Schwerpunkt Husten

Inhalationstherapie

Inhalieren von Wasserdampf – altbewährt und hilfreich

Erkältungs- und Hustenbeschwerden können durch eine Inhalationstherapie gelindert werden. Neben der traditionellen Methode mit Waschschüssel und Handtuch werden auf dem Markt verschiedene Inhalationsgeräte angeboten. Je nach Anwendungszweck und therapeutischer Notwendigkeit sind sie individuell auszuwählen.

Typische Krankheitsbilder, für die eine Inhalationstherapie des oropharingealen Bereichs, der oberen Atemwege, in Frage kommen, sind grippaler Infekt, Husten, Heiserkeit, Bronchialkatarrh und Verschleimung im Rachenbereich, außerdem als unterstützende Maßnahme Sinusitis und Tonsillitis. Inhaliert wird mit

  • Wasserdampf: Tonsillitispatienten empfinden die Wärme lindernd,
  • ätherischen Ölen: vor allem bei grippalem Infekt, Husten und Heiserkeit,
  • Sole: physiologische oder hypertone Salzlösung befeuchtet die Schleimhäute und unterstützt die Regeneration des Zilienepithels. Die Sole-Inhalation ist als Begleittherapie bei Bronchitis anerkannt. Weitere Indikationen sind wissenschaftlich nicht belegt.

Rezepturvorschläge zur Inhalation sowohl mit ätherischen Ölen als auch Sole bietet das NRF (siehe Tabelle). Vor dem Inhalieren sollte ein abschwellendes Nasenspray verwendet oder eine Nasenspülung durchgeführt werden, um das Abfließen des Sekrets zu erleichtern.

Die für die Aerosoltherapie der oberen Atemwege erforderliche Teilchengröße liegt zwischen 5 und 10 µm. Da Salz nicht flüchtig ist, werden Solezubereitungen körperwarm elektrisch vernebelt. Für die Behandlung der Nasennebenhöhlen bei Kindern und Erwachsenen kann der pulsierend arbeitende PariLC® Sinus und für den oropharinge alen Bereich der Pari Sole N Vernebler® mit Kompressor eingesetzt werden. Bei der Inhalation mit dem Pari LC® Sinus unbedingt darauf achten, dass die Nase frei ist. In der Gebrauchsanweisung wird vor der Inhalation das Spülen mit einer Nasendusche empfohlen.

Wird das Gerät nur von einem Patienten verwendet, reicht die in der Anleitung beschriebene Vorgehensweise zur Reinigung und Beseitigung der Restfeuchte aus dem Verneblersystem aus. Der Vernebler selbst muss nach jeder Anwendung in die Einzelteile zerlegt mit warmem Leitungswasser und Spülmittel gereinigt werden. Durch 15-minütiges Auskochen kann er desinfiziert werden. Darüber hinaus werden für alle Pariboy® -Geräte "Year Packs" für den jährlichen Austausch der Kunststoffteile wie Vernebler, Schläuche und Filter angeboten. Wer Wert auf Mobilität legt, kann akkubetriebene Gerät wie den Pariboy® mobile S verwenden. Vergleichbare Geräte bietet unter anderen die Firma Schill mit multisonic® und aerosonic® an. Die Anschaffung eines Kompressors lohnt sich allerdings vor allem bei chronischen Atemwegserkrankungen. Eine mögliche Alternative stellt der Salivent® Aerosol Inhalator dar. In einem Aluminiumgehäuse befindet sich ein Schwamm, der mit Wasser befeuchtet und dessen Vertiefungen mit etwa drei Gramm Salz bestreut werden. Das Gehäuse wird mit einem Schraubdeckel verschlossen und der Inhalator 20 Minuten elektrisch aufgeheizt. Danach ist eine Inhalation der Sole über ein aufsetzbares Mundnasenadapter möglich. Zur Reinigung und Desinfektion werden Schraubdeckel, Mundstück und Schwamm für zwei bis fünf Minuten ausgekocht. (Informationen und Bezugsquelle www.salivent.de.)

Reicht Omas Waschschüssel noch aus?

Das klassische Inhalierdampfbad mit Waschschüssel und Handtuch über dem Kopf kennt jeder. Da der Dampf und die darin aufsteigenden Zusätze – meist ätherische Öle – zu Haut- und Schleimhautreizungen insbesondere an den Augen führen können, gibt es einfache Dampfinhalatoren mit einer Mund-Nasengesichtsmaske zum Beispiel von Bronchoforton® , Pinimenthol® oder Soledum® zur Inhalation geeigneter Erkältungspräparate.

Kamille und Co. auch für Asthmatiker?

Der Klassiker der pflanzlichen Inhalationszusätze ist Kamille. Allerdings empfehlen einige HNO-Ärzte Eibisch als Inhalationszusatz, da Kamille die Schleimhäute austrocknen kann. Daneben werden zahlreiche Inhalate mit ätherischen Ölen angeboten. Diese werden wegen ihrer expektorierenden, sekretolytischen und leicht desinfizierenden Eigenschaften geschätzt. Zusätzlich haben die Anwender nach der Inhalation das Gefühl, besser durchatmen zu können. Generell geeignet sind ätherische Öl-Inhalate jedoch nur für Erwachsene, die keine Allergien gegenüber Cineol, Thymol, Menthol oder Kampfer haben. Asthmatiker, Keuchhustenpatienten und Kinder mit Pseudokrupp empfinden insbesondere Eucalyptusöl als reizend und es kann eine Bronchokonstriktion auftreten. Die Betroffenen sollten deshalb auf die Inhalation mit ätherischen Ölen verzichten.

Säuglinge und Kleinkinder dürfen nur mit kampfer- und mentholfreien Produkten inhalieren, um dem Risiko eines Kratschmer-Reflexes (trigeminusvermittelter Atemstillstand mit nachfolgendem Herzstillstand aufgrund starker Gerüche) vorzubeugen. Bei der Abgabe darauf achten, dass für "Kinder" oder mit "mild" deklarierte Erkältungsbalsame nicht immer für Kinder unter zwei Jahren angewandt werden dürfen (z. B. Transpulmin® Kinderbalsam S Creme, Grippostad® Erkältungsbalsam mild, stas® Erkältungssalbe mild), beziehungsweise bei unter Sechsjährigen von einer Inhalationstherapie abgeraten wird (z. B. Transpulmin® Kinderbalsam S Creme).

Inhalation bei Babys

Für Säuglinge gibt es einen Inhalationssauger, da das Inhalieren mit ätherischen Ölen im Wasserdampf oder von Sole durch Vernebler schlecht möglich ist. Es wird zwar gelegentlich empfohlen, das Kinderbettchen mit einem feuchten Tuch und einer Folie zur Hälfte abzudecken und den Soledampf des Verneblers durch den Schlauch in das Bett zu leiten, aber dieses Vorgehen ist wenig praktikabel und könnte Geschwisterkinder zur Nachahmung mit unerwünschten Folgen animieren. Die Anwendung eines Inhalationssaugers birgt deutlich weniger Risiken. Der Sauger ist mit einem durchlöcherten verschließbaren Behältnis verbunden, in das bei jeder Anwendung ein frischer Wattebausch eingelegt wird, der mit einem säuglingsgeeigneten ätherischen Öl-Produkt (z. B. Babix® Inhalat N – zwei bis drei Tropfen, Bronchoforton® für Kinder Balsam – 0,5 cm Salbenstrang) benetztwird. Zur Reinigung wird der Sauger nach jedem Gebrauch drei bis fünf Minuten geöffnet ausgekocht. Zusätzlich können Schalen mit Wasser, dem einige Tropfen einer geeigneten ätherischen-Öl-Mischung zugesetzt sind, aufgestellt werden. Allerdings sollte immer darauf geachtet werden, dass die Schalen für Kinder und Haustiere außer Reichweite sind, damit sie den Inhalt nicht versehentlich trinken. <

Apothekerin Constanze Schäfer

Standardisierte Rezepturen zur Inhalationstherapie
Bezeichnung der Rezeptur
Zusammensetzung
Anwendungshinweise
Ätherische-Öle-Konzentrat (NRF 4.3.)
Pfefferminzöl10 g
Latschenkiefernöl45 g
Eucalyptusölad 100 g
zur Inhalation als Expektorans bei Erkrankungen der oberen Luftwege;
2 bis 4 x täglich mit 0,5 l heißem Wasser (50 bis max. 70 °C) übergießen und 10 Minuten inhalieren;
Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern anwenden!
Hustensalbe (NRF 4.8.)
racemischer Campher8 g
Menthol (Levomenthol)2 g
Eucalyptusöl8 g
Latschenkiefernöl10 g
gereinigtes Terpentinöl2 g
mikrokristallines
Paraffin 90°C21 g
weißes Vaselinad 100 g
bei Erkältungskrankheiten der Atemwege; als Einreibung: 2 bis 3 x täglich auf Brust und Rücken einreiben;
zur Inhalation: haselnussgrößes Stück in heißes Wasser (50 bis max. 70 °C) geben und 10 Minuten inhalieren
Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern anwenden!
milde Hustensalbe (NRF 4.9.)
Eucalyptusöl8 g
Latschenkiefernöl10 g
gereinigtes Terpentinöl2 g
mikrokristallines
Paraffin 90°C24 g
weißes Vaselinad 100 g
bei Erkältungskrankheiten der Atemwege von Säuglingen und Kleinkindern;
zur Inhalation: haselnussgrößes Stück in heißes Wasser (50 bis max. 70 °C) geben und inhalieren.
Von Heißwasserinhalation bei Säuglingen wegen Risikos eines Laryngospasmus absehen!
als Einreibung: 2 bis 3 x täglich auf Brust und Rücken einreiben
Natriumchlorid-Natriumhydrogencarbonat-Salzmischung (NRF 4.11.)
Natriumchlorid30 g
Natriumhydrogencarbonatad 100 g
bei Katarrhen der oberen Luftwege;
1 Messlöffel (1,7 ml) Mischung in 120 ml abgekochtem, warmem, aber nicht heißem Trinkwasser auflösen.,
zur Warmsole-Inhalation: Mischung nach der Anleitung des Gerätes in einen Vernebler füllen;
zum Gurgeln und Spülen
Natriumchlorid-Natriumhydrogencarbonat-Solekonzentrat (NRF 4.12.)
Natriumchlorid6,0 g
Natriumhydrogencarbonat6,0 g
gereinigtes Wasserad 107,4 g
bei Katarrhen der oberen Luftwege;
10 ml Konzentrat mit 100 ml abgekochtem, warmem, aber nicht heißem Trinkwasser mischen,
zum Gurgeln und als Nasenspülung;
zur Warmsole-Inhalation: nach der Anleitung des Gerätes in einen Vernebler füllen in Verneblergerät füllen
Quelle: Standardisierte Rezepturen (NRF/SR) Govi-Verlag 2007.
Für die Behandlung von Husten wird bei Asthmatikern, Kindern mit Pseudokrupp und Allergiker von der Inhalationstherapie mit ätherischen Ölen abgeraten. Reiner Wasserdampf kann natürlich inhaliert werden. Das lindert die Beschwerden. Eibisch als Zusatz kann ebenfalls verwendet werden, sofern keine Allergie besteht. Alternativ sind Nasensprays mit isotonischer Kochsalzlösung und befeuchtende menthol- und eukalyptusfreie Präparate zum Lutschen wie Emser Pastillen® , Ipalat® Halspastillen, Grethers Blackcurrent Pastillen® oder Isla Moos Pastillen® zu empfehlen. Wenn möglich sollten zum Schutz der Zähne vor Karies die zuckerfreien Produkte bevorzugt werden.

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