DAZ aktuell

Bayer-Schering

Entfällt fast jeder fünfte Schering-Arbeitsplatz?

BERLIN (tmb). Die Berliner Zeitung "Tagesspiegel" berichtete am Montag über einen angeblich geplanten erheblichen Personalabbau im früheren Schering-Stammwerk. Demnach sollen an dem zur neuen Bayer Schering Pharma gehörenden Standort etwa 1000 von derzeit knapp 5500 Stellen wegfallen.

Die Meldung wurde vom Unternehmen nicht bestätigt. Konkrete Zahlen würden erst nach Abschluss der Gespräche mit Arbeitnehmervertretern bekannt gegeben. Gegenüber dem "Tagesspiegel" sei dies noch für das erste Quartal angekündigt worden. Der Abbau von Arbeitsplätzen war erwartet worden, weil sich durch die Übernahme von Schering durch den Bayer-Konzern Doppelfunktionen ergeben. Bereits zu Beginn der Übernahmeverhandlungen hatte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning angekündigt, im gesamten neuen Unternehmensverbund etwa 6000 Stellen zu streichen. Dies solle sozialverträglich geschehen, wobei betriebsbedingte Kündigungen nur als "ultima ratio" in Frage kämen. Doch war bisher nicht bekannt, wie stark die bisherigen Schering-Mitarbeiter von diesen Maßnahmen betroffen sein würden. Beim Übernahmekampf zwischen der Bayer AG und der Merck KGaA um die Berliner Schering AG hatte auch die Zusage der Bayer-Führung, Berlin als starken Pharmastandort zu erhalten, die zustimmende Haltung der Schering-Führung gegenüber Bayer gefördert.

Der "Tagesspiegel" berichtete über Spekulationen, nach denen hauptsächlich die Entwicklungsabteilung in Berlin betroffen sein könnte, wo mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt sind. Außerdem könnten 100 Stellen in der Verwaltung wegfallen. Für die bisherigen Bayer-Mitarbeiter sind dagegen Kündigungen bis Ende 2007 durch eine Betriebsvereinbarung ausgeschlossen. Allerdings werden durch die Neustrukturierung des Unternehmens langfristige Einsparungen erwartet, die auch noch in den nächsten Jahren zu Personalmaßnahmen führen könnten.

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.