Die letzte Seite

Zitate der Woche

"Gesundheitsministerin Ulla Schmidt kann sich bei ihrem Kollegen, Finanzminister Peer Steinbrück, dafür bedanken, dass die Arzneimittelausgaben trotz aller Sparbemühungen weiter steigen.

Dr. Peter Homann, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes, zum Quartalsergebnis der Arzneimittelausgaben der Krankenkassen

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"Es hat einige Tag in Anspruch genommen, um mir selbst einzugestehen, dass ich mich geirrt habe.

Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, zur Niederlegung seines Gehe-Aufsichtsratsmandats

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"Sie müssen verstehen, dass ich von hier oben nichts Genaueres zu Ihren Problemen sagen kann.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt bei einer Veranstaltung der SPD in Erftstadt-Köttingen am 3. Juni zum Thema Gesundheitsreform

Zahl des Monats

1.359.503 Rabattverträge

Der Branchenverband Pro Generika hat die Zahl 1.359.503 zur "Zahl des Monats" gekürt. So viele Datensätze mussten laut ABDA in den letzten Wochen zusätzlich in die Apotheken-EDV eingespielt werden.

193 der insgesamt 242 Krankenkassen haben inzwischen Rabattverträge abgeschlossen, sie umfassen zwischen 300 und 4600 Arzneimittel. Auf Herstellerebene schwankt die Anzahl pro Vertrag zwischen einem und 2574 Präparaten. Insgesamt betreffen die Verträge 12.123 Arzneimittel. Selbst wenn es keine Lieferschwierigkeiten gibt und der Patient über eine etwaige Umstellung nicht irritiert ist, müssen sich die Kunden auf längere Wartezeiten in der Apotheke einstellen. Denn auch modernste Computer brauchen ihre Zeit, bis sie mehr als 1,3 Millionen Datensätze verarbeitet haben. Und noch immer kommen neue Rabattverträge und Datensätze hinzu.

Studie der Woche

Viagra macht müde Hamster munter

Bedenkt man den Preis für eine Viagra-Tablette, dann klingt es schon leicht dekadent, dass jemand auf die Idee kommt, den Wirkstoff Hamstern zur Jetlag-Bekämpfung zu verabreichen. Aber im Dienste der Wissenschaft ist eben vieles möglich.

Natürlich soll Sildenafil künftig nicht zur Behandlung von Hamstern – für welche Indikation auch immer – eingesetzt werden. Möglicherweise könnte das menschliche Einsatzspektrum für den Wirkstoff jedoch dank einer kürzlich veröffentlichten Hamster-Studie ausgeweitet werden. In dieser Studie wurde Sildenafil Hamstern zur Bekämpfung eines künstlich erzeugten Jetlags verabreicht. Mit Erfolg: Die Tiere stellten sich unter der Medikation schneller auf einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus ein als unbehandelte Hamster. Wie die Studienautoren in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Acadamy of Science schreiben, hemmt Sildenafil ein Enzym, das cGMP abbaut. In der Folge steigt der cGMP-Spiegel im Gehirn, wo die Substanz an der Regulation der inneren Uhr beteiligt ist. Ob sich die Erkenntnis tatsächlich in einer Viagra-Zulassungserweiterung niederschlägt, ist derzeit aber noch ungewiss. Noch kämpfen die Wissenschaftler mit Problemen wie der optimalen Dosisfindung. In Dosen, in denen Sildenafil die beste Wirkung gegen den Jetlag zeigte, hatte es im Versuch nämlich auch eine andere – in diesem Fall unerwünschte Wirkung: Die Hamster bekamen Erektionen. Das könnte dem einen oder anderen Vielflieger zwar durchaus gefallen, spricht jedoch gegen einen breiten Einsatz von Sildenafil als Anti-Jetlag-Medikament. Vielleicht sollte man es doch bei den derzeitigen Indikationen belassen …

Quelle:

Golombek, D. A.; et al.: Proc. Natl. Acad. Sci., Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1073/pnas.0703388104

ral
Foto: Imago

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