Arzneimittel und Therapie

Therapie der Unfruchtbarkeit

Hilfe bei der Familienplanung Frauen, deren Kinderwunsch durch einen schweren LH- und FSH-Mangel nicht erfüllt werden kann, steht jetzt zur Stimulation der Follikelreifung ein Kombinationspräparat zur Verfügung, das Follitropin alfa und Lutropin alfa enthält, die beide durch eine spezielle rekombinante DNA-Technik biotechnologisch hergestellt wurden.
Foto: Unipath/Getty Images

Gonadotropin-Implantat stimuliert die Follikelreifung

Die Europäische Kommission hat für Pergoveris™ die Zulassung zur Stimulation der Follikelreifung bei Frauen, die an einem ausgeprägten Mangel an luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH) leiden, erteilt, wie Merck Serono S. A. mitteilte. Das Präparat kann zur Auslösung des Eisprungs von den Frauen subkutan selbst injiziert werden, die aufgrund einer sehr niedrigen Produktion der Fertilitätshormone FSH und LH durch die Hypophyse keinen Eisprung haben.

Die Entscheidung der Europäischen Kommission gilt für alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, einschließlich Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Markteinführung soll in den verschiedenen Ländern im Oktober 2007 beginnen.

Bei Frauen, die an LH- und FSH-Mangel (hypogonadotroper Hypogonadismus) leiden, ist das Ziel der Behandlung die Entwicklung eines einzelnen reifen Graaf’schen Follikels, aus dem nach Gabe von humanem Choriogonadotropin (hCG) die Eizelle freigesetzt wird. Durch die Verabreichung von luteinisierendem Hormon (LH) kommt es zu einer Erhöhung der Östradiolsekretion in den Follikeln, deren Wachstum durch FSH stimuliert wird. Die Wirksamkeit der Kombination von Follitropin alfa und Lutropin alfa bei Frauen mit hypogonadotropem Hypogonadismus wurde in klinischen Studien belegt.

Bisher wurden die meisten der Patientinnen mit humanem Menopausen-Gonadortropin (u-hMG) behandelt, das aus dem Urin postmenopausaler Frauen gewonnen wird. Pergoveris™ ist ein biotechnologisch hergestelltes Kombinationspräparat, das rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-hFSH oder follitropin alfa 150 I.E.) und rekombinantes luteinisierendes Hormon (r-hLH oder lutropin alfa 75 I.E.) gemeinsam enthält. Die beiden Bestandteile Follitropin alfa und Lutropin alfa werden von gentechnisch modifizierten Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) produziert. Im Vergleich zu urinären Produkten soll so eine erheblich höhere Reinheit, Sicherheit und Konsistenz gewährleistet werden. Zudem soll es exakter dosierbar sein, was vor allem im Hinblick auf die Standardisierung wichtig ist, denn nur so können bei der Therapie der Unfruchtbarkeit eine hohe Qualität und konstante Rahmenbedingungen gewährleistet werden – die Basis für eine erfolgreiche Behandlung. Eine Behandlung muss unter der Aufsicht eines Arztes eingeleitet werden, der in der Behandlung von Fertilitätsstörungen erfahren ist. Da die Patientinnen unter Amenorrhoe leiden und ihre endogene Östrogensekretion niedrig ist, kann jederzeit mit der Behandlung begonnen werden. PergoverisTM muss in einer Abfolge täglicher Injektionen verabreicht werden, die Injektion kann durch die Patientin selbst subkutan erfolgen, wodurch die Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches in dieser ohnehin seelisch belastenden Situation vereinfacht wird.

Quelle

Fachinformation Pergoveris, Stand Juni 2007.

Pressemitteilung der Merck Serono S. A. vom 4. September 2007.

ck

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