DAZ aktuell

Gelten Rabattverträge im Ausland nicht?

(diz). Eine Apothekerin schilderte uns eine neue Variante, wie sich Krankenkassen ihre Versicherten gewogen halten und gegen deutsche Apotheken aufwiegeln.

Sie berichtete von einer Kundin, deren Arzneimittel "zwangssubstituiert" werden mussten, da die Verordnung unter die Rabattverträge fiel. Die Kundin allerdings, die sich mit den von ihrer Kasse ausgehandelten Rabattarzneimitteln nicht zufrieden zeigte, kam kurze Zeit später in die Apotheke zurück, brachte die zuvor erhaltenen Arzneimittel wieder und forderte die Herausgabe ihres Rezeptes. Sie habe sich bei ihrer Krankenkasse beschwert, worauf ein Mitarbeiter ihr "unter der Hand" dazu geraten habe, ihr Rezept bei einer ausländischen Versandapotheke einzulösen. Die Rabattverträge hätten im Ausland keine Gültigkeit, so der Kassenmitarbeiter, so dass die Versicherten dort weiterhin die gewohnten Arzneimittel erhalten könnten, nur preisgünstiger (für die Kasse).

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dass sich ausländische Versender nicht an die Rabattverträge halten müssen und sollte sich dies unter den Versicherten herumsprechen, dann ist damit eine weitere Abwanderung der Kunden weg von der Präsenzapotheke vorgezeichnet – geschürt von den Krankenkassen selbst. Vertragsspezialisten der Verbände sollten umgehend prüfen, ob dies rechtens ist. Oder die Kassen müssten angemahnt werden, dass ihre Mitarbeiter die Kunden nicht mit solchen Tipps von den Apotheken wegtreiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage: Rechtliche Unklarheiten müssen beseitigt werden

Krankenkassen wollen Boni zurück

Wenn das Rx-Versandverbot nicht kommt: Kassen und DocMorris schielen auf Verträge

Auch Kassen wollen profitieren

Überlegungen zum EuGH-Urteil und zum geplanten Rx-Versandverbot

Mord an der Apotheke – Teil 2

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.