Gesundheitspolitik

Glosse

alles schläft, einer wacht. Und das bin ich – weil ich Nachtdienst habe. Mach ich ja gerne, hab dann endlich Zeit, dir zu schreiben. Und viele neue Kunden kommen heut Abend, die unsere Apotheke gefunden haben, weil sie 0800 228 228 0 gewählt haben und ihnen ein freundlicher Mensch am Telefon unsere Apotheke genannt hat. Die hatten eben die richtige Nummer gewählt – die mit dem Menschen und nicht die mit dem unpersönlichen Sprachcomputer, der nichts findet.

Jetzt lass dich knuddeln! Einen meiner größten Wünsche hast du in diesem Jahr erfüllt. Der Generalanwalt am EuGH ist überzeugt: das Fremdbesitzverbot ist rechtmäßig! Ich weiß nicht, ob du das alles so verstehst, aber für uns Apothekerleins und für unsere Kunden ist das enorm wichtig. Die Chancen, dass die kleine engagierte Apotheke bestehen bleibt und Patienten individuell versorgen kann, sind stark gestiegen. Wenn du jetzt im nächsten Frühling das hohe Gericht überzeugst, es genauso zu sehen wie der Generalanwalt, dann kriegst du noch einen Extra-Schmatz. Selbst Ullala, unsere Ministerin, ist überzeugt: die kleinen Apotheken sind besser als geldgierige Konzerne. Sie hat gesagt: Ich will keine Ketten. Und du, liebes Christkind, willst auch keine, höchstens Lichterketten. Bring den beiden Buben Fritz Oe. und Ralf D. ruhig noch einen neuen Porsche – dann habn sie was zum Spielen. Oder zum "kreativen Zerstören". Wir kümmern uns derweil um unsere unabhängigen Apotheken, die unsere Kunden so lieben.

Wenn ich mir noch was wünschen darf: Schaff‘ die irrsinnigen Rabattverträge ab. Alle leiden drunter und die Kassen sparen so wenig (oder so viel?), dass sich nicht mal der AOK-Hermann traut zu sagen, wie viel er eigentlich spart.

Und, liebes Christkind: Gib uns eine schöne neue Apothekenbetriebsordnung, die unsere Beratung stärkt und dm, Schlecker, Rewe & Co die Lust auf den Arzneimittelhandel nimmt. Gib uns ein Labor ohne Pikrinsäure (die trocknet nur ein und explodiert), Apothekerkollegen, die locker und easy keine Dumpingpreise machen und keine österreichischen Rabatte abschöpfen. Gib dem Bayern-Uli Kraft für sein neues BAK-Pöstchen und hilf dem Pforzheimer Fritz (B., nicht Oe.!), den Zwangskassenrabatt zu senken. Schenk unserer ABDA eine Imagekampagne, die bewirkt, dass wir im Fernsehen nicht mehr als Schubladenzieher dargestellt werden. Und lass bitte endlich mal einen "test"-Bericht erscheinen, in dem zu lesen ist: Super-Beratung in Deutschlands Apotheken! Denn wir haben es verdient. Du weißt, liebes Christkind: yes we can.


Dein Apothekerlein Peter

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