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Viagra-Verpackungen werden sicherer

Karlsruhe (ks). Pfizer Deutschland will mit neuen Verpackungen für sein bei Arzneimittelfälschern beliebtes Präparat Viagra die Patientensicherheit erhöhen. Wie das Unternehmen am 29. Oktober mitteilte, setzt es als bislang erster Arzneimittelhersteller auf die so genannte Colour-Shift-Ink-Technologie, eine Methode, die bislang ausschließlich zur Fälschungssicherheit von Banknoten eingesetzt wurde.

Das mit dieser Technologie abgebildete Hologramm des Pfizer-Logos auf der Vorderseite der Verpackung besteht aus drei komplexen Schichten, von denen zwei transparent sind, um Licht absorbieren zu können. Dadurch verändert sich – je nach Blickwinkel – die Darstellung des Logos. In Verbindung mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen sei die neue Verpackung ab sofort noch besser als Original zu erkennen, heißt es aus Karlsruhe. So sind die Seitenlaschen der neuen Faltschachtel zugeklebt und mit dem Hinweis versehen, dass bereits geöffnete Schachteln nicht verwendet werden sollen. Für sehbehinderte Menschen wurden darüber hinaus die Dosierungsangaben in Braille-Schrift (Blindenschrift) auf der Packung ergänzt.

Dass Viagra so fälschungsanfällig ist, liegt daran, dass seine potenziellen Anwender die Anonymität des Internets einem Arztbesuch vorziehen. Doch dabei gelangen sie nicht selten an Fälschungen – gefährliche Folgen nicht ausgeschlossen. Im günstigsten Fall handelt es sich um täuschend echt aussehende Plagiate ohne Wirkung. Viele der nachgeahmten Präparate sind Pfizer zufolge jedoch entweder falsch dosiert oder enthalten andere Wirkstoffe, deren Nebenwirkungen nicht absehbar sind. Auch Parallelimporte, bei denen Originalverpackung und Gebrauchsinformation des pharmazeutischen Herstellers ausgetauscht werden, können durch fehlende oder falsche Informationen die Sicherheit der Patienten beeinträchtigen.

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