DAZ aktuell

Rückkehr der Vogelgrippe

Schwäne mit H5N1 infiziert

BERLIN (ks). Das nationale Referenzlabor für aviäre Influenza (Vogelgrippe) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems bestätigte am vergangenen Wochenende, dass in Bayern sechs Wildvögel mit dem hochpathogenen Vogelgrippevirus vom Typ H5N1 infiziert waren. In Deutschland war der Virus zuletzt im Juli 2006 bei Wildvögeln nachgewiesen worden.

Das Vogelgrippevirus wurde bei fünf Schwänen und einer Gans festgestellt, die in Nürnberg tot aufgefunden worden waren. Bei drei weiteren Tieren hatte sich der Anfangsverdacht nicht bestätigt. "Wir sind immer davon ausgegangen, dass sich das Virus nicht einfach so verabschiedet hat", sagte FLI- Präsident Professor Thomas C. Mettenleiter am 24. Juni. Schon der Geflügelpestausbruch in einem tschechischen Truthahnbestand in der vorvergangenen Woche habe auf eine erhöhte Virusaktivität hingedeutet. "Insofern kommen die Befunde für uns nicht völlig überraschend", so Mettenleiter.

Die sechs Tiere waren im Rahmen des bundesweiten Wildvogel-Monitorings auf Vogelgrippe getestet worden. Tot aufgefundene Wildvögel, insbesondere Wasservogelarten, sollten laut Empfehlung des FLI unbedingt auf den Erreger untersucht werden. "Bei den jetzt positiv getesteten Tieren fanden wir ähnliche Virusmengen wie bei den Schwänen im letzten Frühjahr auf Rügen", sagte der Leiter des Referenzlabors Dr. Timm Harder, "Schwäne sind offenbar gute Indikatortiere für die Anwesenheit des Virus". Warum das Virus jetzt im Sommer wieder aktiv ist, lasse sich allerdings nicht eindeutig klären. Im Fundgebiet müssen Nutzgeflügel-Halter nun besondere Beschränkungen beachten. Zudem dürfen Hunde und Katzen in den Beobachtungsgebieten nicht frei herumlaufen.

"Wir werden genau beobachten, ob es zu einer weiteren Ausbreitung des Virus bei Wildvögeln in Deutschland kommt", sagte Mettenleiter. Er betonte zudem, dass es sich bei der Vogelgrippe nach wie vor primär um eine Geflügelseuche handle, die nur bei engem Kontakt zu infizierten Tieren in seltenen Fällen zur Infektion des Menschen führen kann. Daher sei Vorsicht gerade auch im Hinblick auf den Schutz des Nutzgeflügels geboten. "Panikmache ist fehl am Platz", so der Präsident des FLI. Auch Bundesverbraucherschutzminister mahnte zu Vorsicht und machte zugleich deutlich, dass zu Panik oder Hysterie kein Anlass bestehe.

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