992 wurde sie C3-Professorin und Leiterin des Bereichs Pharmazeutische Biologie am Institut für Pharmazie der Universität Greifswald und war in den Folgejahren wiederholt geschäftsführende Direktorin. Sie ist Mitgründerin des Instituts für Marine Biotechnologie e.V. am Biotechnikum der Hansestadt Greifswald.

Ihre Hauptforschungsgebiete sind bioaktive Naturstoffe aus höheren Pilzen, aus marinen Mikroorganismen und aus ethnomedizinisch interessanten Pflanzen. In diesem Zusammenhang haben sich intensive Kooperationen zu Arbeitsgruppen in Nepal, im arabischen Raum und in Australien entwickelt. Die Arbeiten werden durch verschiedene Stiftungen gefördert.

Ulrike Lindequist ist Koautorin der Lehrbücher "Biogene Gifte" und "Biogene Arzneimittel".

Außerdienstlich widmet sie ihre Zeit am liebsten ihrer Familie und dem Reisen. Die in Stuttgart und Peking lebenden Kinder und der Enkelsohn bieten dazu ausreichend Anlass.


Claudia S. Leopold. Außerdienstlich widmet sie sich der klassischen Musik. Sie spielt die Violine in einem Streichquartett und in einem Kammerorchester. Die Universität Oslo und die University of Alberta in Edmonton lockten sie wegen anderer Qualitäten mit je einem Ruf. Sie ging aber zunächst nach Leipzig auf eine C3-Professur, wo sie für kurze Zeit die Leitung des Fachbereichs Pharmazeutische Technologie innehatte.

Geboren 1962 in Leverkusen, promovierte sie 1992 in Düsseldorf mit der Dissertation "Enhancer-Effekte von lipophilen Salbengrundstoffen auf die Steady-state-Penetration von Methylnicotinat durch die Haut" (Leitung B. C. Lippold). Das Thema der Habilitation (1999) war "Bedeutung der Formulierung für die Wirkstoffverfügbarkeit am Beispiel des Dickdarm-Targeting und der kutanen Penetration". Im Oktober 2005 übernahm sie an der Universität Hamburg den Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie, den sie mithilfe von Mitteln aus der Pharmazeutischen Industrie auf den neuesten Stand ausbauen konnte.

Die Forschung der derzeitigen geschäftsführenden Direktorin des Instituts für Pharmazie konzentriert sich auf die Themengebiete Steuerung der Wirkstofffreisetzung aus überzogenen Arzneiformen, Verbesserung der Wirkstoffpenetration durch die Haut und Optimierung von Tablettierprozessen.


Irmgard Merfort. Wenn ich eine kompetente Auskunft über Phytopharmaka haben möchte, sachlich und frei von lyrischer Verbrämung, dann wende ich mich an die 1952 in Vechta (Niedersachsen) geborene, 1980 in Düsseldorf mit der Dissertation "Lipophile Inhaltsstoffe der Blätter und Früchte von Symphoricarpus albus (L.) Blake" unter der Leitung G. Willuhn am Institut für Pharmazeutische Biologie promovierte Kollegin, die sich 1991 mit der Arbeit "Untersuchungen zur Flavonoidführung der Gattung Arnica unter besonderer Berücksichtigung der arzneilich verwendeten Arnikablüten DAB 9" habilitiert hat. Seit 1995 ist sie C3-Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität Freiburg.

Forschungsschwerpunkte: Isolierung und Identifizierung von entzündungshemmenden und antitumoralen Wirkstoffen aus Arzneipflanzen Euopas, aus Costa Rica und Brasilien. Molekularbiologische Untersuchungen zu Wirkmechanismen, QSAR-Untersuchungen und Suche nach Leitstrukturen für die Entwicklung von NF-κB-Inhibitoren, Etablierung analytischer Methoden zur Qualitätskontrolle von Arzneipflanzen.

Verschiedene Wissenschaftspreise, Editor bei Planta Media sowie im Advisory Board von Journal of Ethnopharmacology .

Außerdienstlich steht ihre Familie im Mittelpunkt. Hobbys sind Reisen und Krimis.


Christa Elisabeth Müller. Obwohl die Schwaben am liebsten daheim bleiben und dort arbeiten, wo sie geboren sind (1960 in Rottweil am Neckar), ist sie an den National Institutes of Health in Bethesda, USA, in Würzburg (Bayern) oder in Bonn (fast schon Preußen) sowie in Brüssel (Belgien) genauso zuhause, um in Forschung und Lehre Beachtenswertes zu leisten oder Leistungen zu begutachten. Die Approbation als Apothekerin erhielt sie 1985, die Promotion erfolgte 1988 in Tübingen mit einer chemisch-präparativen Arbeit bei H. J. Roth. Kaum war 1994 in Tübingen die Habilitation für das Fach Pharmazeutische Chemie mit einer Arbeit über "Adenosinrezeptor-Antagonisten" vollzogen, da erhielt sie auch schon einen Ruf an die Universität Würzburg auf eine C3-Professur für Pharmazeutische Chemie. Seit 1998 ist sie C4-Professorin an der Universität Bonn und war dort von 2001 bis 2004 Prorektorin für Planung und Finanzen.

Wissenschaftliche Schwerpunkte: Medizinische Chemie und molekulare Pharmakologie von Purinrezeptoren; Ectonucleotidase-Inhibitoren; neue G-Protein-gekoppelte Rezeptoren.

Charakteristisches: Zügiges Arbeiten und voller Einsatz, ohne an die eigenen Belange zu denken. Ehrenamtliches: Mitglied des wissenschaftlichen Beirats Neuroforschung des Forschungszentrums Jülich, Gründungsmitglied und stellvertretende Sprecherin des Pharma-Zentrums Bonn, Berufung in den Auswahlausschuss der AvH-Stiftung.

Die Hauptbeschäftigungen neben der Wissenschaft sind Lesen und, wenn Zeit bleibt, Reisen, Sprachen, Kochen und Sport.


Christel Müller-Goymann. Der Zufall will es so, an deutschen Universitäten waren und sind drei Pharmazeutische Technologen tätig, die den Namen Müller tragen, Fritz Müller in Bonn, B. W. Müller in Kiel und R. H. Müller in Berlin. Aber es gibt nur eine Technologin namens Müller, und die heißt Müller-Goymann.

Geboren 1951 in Cloppenburg, promoviert 1981 an der TU Braunschweig mit der Dissertation "Strukturuntersuchungen an 4-Komponenten-Mischungen als Beitrag zur Aufklärung des W/O Creme-Zustandes" (Leitung C. Führer), Verleihung des APV-Preises 1983, DFG-Forschungsstipendiatin 1984 an der Ohio State University in Columbus, USA, Habilitation 1989 in Braunschweig mit der Arbeit "Flüssigkristalline Strukturen in topischen Zubereitungen und ihre Wechselwirkungen mit Arzneistoffen". Zuerst C3-Professur für Pharmazeutische Technologie in Marburg, ab WS 1991/92 C4-Lehrstuhl an der TU Braunschweig.

Forschungsschwerpunkte: Entwicklung und Charakterisierung kolloider Arzneiformen vorzugsweise zur kutanen und okularen Anwendung und Folgethemen. Koautor des "Lehrbuch der Pharmazeutischen Technologie" (Bauer, Frömming, Führer), WVG Stuttgart, 2002. Engagement in der Selbstverwaltung der TU Braunschweig (Dekanin, Senatsmitglied, Mitglied im Hochschulrat).

Verschiedene außeruniversitäre Aufgaben.

Freizeit-Aktivitäten: Tanzen und Gartenarbeit.


Ulrike Müller. 2008 wurde sie für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Alzheimerforschung mit dem Alzheimer-Forschungspreis ausgezeichnet.

Geboren ist sie 1960 in München. Das Studium der Chemie an der Universität München wurde 1985 mit dem Diplom abgeschlossen. Die Promotion erfolgte 1989 an der Fakultät für Biochemie und Molekularbiologie mit dem Thema "Untersuchungen zu sequenzspezifischen DNA-bindenden Proteinen in Hefe".

Von 1989 bis 1991 als Postdoc an der Medical School, University of Manchester, UK. 1991 bis 1997 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Molekularbiologie der Universität Zürich. 1997 bis 2004 Leiterin der Forschungsgruppe Neurogenetik am Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Neurochemie, Frankfurt. 1999 Habilitation für Molekularbiologie am Institut für Molekularbiologie, Universität Zürich, mit dem Thema "Targeted gene modifications in the mouse: studies on the interferon system and amyloid precursor protein". Seit 2005 Professur für Funktionelle Genomik am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie Universität Heidelberg.

Zahlreiche Publikationen im Zusammenhang mit ihren Forschungsprojekten: "Physiologische und pathologische Funktionen des Alzheimer-relevanten Amyloid Prekursorproteins APP und verwandter Proteine" sowie "Regulation und molekulare Pathologie von Neurotransmitterrezeptoren".

Außerdienstliche Interessen: Ihre beiden Kinder, Literatur und bildende Kunst.


Karen Nieber besitzt die Anerkennung als Fachphysiologin und Fachpharmakologin. Geboren ist sie 1948 in Magdeburg, promoviert wurde sie 1981 in Berlin (Ost) mit der Dissertation "Untersuchungen zur pharmakologischen und elektrischen Erregung der glatten Muskulatur des Gastrointestinalsystem und der Vena portae" (Leitung P. Oehme). 1990 erhielt sie in Berlin (Ost) die Promotion B für das Fach Experimentelle Biomedizin, 1994 habilitierte sie sich für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Freiburg im Breisgau.

Karen Nieber arbeitete von 1976 bis 1991 als Themenleiterin am Institut für Wirkstoffforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR (später: Institut für Molekulare Pharmakologie) in Berlin (Ost) und leitete von 1988 bis 1990 die Abteilung Experimentelle Asthmaforschung am Forschungsinstitut für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Berlin-Buch. 1991 wechselte sie an das Pharmakologische Institut der Universität Freiburg. Sie nahm 1995 einen Ruf auf den Lehrstuhl Pharmakologie für Naturwissenschaftler am Institut für Pharmazie der Universität Leipzig an und ist seit 2002 Geschäftsführende Direktorin dieses Institutes.

In ihrer Freizeit unternimmt sie gerne Touren mit Segel- oder Motorboot, besucht Kunstausstellungen und entspannt sich auf ihrer Terrasse.


Regine Peschka-Süss, geboren 1965 in Fulda, wurde 1994 unter der Leitung des damaligen Privatdozenten R. Schubert in Tübingen mit der Dissertation "Herstellung und Entwicklung liposomenhaltiger Zubereitungen mit hydrophilen Arzneistoffen zur topischen Anwendung" promoviert und habilitierte sich 2001 in Freiburg mit der Arbeit "Lipidvermittelter Transfer von Nukleinsäuren". Heute ist sie apl. Professorin am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Universität Freiburg. Ihre Schwerpunkte in der Lehre sind neben der Technologie-Ausbildung im Grundstudium vor allem die Aspekte Qualitätssicherung, GMP und GLP. Ihre Forschung umfasst die Entwicklung nanopartikulärer Drug-Delivery-Systeme für eine zielgerichtete Tumor- und Gentherapie nebst Etablierung von upscale-baren Technologien für diese Arzneiformen. Daraus ergeben sich viele Kooperationen mit verschiedenen Bereichen der Medizin und der Industrie.

Privat kann sich Frau Peschka-Süss mit ihrem Mann für das Tanzen und das Reisen in nahe und ferne Länder begeistern.


Maike Petersen ist neben ihrer Tätigkeit als Professorin für Pharmazeutische Biologie in Marburg als (Vize-) Präsidentin der Phytochemical Society of Europe und als Vorsitzende der Sektion "Pflanzliche Naturstoffe" der Deutschen Botanischen Gesellschaft aktiv.

Werdegang in Stichworten: Geboren 1959 in Sindelfingen, Biologiestudium, Diplom und Promotion 1986 an der Universität Tübingen im Arbeitskreis von H. U. Seitz. Titel der Dissertation: "Digitoxin 12β-Hydroxylase, ein Cytochrom P-450-abhängiges Enzym aus Zellkulturen von Digitalis lanata Ehrh."; in dieser Zeit Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Anschließend bis 1997 Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei A. W. Alfermann am Institut für Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Düsseldorf. PostDoc-Aufenthalt 1991/92 am Genetischen Institut der Universität Gent (Belgien) bei M. van Montagu. 1993 Habilitation in Düsseldorf mit dem Thema " Die Biosynthese und Akkumulation der Rosmarinsäure in Suspensionskulturen von Coleus blumei Benth.". 1997 Ruf als Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität Marburg. Forschungsgebiete: Biochemie und Molekularbiologie des pflanzlichen Sekundärstoffwechsels mit Schwerpunkten auf phenolischen Naturstoffen (Rosmarinsäure, Lignane), biotechnologische Produktion pflanzlicher Naturstoffe. Mitglied im Editorial Board mehrerer Fachzeitschriften. Freizeitbeschäftigungen: Lesen und Singen im Landeskirchenchor der Evangelischen Kirche Kur­hessen­-Waldeck. Marion Schaefer ist gegenwärtig Präsidentin der Administrative Pharmacists Section und Mitglied des Boards of Pharmacy Practice. Geboren 1950 in Kremmen (Bez. Potsdam), promovierte sie 1977 mit der Dissertation „Arbeitsteilige Prozesse bei der Bedarfsforschung für Arzneimittel im In­land“ (Leitung A. Podrabsky) und habilitierte sich 1984 in Berlin mit der Arbeit „Methodenkritische Untersuchungen zur Systematisierung der Arznei­mittelverbrauchsanalyse und ihrer Anwendungs­möglichkeiten”. Seit 1990 ist sie Vorsitzende der Fachgruppe Allgemeinpharmazie in der DPhG. 1997 war sie Gründungsmitglied der Förderinitia­tive Pharmazeutische Betreuung. Ab 1998 Gast­professorin für Arzneimittelepidemiologie/Sozial­pharmazie an der Humboldt­-Universität hat sie in dieser Funktion mehrere Studien zur Pharmazeutischen Betreuung in ver­schiedenen Bundesländern geleitet und maßgeblich an der Entwicklung der methodischen Grundlagen mit­gewirkt. Im März 2001 initiierte sie den postgradualen Masterstudien­gang „Consumer Health Care“ an der Humboldt­-Universität Berlin (www.consumer­health­care.de), mit dem sie im Oktober 2002 an das In­stitut für Klinische Pharmakologie der Charité Universitätsmedizin Berlin wechselte. Studienaufenthalte führten sie in die USA, wo sie 1992 als Adjunct Assistant Professor an der Uni­versity of Illinois in Chicago berufen wurde, und in die Niederlande. 1996 gehörte sie zu den Grün­dungsmitgliedern des Pharmaceutical Care Net­work Europe. Außerberufiche Interessen sind Lesen, Schreiben, Skaten, Jazz und Tanzen.


Monika Schäfer-Korting ist zum zweiten Mal Vizepräsidentin für Natur­ bzw. Biowissenschaften und Forschung der FU Berlin. Geboren 1952 in Gießen, promoviert 1977 in Frankfurt/M. mit ana­lytischen und pharmakokinetischen Untersuchun­gen zu Antihypertensiva (Leitung E. Mutschler), habilitiert 1989 mit Untersuchungen zur Phar­makokinetik tiefer Kompartimente. An eine Lehr­stuhlvertretung an der FU Berlin (1992­-94) schloss sich die Berufung auf den neu gegründeten Lehr­stuhl für Pharmakologie und Toxikologie am Insti­tut für Pharmazie der FU Berlin an. Schwerpunkte der weiteren wissenschaftlichen Tätigkeit sind Al­ternativen zu Tierversuchen im Bereich der Regu­latorischen Toxikologie sowie der Dermatika­entwicklung (von BMBF bzw. EU gefördert) so­wie die gezielte Steuerung der Pharmakokinetik von Arzneistoffen mittels nano­partikulärer Trägersysteme (DFG­Forschergruppen). Zudem ist sie Autorin bzw. Herausgeberin pharmako­logischer Werke, u. a. seit 1991 Mitautorin aller Auf­lagen der „Arzneimittelwir­kungen“.

Sie ist ferner Mitglied der Ethikkommission der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Vor­sitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Bun­desinstituts für Risikobewertung, Berlin. Monika Schäfer-­Korting ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Bei den vielfältigen Tä­tigkeiten bleibt nur begrenzte Zeit für die Pflege zusätzlicher Interessen, bei denen die klassische Musik im Vordergrund steht.


Tanja Schirmeister, gebo­ren 1963 in Freiburg i. Br., verheiratet, zwei Kinder (geb. 1985, 1988), promo­viert 1993 in Pharmazeuti­scher Chemie in Freiburg mit der Dissertation „Enzy­matische Hydrolyse E/Z­-diastereotoper Diester und E/Z­-diastereomerer Mono­ester“ (Leitung H. ­H. Ot­to), habilitiert 1999 mit der Arbeit „Synthese, In­vitro­-Testung und Struktur­-Wirkungs­Beziehungen neuer peptidischer Cystein­-Protease­Inhibitoren: Die Bedeutung von Aziridin­carbonsäure­-Baustei­nen” (Mentor A. W. Frahm). Seit Mai 2000 C3­Professorin für Pharmazeutische Chemie in Würzburg, zwischen 1999 und 2002 verschiedene Lehraufträge an den Universitäten Heidelberg und Freiburg. Preise: 1993 Carl­-Wil­helm­-Scheele-­Preis der DPhG für die mit „summa cum laude” bewertete Dissertation, 1998 Habilitan­den-­Preis der Fachgruppen Medizinische Chemie und Pharmazeutische/Medizinische Chemie der GDCh und DPhG und 1999 Eugen-Graetz-­Preis der Universität Freiburg. Außerchemische Interessen: viele Nichten und Neffen, Fußball, Opern, Religionswissenschaften, Literatur, Harley ­Davidson, Garten.


Michaela Schulz-Siegmund. Als waschechte Berlinerin 1967 in Berlin-­Neukölln geboren, übersiedelte sie zur Promotion ins bayerische Regens­burg und fertigte dort am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie eine Arbeit mit dem Titel „Entwicklung tensidfreier Submikron­-Emulsionen mit Methylhydroxypropylcellulose als Polymeremulgator“ an, die von H. Rupprecht und R. Daniels betreut wurde. 1997 übernahm A. Göpferich den Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und konnte sie für das Thema „Tissue Engineering“ be­geistern. Nach einem Forschungsaufenthalt 1998 an der Rice University, Texas, im Department Bioengi­neering bei A. G. Mikos begannen die Forschungs­arbeiten auf dem Gebiet Tissue Engineering von Knochen, die 2004 zur Habilitation für das Fach Pharmazeutische Technologie an der Uni Regens­burg führten. Der Titel der Habilitationsschrift laute­te „Towards the formation of 3­D bone tissue in vit­ro“. Im März 2003 hatte sie bereits vor Abschluss der Habilitation eine zweijährige Gastprofessur für Pharmazeutische Technologie in Graz angenommen, an die sich zwei weitere Jahre als Vertragsprofesso­rin anschlossen. Während dieser Zeit wurde ihre Tochter Annika geboren. Im Januar 2007 folgte sie einem Ruf auf den Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie an der Universität Leipzig.


Frau Schulz­-Siegmund spielt in ihrer Freizeit mit ihrer Tochter und manchmal mit ihr gemeinsam Klavier. Die späten Abende genießt sie mit ihrem Mann meist lesend. Barbara Sickmüller ist stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Pharma­zeutischen Industrie e.V. (BPI) und dort zuständig für die Bereiche Medizin, Pharmazie und Recht. Die 1945 in Offenbach Geborene studierte Pharma­zie und Lebensmittelchemie in Marburg, war von 1970 bis 1977 Wissenschaftliche Assistentin am da­maligen Lehrstuhl für Pharmazie und Lebensmittel­chemie und promovierte dort mit einer chemisch­präparativen Arbeit unter der Leitung von M. Haake. Von 1977 bis 1988 war sie Referentin im BPI zu­nächst im Bereich Rote Liste, dann verantwortlich für Arzneimittelsicherheit. Ab 1987 er­hielt sie in Marburg Lehraufträge zu den Themen „Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker“ sowie „Fertigarzneimittel“. 1988 wurde sie Leiterin der Abteilung Medizin und stellvertretende Geschäfts­führerin des medizinischen und pharma­zeutischen Bereichs des BPI. 1997 avancierte die Stellvertreterin zur Leiterin. Im Jahr 2000 erfolgte die Ernennung zur jetzigen Position. Im gleichen Jahr wur­de ihre Lehrtätigkeit in Marburg durch die Verleihung einer Ehrenprofessur gewürdigt. Vor­lesungen hielt sie auch von 1991 bis 1993 am Klini­kum der Universität Frankfurt, und derzeit hat sie einen Lehrauftrag an der Universität Bonn.Wie zu erwarten ist sie Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Fachkommissionen im Bereich Zulassung und Arzneimittelsicherheit.


Andrea Sinz ist seit Januar 2007 W3-­Professorin im Institutsbereich Pharmazeutische Chemie am Institut für Pharmazie der Universität Halle­-Wit­tenberg. Sie wurde 1969 in Albstadt­Ebingen gebo­ren, studierte bis 1993 Pharmazie an der Universität Tübingen und promovierte 1997 am Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Marburg mit der Dissertation „Inhaltsstoffe zytotoxisch wirk­samer Extrakte aus Dasymaschalon sootepense Craib, Anomianthus dulcis (Dun.) Sinclair und Elli­peiopsis cherrevensis Fries“. Anschließend war sie von 1998 bis 2000 Postdoktorandin bei den Natio­nal Institutes of Health (NIH) in Bethesda, USA. Zurück in Deutschland war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Uni­versitäten Gießen und Ros­tock tätig, leitete von 2001 bis 2006 die Nachwuchs­gruppe „Protein-­Ligand-­Wechselwirkung mittels Ionen-­Cyclotron­-Resonanz­­Massenspektrometrie“ in Leipzig in der Fakultät für Chemie und Mineralogie, wo sie sich 2005 mit der Arbeit „Strukturelle und funktionelle Charakterisie­rung von Proteinen mittels massenspektrometri­scher Methoden’’ habilitierte. Die Forschungsschwerpunkte von Andrea Sinz lie­gen in der Entwicklung von Methoden zum mole­kularen Verständnis von Krankheiten mittels Pro­teomik und moderner Massenspektrometrie. Sie erhielt mehrere Wissenschaftspreise. In ihrer Freizeit besucht Andrea Sinz gerne Kon­zerte und spielt selbst Cello.


Elisabeth Stahl-Biskup. „Keine überflüssigen Worte!“ Geboren 1947 in Ulm­-Söflingen, Studium an der Universität Freiburg, promoviert 1975 in Hamburg mit der Dissertation „Untersuchungen über das ätherische Öl von Pastinaca sativa L. (Apia­ceae)“ (Leitung K.­ H. Kubeczka), 1982 Habilitation für das Fach Pharmazeutische Biolo­gie in Hamburg mit der Arbeit „Poly­chemismus in der Gattung Thymus“. Seit 1984 Professorin für Pharmazeu­tische Biologie an der Universität Hamburg. Forschungsschwerpunkte: Instrumen­telle phytochemische Drogenanalytik und Qualitätssicherung pflanzlicher Arzneimittel; Isolierung und Struktur­aufklärung wirkungsrelevanter pflanz­licher Inhaltsstoffe unter Einbezie­hung chemotaxonomischer Fragestellungen; antimi­krobielle Wirksamkeit ätherischer Öle. Außerberufliche Interessen: Musik (Querflöte), Reisen, zeitgenössische Kunst, Kino.


Angelika Vollmar. Kaum zu glauben, ihre aller­liebste Funktion: Mutter sein. Wer hätte das ver­mutet, wenn man neidvoll die Reihe ihrer bedeu­tungsträchtigen Funktionen betrachtet: Vorstands­mitglied der Lesmüller Stiftung, Vertrauensdozen­tin des Cusanuswerks, Beraterin der Deutschen Bischofskonferenz (Kommission für Wissenschaft und Kultur), Mitglied des Wissenschaftlichen Ra­tes (WR) der Katholischen Akademie in Bayern, DFG­-Fachkollegiatin – Sektion Medizin, Mentorin im LMU­excellent Programm, Mitglied der Se­natskommission für „Klinische Forschung“ der DFG, Mitglied des Hauptausschusses und Senats der DFG (wer schafft es, in eine solche Position zu kommen?!). Dabei hat es ganz unspektakulär angefangen und sich erst später kontinuierlich gesteigert: Geboren 1957 in Memmingen, Studium der Pharmazie in München, Approbation 1982, Promo­tion 1984, Postdoc­-Aufenthalt (DFG­-Stipendiat) am Department of Bio­chemistry and Molecular Biology (Mentor H. R. Herschmann) der Uni­versity of California, Los Angeles, 1984­-1986, ab 1987 Akademische Rätin am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tier­ärztlichen Fakultät der Uni München, 1991 Habilitation mit der Arbeit: „Das Atriale Natriuretische Peptid – sein Bezug zum Immunsystem“ im Fach Pharmakologie, To­xikologie und Pharmazie, 1991 Lehrbefugnis für Klinische Pharmakologie und Pharmazie, 1991 Forschungsaufenthalt am Clinical Research Insti­tute, Montreal, Kanada, 1993 Ruf auf C3-­Profes­sur „Pharmazeutische Biochemie“ Universität Hei­delberg, 1994 bis 1998 C3­Professorin für „Arz­neiverordnungs-­ und ­-anfertigungslehre“ Tierärzt­liche Fakultät und seit 1998 C4-­Professorin für „Pharmazeutische Biologie“ an der Universität München.


Bettina Wahrig ist eine Begriffs-­ und Zugreisende. Sie unternimmt Grenzgänge durch Disziplinen und Epochen: von der Philosophie zur Medizin, von dort in die Politik und die Pharmazie. Geboren 1956 in Leipzig, Studium der Medizin und Philosophie in Mainz und Marburg, 1984 Promotion zum Dr. med. mit der Arbeit „Der junge Wilhelm Griesinger im Spannungsfeld zwi­schen Philosophie und Physiologie (Mentor: Hans H. Lauer), Forschungsaufenthalt in Florenz bei Mazzino Montinari, dort Arbeiten zu Nietzsches physiologischen Quellen, 1997 wissenschaftshisto­rische Habilitation in Lübeck zum Thema „Der Staat als Mensch­Maschine. Zur Staats­Wissen­schafts­Organismustheorie von Thomas Hobbes“ (Mentor: Dietrich v. Engelhardt), 1997 Berufung zur Professorin für Geschichte der Naturwissen­schaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte an die TU Braunschweig (Nachfolge Erika Hickel). Derzeitiger Forschungsschwerpunkt: Kultur­ und Begriffsgeschichte der Gifte. Seit 2006 Mitglied der Hamburgischen Akademie der Wissenschaften, zzt. Fachgutachterin der DFG für den Bereich Neuere Geschichte / Wissenschafts­geschichte. Sie besucht gerne Freunde und Familienmitglieder im heimischen Rhein-­Main-­Gebiet sowie in fremden Ländern, fotografiert und musiziert als Amateurin.


Ute Wittstock, kurz und bündig: Geboren 1967 in Schwerin, promo­viert 1996 in Greifswald mit der Dissertation „Pharmakologisch­ toxikologische Untersuchungen von Polyinen aus dem Giftigen Wasser­schierling, Cicuta virosa L.“ (Lei­tung: E. Teuscher). Wissenschaft­liche Mitarbeiterin am Pflanzenbio­chemischen Labor der Universität Kopenhagen (1996­-2000) und am Max­-Planck-­Institut für Chemische Ökologie Jena (2000­2006), hier auch Projektgruppenleiterin. Seit 2006 Professorin (W3) für Pharmazeutische Biologie an der TU Braunschweig. Forschungsgebiet: Pflanzliche Sekundärstoffe – Biochemie, Evolution, Chemische Ökologie (der­zeitiger Schwerpunkt: Glucosinolate). Sonstige Interessen: Musik (Chor), Zeichnen, zzt. gehört die Freizeit aber vor allem ihrer Familie.

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