Die Prognose verdrängt den Optimismus

(lk). Eine gute Performance legte in der vergangenen Woche der deutsche Aktienmarkt hin. Für den Leitindex DAX ging es bis Donnerstagabend um deutliche 2,3% auf 6543 Punkte nach oben. Im Blickpunkt standen vor allem die Quartalsdaten zahlreicher Unternehmen.
b Kurzbericht DAX (32. Kalenderwoche)

Zwar konnten die meisten Unternehmen mit Daten aufwarten die besser ausgefallen waren als im Vorfeld erwartet, einen trüben Beigeschmack hinterließen aber oftmals die Prognosen für das Gesamtjahr, die zu großen Teilen etwas pessimistischer ausfielen. Hoffnung macht dagegen der Ölpreis, der weiter nachgab und zuletzt unter 120 Dollar je Barrel notierte.

Keine Überraschungen bot dagegen die Entscheidung der Europäischen Zentralbank in Bezug auf die Leitzinsfrage. Wie im Vorfeld allgemein erwartet beließ die EZB den Leitzinssatz bei 4,25%. Wie EZB-Präsident Trichet betonte, wird die Inflation weiter hoch bleiben und sich erst im kommenden Jahr schrittweise abschwächen. Weiter hieß es, dass das derzeitige Inflationsniveau besorgniserregend ist. Nach Aussagen Trichets überwiegen derzeit die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum, womit es weiterhin schwierig ist, einen einigermaßen sicheren Ausblick für die künftige wirtschaftliche Entwicklung zu geben.

Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller adidas präsentierte in der vergangenen Woche überraschend gute Quartalsergebnisse. Wie die Unternehmensführung mitteilte, konnten sowohl Umsatz als auch Gewinn gesteigert werden. Die Verantwortlichen führen dies zu großen Teilen auf die zurückliegende Fußball-Europameisterschaft zurück. Von den guten Zahlen profitieren konnte natürlich der Aktienkurs, der deutlich kletterte.

Die Aktien des Technologieunternehmens Infineon profitierten von einer positiven Einschätzung der Analysten der Deutschen Bank. In einer Studie hatten sie die Papiere zum Kauf empfohlen und ein Kursziel von 7 Euro genannt. Angesprochen auf die derzeit geringe Profitabilität verwiesen die Experten darauf, dass sich diese in den kommenden zwölf Monaten erholen sollte.

Die Aktionäre des Rückversicherungskonzerns Münchener Rück können sich freuen. Obwohl das Unternehmen sein Gewinnziel für das Gesamtjahr gesenkt hat, sollen die Anteilsinhaber dennoch eine Dividende in Höhe von 5,50 Euro je Aktie erhalten. Zudem geht die Konzernspitze davon aus, dass die Aufweichung des Preisniveaus am Rückversicherungsmarkt früher zu Ende sein könnte als bislang gedacht. Im zweiten Quartal war der Überschuss nach Minderheiten infolge der Kapitalmarktkrise von 1,140 Mrd. auf 599 Mio. Euro eingebrochen.

Das Kreditinstitut Commerzbank präsentierte Geschäftszahlen, die zwar schlecht, aber immer noch besser ausgefallen waren als erwartet. Einen trüben Nachgeschmack hinterließ allerdings die Risikovorsorge, die überraschend hoch ausgewiesen wurde. Als Folge der Finanzkrise fiel der Gewinn bereits zum zweiten Mal in Folge. Belastend wirkte sich zudem ein Bericht im "Handelsblatt" aus, nachdem die Gespräche mit der Allianz-Tochter Dresdner Bank bezüglich einer möglichen Übernahme zunächst abgebrochen wurden und eventuell auch nicht wieder aufgenommen werden. Als Grund wurde das anhaltende Misstrauen der beiden Parteien genannt.

Nicht gerade berauschende Nachrichten anderer Art veröffentlichte auch der Versicherungskonzern Allianz Der Finanzvorstand gab bekannt, dass in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende Juli Belastungen von knapp 3 Mrd. Euro aus der Finanzkrise verbucht wurden. Bezüglich der Gespräche mit der Commerzbank im Hinblick auf eine mögliche Übernahme der Dresdner Bank machte die Führungsetage der Allianz keine Angaben..

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