Roche auf Einkaufstour

BASEL (tmb). In der vorigen Woche kündigte der schweizerische Pharmakonzern Roche an, seine Tochtergesellschaft Genentech vollständig übernehmen zu wollen – und meldete anschließend zwei weitere kleinere Unternehmenszukäufe. Der Konzern wird die US-amerikanische Mirus Bio Corp. und die kanadische Arius Research Inc. übernehmen.

Drei Übernahmen in einer Woche

Roche hält seit 1990 eine Mehrheitsbeteiligung an dem US-Unternehmen Genentech, das als einer der Pioniere der Biotechnologie gilt. Die bisherige Beteiligung von 55,9% soll nun zur vollständigen Übernahme ausgebaut werden, wie das Unternehmen am 21. Juli bekannt gab. Dafür sollen 43,7 Mrd. US-Dollar bezahlt werden. Als Folge verspricht sich Roche Synergien von 750 bis 850 Mio. US-Dollar pro Jahr. Roche-Chef Franz Humer sieht zudem die Innovationskraft des ganzen Konzerns durch die Übernahme gestärkt. Allerdings wurde am Donnerstag bekannt, dass eine US-amerikanische Anwaltskanzlei im Namen von Minderheitsaktionären wegen der geplanten Komplettübernahme Klage gegen Roche eingereicht hat.

In einer deutlich kleineren Dimension bewegen sich die beiden anderen Übernahmen. Am 22. Juli meldete Roche den Abschluss der Kaufvereinbarung über das US-amerikanische Privatunternehmen Mirus Bio Corp. für 125 Mio. US-Dollar. Mirus arbeitet insbesondere mit Technologien zur Applikation und Einschleusung von Nukleinsäuren. Nur einen Tag später gab Roche den Kauf der kanadischen Arius Research Inc. für 191 Mio. kanadische Dollar (etwa 120 Mio. Euro) bekannt. Arius verfügt über eine patentrechtlich geschützte Plattform zur Selektion von Antikörpern anhand ihrer funktionellen Eigenschaften. Dafür bieten sich Einsatzmöglichkeiten in der Roche-Forschung, insbesondere in der Onkologie an.

In der vorigen Woche gab Roche auch die Halbjahreszahlen bekannt. Die Umsätze sanken um 4% auf 22 Mrd. Franken, der Reingewinn ging um 2,2% auf 5,73 Mrd. Franken zurück. Die Diagnostikasparte verzeichnete einen Zuwachs. Der Rückgang in der Pharmasparte ergab sich aus den geringeren Umsätzen mit dem Grippe-Mittel Tamiflu. Bereinigt um diesen Effekt stiegen die Verkäufe sogar doppelt so stark wie der weltweite Pharmaumsatz..

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