Arzneimittel und Therapie

Ultraschall-Diagnostikum

Echokardiographie des Herzens Das neue Kontrastmittel Luminity® enthält lipid­umhüllte Perflutren-Mikrosphären. Diese gasförmigen Mikrobläschen reflektieren auftreffende Schallwellen und erhöhen die Signal­intensität um ein Vielfaches, so dass sehr deutliche Bilder der Herzkammern aufgenommen werden können.

Mikrosphären für bessere Bilder vom Herzen

Perflutren (Luminity®) ist ein neues Kontrastmittel, das die Ultraschall-Bildgebung des Herzens verbessern soll. Es wird bei der Echokardiographie eingesetzt, um ein klareres Bild der Herzkammern, vor allem des linken Ventrikels, zu erhalten. Luminity® ist indiziert bei Patienten mit vermuteter oder gesicherter koronarer Herzkrankheit, wenn das ohne Kontrastmittel erhaltene Ultraschallbild nicht genügend aussagekräftig ist. Das Präparat wird nur an krankenhausversorgende Apotheken geliefert.

Ultraschallechos von Blut und biologischen Weichteilgeweben wie Fett und Muskeln werden an Plasmagrenzflächen durch kleine Unterschiede in den Ultraschalleigenschaften der Gewebe erzeugt.

Das Grundprinzip der Ultraschallkontrastmittel besteht darin, viele kleine Grenzflächen mit hoher Echogenität zu schaffen. Dieses Prinzip ist bereits seit über 30 Jahren bekannt. Damals erhielt man die Signale durch Luftbläschen, die bei einer schnellen Bolusinjektion verabreicht wurden. Dann wurden die ersten Ultraschallkontrastmittel hergestellt, zum Beispiel durch kräftiges Schütteln von physiologischer Kochsalzlösung, von viskösen Infusionslösungen oder durch Ultraschallbehandlung von Röntgenkontrastmitteln. Da diese Kontrastmittel nicht stabil und damit auch nicht lungengängig waren, wurden sie hauptsächlich zur Shunt-Diagnostik oder zur Darstellung der myokardialen Perfusion nach intrakoronarer Gabe verwendet.

Seither wird versucht, durch gezielte Produktion solcher Luft- oder Gasbläschen echogene Lösungen zu erzeugen. Seit 1991 sind in Deutschland standardisierte Ultraschallkontrastmittel für die Rechtsherzdiagnostik (Echovist®) und seit 1995 lungengängige Ultraschallkontrastmittel (Levovist®) kommerziell erhältlich.

Alle derzeit verfügbaren Ultraschallkontrastmittel bestehen aus einer Hülle und einem darin eingeschlossenen oder daran adsorbierten Gas. Die Mikrobläschen der modernen Ultraschallkontrastmittel sind 1 bis 10 μm groß. Sie können damit das Kapillarbett frei passieren. Die Resonanzfrequenz von Mikrobläschen dieser Größe liegt im Bereich der diagnostisch verwendeten Schallfrequenzen, was die Entstehung harmonischer Antworten ermöglicht.

Werden die Mikrobläschen von einer eintreffenden Schallwelle getroffen, so wird diese von der Oberfläche reflektiert. Die rückgestreute Schallwelle besitzt die gleiche Wellenlänge wie die eingestrahlte Schallwelle. Die Mikrobläschen der Ultraschallkontrastmittel sind sehr effektive Rückstreuer: Sie erhöhen die Signalintensität um mehr als den Faktor von 1000 bei der empfangenen Schallintensität.

Moderne Phospholipid-Mikrosphären

Das neue Kontrastmittel Luminity® wird bei der Echokardiographie des Herzens eingesetzt, um ein deutlicheres Bild der Herzkammern, vor allem des linken Ventrikels, zu erhalten. Luminity® enthält gasförmige Mikrobläschen. Um die Stabilität dieser Bläschen im Blut zu erhöhen und eine standardisierte Größe zu erzielen, werden sie mit einer Phospholipidhülle umgeben. Wie bei anderen Präparaten wird mit Perflutren ein schwer wasserlösliches Gas verwendet, um die Diffusion aus der Hülle zu erschweren. Dadurch wird eine verlängerte Kontrastdauer erzielt.

Die lipidumhüllten Perflutren-Mikrosphären in Luminity® tragen zum Kontrasteffekt bei, indem sie deutlich verstärkte Echos erzeugen. Dadurch entstehen während der Echokardiographie bessere Kontraste zwischen den Bereichen, in denen sich die Gasbläschen befinden (zum Beispiel den Herzkammern), und dem umgebenden Gewebe. Die Mikrosphären sind stabil und klein genug zur transpulmonalen Passage, weshalb verstärkte Echosignale aus linkem Herzen und großem Kreislauf erhalten werden.

Durch Schütteln entsteht Emulsion

Luminity® wird mechanisch in einem Mixer aktiviert. Dabei wird Perflutrengas in eine Phospholipidhülle eingeschlossen, und diese Emulsion wird dann intravenös appliziert. Die lipidumhüllten Perflutren-Mikrosphären haben einen Durchmesser von 1,1 bis 2,5 μm.

Das Perflutrengas wird rasch über die Lungen ausgeschieden und ist meistens nach wenigen Minuten nicht mehr in Blut und Atem nachweisbar. Die Phospholipide verteilen sich im endogenen Fettpool des Körpers, zum Beispiel in der Leber.

Nebenwirkungen: Kopfschmerzen und Flush

Die nach Gebrauch von Luminity® auftretenden Nebenwirkungen waren im Allgemeinen in allen klinischen Studien (insgesamt 2526 Patienten) von milder bis mittlerer Intensität, traten innerhalb von Minuten nach der Anwendung auf und verschwanden meistens ohne therapeutische Maßnahmen innerhalb von 15 Minuten. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen (2,0%), Flush (1,0%) und Rückenschmerzen (0,9%).

Quelle

Fachinformation von Luminity® , Stand Januar 2007

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Steckbrief: Perflutren
Handelsname: Luminity
Hersteller: Bristol Myers Squibb, München
Einführungsdatum: 1. Januar 2007
Zusammensetzung: Jeder ml enthält höchstens 6,4 x 109 Perflutren enthaltende Lipid-Mikrosphären mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 1,1 bis 2,5 µm. Der ungefähre Gehalt an Perflutrengas pro ml beträgt 150 µl.
Packungsgrößen und PZN: 4 x 1,5 ml, PZN 4968767, nur an krankenhausversorgende Apotheken.
Stoffklasse: Diagnostika; Ultraschall-Kontrastmittel. ATC-Code: V08D A04.
Indikation: Ultraschallkontrastmittel zur Opakifikation der Herzkammern und Verbesserung der linksventrikulären Endokardabgrenzung sowohl in Ruhe als auch unter Belastung bei Patienten mit Verdacht auf oder mit gesicherter Diagnose einer koronaren Herzkrankheit, bei denen eine Echokardiographie ohne Kontrastmittel suboptimal war.
Dosierung: Je nach Einsatz, siehe Fachinformation.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Perflutren oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen: Häufig: Kopfschmerzen, Flush.
Wechselwirkungen: Wechselwirkungsstudien wurden nicht durchgeführt.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen: Bei Patienten mit Rechts-Links-, bidirektionalem oder vorübergehendem kardialen Rechts-Links-Shunt können die phospholipidumhüllten Mikrosphären die Lunge umgehen und direkt in den arteriellen Blutfluss gelangen, weshalb Luminity® bei diesen Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden darf. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit klinisch signifikanter Lungenerkrankung.
Perflutren

F3C

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