Arzneimittel und Therapie

Inhalierbares Insulin

Weltweite Marktrücknahme von Exubera®

Das inhalierbare Insulin Exubera® wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die amerikanische Herstellerfirma Pfizer hat mit sofortiger Wirkung die Produktion gestoppt. Alleiniger Grund soll die mangelnde Akzeptanz bei Ärzten und Patienten sein, so Pfizer. Sicherheitsbedenken hätten keine vorgelegen. Den wenigen mit Exubera® behandelten Patienten steht das Präparat noch drei Monate zur Verfügung.

Ob mit dem ersten inhalierbaren Insulin, das seit Januar 2006 europaweit zugelassen war, tatsächlich ein therapeutischer Fortschritt für die Patienten zu erzielen ist, war immer umstritten. Vorteile hinsichtlich der Wirksamkeit gegenüber subkutaner Gabe waren nicht zu erkennen, Studien zur Langzeitsicherheit lagen nicht vor. Anwendungsbeschränkungen gab es bei Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und bei Rauchern. Insgesamt ist wohl auch die Zahl der Diabetiker mit Spritzenphobie überschätzt worden. Zudem machten die im Vergleich zu subkutanem Insulin deutlich höheren Therapiekosten Ärzten die Verordnung nicht gerade leicht. Auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte ebenso wie das britische National Institute for Clinical Excellence (NICE) nicht zuletzt wegen der fünffach höheren Therapiekosten keine Empfehlung für eine Exubera® -Verordnung ausgesprochen.

In die Entwicklung und Vermarktung des inhalativen Insulins soll Pfizer 2,8 Milliarden US-Dollar vor Steuern gesteckt haben. Dagegen stehen Einnahmen von lediglich 12 Millionen US-Dollar in diesem Jahr. Es wird von einem der größten Flops in der Geschichte der pharmazeutischen Industrie gesprochen. Der Gewinn von Pfizer brach nach dem Exubera® -Stopp im dritten Quartal ein. Er ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,36 Milliarden Dollar auf 761 Millionen Dollar gesunken.

Quelle

Pressemitteilung von Pfizer Inc., 18. Oktober 2007.

du

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