Prisma

Psychologie

Phantasievoll, aber ungenau

Star-Trek-Fans ist die mit einem speziellen Augenimplantat ausgerüstete Figur des blinden Commanders La Forge bestens bekannt. Auch wenn die Science-Fiction-Serie im 24. Jahrhundert spielt, könnten ähnliche ophthalmische Technologien bereits jetzt vielen Sehbehinderten ihr Augenlicht zurückgeben.

Eine Forscherin der University of Missouri-Columbia hat dazu Studien an Katzen durchgeführt, deren Sehvermögen durch die erblich bedingte Augenkrankheit Retinitis pigmentosa, stark eingeschränkt ist. Bei der auch bei Menschen auftretenden Erkrankung kommt es durch das Absterben von Netzhautzellen zu Funktionsverlusten des Auges, wie Nachtblindheit oder Einengung und Ausfällen des Gesichtsfeldes, bis hin zum sogenannten "Tunnelblick". Sind die Photorezeptoren in großem Umfang zerstört, kommt es zur völligen Erblindung.

Für die Untersuchungen wurde den Katzen der Glaskörper entnommen. Anschließend konstruierte die Forscherin eine winzige Blase in der Retina mit einer schmalen Öffnung von zwei Millimetern Durchmesser und 23 Mikrometern Dicke. Diese war gerade groß genug, um einen Mikrochip mit mehreren tausend Mikrophotodioden aufzunehmen, die auf Lichteinfall reagieren und kleine elektrische Impulse an Teile der Netzhaut abgeben. Mit dem Implantat hofft die Medizinerin, sowohl das Augenlicht zu regenerieren als auch eine Schutzfunktion auf gesunde Retinazellen ausüben zu können und somit das Sehvermögen länger zu erhalten. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Sie sollen sich auch auf das menschliche Auge übertragen lassen, da es hinsichtlich Größe und Aufbau dem von Katzen sehr ähnlich ist. <

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Quelle: Mitteilung der Universität von Missouri, 7. Januar 2007.

Patienten, die ihr Statinpräparat genau nach Vorschrift einnehmen, leben nach den Ergebnissen einer kanadischen Kohortenstudie länger als Patienten mit schlechter Therapietreue.

In einer prospektiven Kohortenstudie mit Daten von 31.455 Herzinfarktpatienten wurde untersucht, welche Auswirkungen die Compliance bei der Einnahme von Calciumantagonisten, Statinen und Betablockern hat. Dazu wurden unter anderem die eingelösten Rezepte ausgewertet. Am stärksten wirkte sich die Compliance bei einer Statin-Therapie aus. Bei geringer Statin-Compliance (eingelöste Rezepte reichten für weniger als 40 von 100 Tagen) lag die Sterberate bei 24%, bei hoher Compliance (Rezepte reichten für mehr als 80 von 100 Tagen) betrug sie 16%. Ähnlich, aber nicht so ausgeprägt waren die Ergebnisse bezüglich der Betablocker-Compliance. Bei Calciumantagonisten hatte eine mehr oder wenige konsequente Einnahme keinen Einfluss auf die Sterberate.

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Quelle: Rasmussen, J.N. et al.: JAMA 297:177-186 (2007)

Studienergebnisse zur Frage, ob eine Folsäuresubstitution kognitive Leistungen im Alter verbessern kann, sind widersprüchlich. Eine soeben veröffentlichte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass sich durch Folsäure bei alten Menschen mit nachgewiesenem Folsäuremangel die Gedächtnisleistungen bessern können.

In der Folic-Acid and Carotid Intima-media-Studie (FACIT) hatten 818 Teilnehmer im Alter zwischen 50 bis 70 Jahren täglich 800 Mikrogramm Folsäure oder Placebo über einen Zeitraum von drei Jahren erhalten. Als Indiz für einen Folsäuremangel diente ein erhöhter Homocysteinspiegel. Folsäuresubstitution führte in dieser Studie zu einer schnelleren Informationsverarbeitung, einem besseren Zusammenspiel von Empfindungs- und Bewegungsabläufen und insgesamt zu verbesserten kognitiven Leistungen. <

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Quelle: Durga, J. et al.: Lancet 369, 208 (2007).

Das tägliche "Gläschen in Ehren" kann möglicherweise bei rheumatoider Arthritis helfen, glauben schwedische Wissenschaftler nach einer Untersuchung mit Mäusen. Offensichtlich sorgt Alkohol für einen Anstieg des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, was sich positiv auf Entzündungen im Körper auswirkt.

Bereits in früheren Studien waren Wissenschaftler darauf gestoßen, dass moderater Alkoholkonsum einen vorbeugenden Effekt bei chronischen Gelenkerkrankungen hervorruft. Die ursächlichen Mechanismen blieben bisher jedoch unbekannt. Aus diesem Grund untersuchten Forscher der Universität Göteborg den Einfluss des Rauschmittels auf Mäuse, die entweder reines Wasser oder ein zehnprozentiges Wasser-Alkoholgemisch vorgesetzt bekamen. Zuvor waren die Tiere genetisch so verändert worden, dass sie nach der Injektion eines bestimmten Kollagens automatisch rheumaähnliche Erkrankungen entwickeln würden.

Bei mehr als drei Vierteln der Mäuse, die ausschließlich Wasser im Getränkenapf vorfanden, bildeten sich erwartungsgemäß nach der Kollageninjektion die entzündlichen Arthrosen. In der Gruppe der leicht alkoholisierten Tiere bekamen nur etwa 20% Rheuma, wobei ein bedeutend milderer Krankheitsverlauf zu beobachten war. Die positiven Alkoholwirkungen werden darauf zurückgeführt, dass die Mäuse unter dem hochprozentigen Getränk bis zu dreimal mehr Testosteron als normal produzierten, was eine Verstärkung entzündungshemmender Vorgänge zur Folge hatte. Nebenwirkungen waren aufgrund der geringen Alkoholdosis nicht erkennbar. Alternativ dazu könnte die Verabreichung von Acetaldehyd, einem Abbauprodukt von Alkohol, ähnliche Wirkungen erzielen. Die Erkenntnisse ließen sich möglicherweise auch auf Menschen übertragen, so die Forscher, denn statistisch gesehen erkranken weniger Männer als Frauen an rheumatoider Arthritis. war

Quelle: Jonsson, I.M., et al.: PNAS, Online-Vorabpublikation, DOI:10. 1073pnas.0608620104

Menschen mit einer positiven Stimmung schauen gern über den berühmten Tellerrand hinaus und haben entsprechend kreative Ideen. Dafür fällt ihnen konzentriertes Arbeiten nicht ganz so leicht, denn die Gutgelaunten lassen sich durch vielseitiges Interesse oft von konkreten Dingen ablenken.

Kanadische Wissenschaftler haben dazu Studien durchgeführt, in deren Verlauf Probanden je nach Stimmungslage mehr oder weniger erfolgreich die ihnen gestellten Aufgaben erledigten. Mit Bachs Brandenburgischen Konzerten wurden einige der 24 Teilnehmer zu guter Laune animiert, andere waren durch Stücke von Sergei Prokofjew eher traurig gestimmt und eine dritte Gruppe zeigte nach dem Lesen geographischer Fakten keine ausgeprägten Gefühlsregungen. Anschließend legten die Forscher ihnen Wörter vor, die sie auf möglichst phantasievolle Weise miteinander verknüpfen sollten. Wie die Auswertung ergab, kamen jene Probanden mit guter Stimmung auf die kreativsten Wortfindungen. Offensichtlich scheinen positiv eingestellte Menschen eher bereit zu sein, Informationen auch außerhalb ihres üblichen Blickwinkels aufzunehmen und umzusetzen.

In einer weiteren Aufgabenstellung wurden die Teilnehmer gebeten, ihr Augenmerk auf ein bestimmtes Ziel inmitten eines Bildschirms zu richten, ohne gleichzeitig auftauchende Randsymbole zu beachten. Bei dieser Übung schnitten die Kandidaten mit trauriger oder neutraler Stimmung am besten ab. Ihnen war es möglich, ihre Konzentration in einer Art Tunnelblick zu fokussieren, während die Gutgelaunten von den zusätzlichen Informationen auf dem Schirm abgelenkt waren. war

Quelle: Anderson, A. et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI 10.1073/pnas.0605198104

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