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Nach der Arbeit ist vor der Arbeit

Weichenstellung für 2008

Vom 2. bis 4. November fand in Bad Hersfeld die traditionelle Herbstsitzung von ADEXA statt. Gesamtvorstand und Beirat der Apothekengewerkschaft zogen eine positive Bilanz der diesjährigen Gewerkschaftsarbeit und beschlossen den Haushalt für das kommende Jahr. Ein wichtiger Baustein darin ist die geplante Gründung einer GmbH, die u. a. das Fortbildungsangebot von ADEXA übernehmen und ausbauen wird.

Rund 30 ehrenamtliche Aktive aus den Landesvorständen und die hauptamtlichen MitarbeiterInnen trafen sich zu einem straffen Arbeitspensum: Neben der GmbH-Gründung und der Wirtschaftsplanung für 2008 gab es auch gesundheitspolitische Diskussionen: So wurde die Verzögerung bei der zweiten Runde der AOK-Rabattverträge mit Erleichterung aufgenommen – in der Hoffnung, dass in dieser Zeit vernünftigere Lösungen entwickelt werden können. Der Hintergrund sind die überwiegend schlechten Erfahrungen, die die Apothekenmitarbeiter und Patienten in diesem Jahr mit rabattierten Arzneimitteln machen mussten. Einige Aktive berichteten von gravierenden Problemen mit der Compliance: Gerade ältere Patienten verwechseln leichter ihre Medikamente, wenn sich Marke und Packung häufig ändern. Dadurch ist es sogar zu Notarzteinsätzen gekommen. Hinzu kommt die spürbare Mehrbelastung der MitarbeiterInnen. – Auch über die Wahrscheinlichkeit und die möglichen Auswirkungen von Apothekenketten wurde gesprochen.

Besonders positive Ergebnisse konnten die ADEXA-Referate Aktive und Schulen/Universitäten & Messen vorstellen: Die Zahl der Informationsveranstaltungen an den PTA- und PKA-Schulen wurde deutlich erhöht und damit die Arbeit von ADEXA bei den Auszubildenden noch besser bekannt gemacht. Auch die Präsenz auf den großen Messen und kleineren Veranstaltungen war äußerst erfolgreich.

Das Ergebnis aller Aktivitäten: 2007 hat ADEXA überdurchschnittlich viele neue Mitglieder gewonnen und von der Wichtigkeit und dem Wert der Gewerkschaft überzeugen können.

Dr. Sigrid Joachimsthaler
k Kommentar
Der hauptamtliche Vorstand von ADEXA hat in diesem Jahr viele interne Veränderungen angepackt und auf der Herbstsitzung zusammen mit dem Beirat eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft vollzogen: Die erweiterten Fortbildungsaktivitäten, die im Rahmen der geplanten leistungsorientierten Bezahlung (LOB) notwendig werden, werden in eine neu zu gründende GmbH ausgelagert. Dieser Schritt erfordert Mut, ist aber für eine stärker serviceorientierte Gewerkschaft unumgänglich.
Auch wenn in der Gesundheitspolitik derzeit Ruhe vor dem Sturm herrscht, weil sich die eine oder andere wichtige (Gerichts-) Entscheidung offensichtlich verzögert, ist für eine Verschnaufpause jetzt nicht die Zeit. Denn es stehen komplexe tarifpolitische Verhandlungen über einen neuen Bundesrahmentarif an. Die diesjährigen Erfahrungen mit den Arbeitgebern zeigen: Wie wichtig motivierte, leistungsgerecht bezahlte Mitarbeiter für die Zukunft der öffentlichen Apotheke im Allgemeinen wie im Einzelfall sind, haben immer noch zu wenige Apothekenleiter erkannt.
Mit Blick auf die möglichen Umwälzungen auf dem Apothekenmarkt müssen rechtzeitig Konzepte vorliegen, um für jeden Fall gerüstet zu sein: ADEXA wird sich so oder so für den Erhalt und die Qualität der Arbeitsplätze in den Apotheken stark machen. Deshalb gilt wie im Fußball das Motto "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Als vorwiegend frauendominierte Gewerkschaft nehmen wir uns dabei natürlich die erfolgreiche deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen zum Vorbild.
Barbara Neusetzer
ADEXA, Erste Vorsitzende
Gesamtvorstand, Beirat und MitarbeiterInnen von ADEXA bei der Herbstsitzung in Bad Hersfeld.
Foto: Michael van den Heuvel

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