Arzneimittel und Therapie

Reisekrankheiten

Asiatische Tigermücke Die ursprünglich tropische Stechmückenart tritt in den letzten Jahren vermehrt in Gebieten Südeuropas auf, in denen sie vorher unbekannt war.
Foto: Wikipedia

Tropenkrankheit Chikungunya in Italien ausgebrochen

Erstmals ist in der norditalienischen Region Emilia Romana das vor allem in Afrika, dem indischen Subkontinent und Südostasien verbreitete Chikungunya-Fieber aufgetreten. Das dafür verantwortliche Virus wird unter anderem durch die asiatische Tigermücke übertragen, die ursprünglich in Südostasien beheimatet war, weiter verschleppt wurde und sich jetzt zunehmend in Europa verbreitet.

Nach Angaben der italienischen Behörden sind in der Provinz Ravenna (Emilia Romana) im Zeitraum vom 4. Juli bis zum 3. September 2007 151 Fälle von Chikungunya-Fieber aufgetreten. Die Patienten litten unter Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, bei einigen trat ein Ekzem auf. Ein 83-jähriger an mehreren Grunderkrankungen leidender Patient verstarb. Die italienischen Behörden vermuten, dass sich die Epidemie auf eine aus Südindien zurückkehrende, mit Chikungunya infizierte Reisende zurückführen lässt und die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) als Überträgermücke fungiert hat. Das Robert Koch-Institut hält eine weitere lokale Ausbreitung des Chikungunya-Fiebers in Italien für möglich. Die Möglichkeit einer weiteren Verbreitung in andere europäische Länder wird zwar nicht ausgeschlossen, aber als gering eingestuft. Reisenden in die Provinz Ravenna und andere Risikogebiete mit bekannter Chikungunya-Aktivität wird geraten, auf die üblichen Mückenschutzmaßnahmen zurückzugreifen.

Quelle

Robert Koch-Institut: Zu einem Ausbruch von Chikungunya-Fieber in Italien. Epidemiologisches Bulletin 2007;36: 336-337.

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Das Chikungunya-Fieber ist eine in der Regel selbstlimitierende fieberhafte Erkrankung. Nach einer Inkubationszeit von in der Regel drei bis sieben Tagen (auch ein bis zwölf Tage sind möglich) tritt hohes Fieber auf, begleitet von Kopfschmerzen, Konjunktivitis und charakteristischen Muskel- und Gelenkschmerzen. Im Krankheitsverlauf können ein makulopapulöses Exanthem oder eine generalisierte Hautrötung auftreten. Petechien und Nasenbluten sind möglich, ein hämorrhagischer Verlauf ist selten. Todesfälle wurden in Zusammenhang mit ausgeprägten Grund- und Vorerkrankungen beschrieben. Gegen das Chikungunya-Virus gibt es keinen Impfstoff, die Therapie richtet sich nach den Symptomen.

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