Gesundheitspolitik

Schlecker startet Versandapotheke

Lieferung erfolgt aus den Niederlanden

(diz). Die Gerüchte kursierten schon einige Zeit, nun scheint es spruchreif zu sein: Informationen des "Manager Magazins" zufolge will der Drogeriediscounter Schlecker ab Februar in den Arzneiversandhandel einsteigen.

Der Schwerpunkt soll auf gängigen OTC-Arzneimitteln liegen. Geliefert wird aus einer eigens aufgebauten Apotheke im niederländischen Heerlen, unweit von der DocMorris-Apotheke entfernt. Filialen wie bei DocMorris sollen nicht entstehen. Die Kunden können die Medikamente online, per Fax oder Telefon bestellen, aber (noch) nicht in den Schlecker-Läden. Dort soll es nur Werbematerial für die Versandapotheke geben. "Wir wollen erst einmal lernen", wird Firmenchef Anton Schlecker im Manager Magazin zitiert, der Apothekenmarkt sei schwierig. Einen völlig freien Markt werde er (63) nicht mehr erleben.

Wie Pressemeldungen zu entnehmen ist, soll sich die Versandapotheke in Heerlen im Besitz der spanischen Tochter "Vitalsana" von Schlecker befinden. Geschäftsführer der Versandapotheke soll der Apotheker Klaus Hübner sein. Hübner hat nach Berichten der Financial Times Deutschland auch eine Großhandelslizenz für die ApDG Handels- und Dienstleistungsgesellschaft mbH beantragt. Dieser Großhandel soll dann ausschließlich die Schlecker Versandapotheke beliefern. Gespräche mit der Pharmaindustrie wurden bereits im Mai des vergangenen Jahres geführt.

Ob Schlecker erfolgreich sein wird, darf bezweifelt werden. Die Preisnachlässe sollen nach ersten Hinweisen in der Größenordnung anderer Versand- und Discountapotheken liegen. Die Bestellprozedur ist umständlich wie bei jeder Versandapotheke, beraten wird nur am Telefon, nicht in den Schlecker-Filialen.

Die Drogeriekette Rossmann versuchte bereits seit einiger Zeit eine Zusammenarbeit mit der "Deutschen Internet Apotheke" nach ähnlichem Muster. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Rossmann keine großen Hoffnungen mehr hat, nennenswerte Erfolge im Arzneimittelgeschäft zu erzielen. Bei der Zusammenarbeit mit der Versandapotheke gehe es mehr ums Image als um den Umsatz, wird ein für die Selbstmedikation zuständiger Rossmann-Mitarbeiter zitiert. Selbst bei einem Fall des Fremd- und Mehrbesitzverbots wolle sich Rossmann vorerst zurückhalten.

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