Neue Konkurrenz für DocMorris

BERLIN (ks). Die Anbieter von Discount-Konzepten für Apotheken sehen sich auf Erfolgskurs. So wollen etwa die farma-plus- und easy-Apotheken sich auf dem Markt der Discounter behaupten. Das farma-plus-Konzept will dabei bewusst einen Gegenpol zu DocMorris setzen und stellt die einheitliche Beratungsqualität seiner Apotheken in den Vordergrund. Die easy-Apotheken setzen schlicht auf billig.
"Farma-plus" und "Easy-Apotheken" mit neuen Filialen

Der Konzeptgeber der bislang neun farma-plus-Apotheken in Deutschland, Horst Tiedtke, hat vergangene Woche angekündigt, seine Gesellschaft Anfang 2008 in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Damit solle den Apothekern ermöglicht werden, sich direkter zu beteiligen, erklärte der Unternehmensberater. Ziel sei es, die farma-plus-Idee "noch klarer und eindeutiger als apothekeneigenes Konzept zu positionieren".

Tiedtke will insbesondere den DocMorris-Apotheken Paroli bieten. Gegen die "Kapitalmacht" des Celesio-Konzerns setze man "ein innovatives Konzept, das aus und mit den konkreten Erfahrungen unabhängiger Apothekenleiter lebt", erläutert er. So soll etwa ein standardisiertes Betreuungsangebot für Dienstleistungen eine einheitliche Qualität sichern. Tiedtke räumt ein, dass farma-plus grundsätzlich ein "straffes System" sei – doch als "erfolgreiches Apothekenkonzept" berücksichtige es auch die Individualität des jeweiligen Standorts und des Apothekenleiters.

Wie erfolgreich Tiedtkes Konzept tatsächlich ist, muss sich noch zeigen. Im Dezember soll die zehnte farma-plus-Apotheke in Deutschland eröffnen. Im Zweifel hat Tiedtke auch noch andere Marketingkonzepte für Apotheken auf Lager, etwa den "Medikamentenversand 24" oder die "Anti Aging Apotheke".

easy-Apotheken wollen in Berlin expandieren

Die easy-Kooperation setzt hingegen weniger auf die individuelle Note ihrer Apotheker. Sie preist ihr "einfaches Prinzip" als OTC-Discounter: günstige Mieten, Kommissionierautomaten, eine "praktische" Ausstattung und der Verzicht auf Gratisproben und Kundenzeitschriften. In der easy-Hochburg Berlin scheiterte allerdings der Versuch, günstige Kassierkräfte ohne pharmazeutische Ausbildung einzusetzen. Am Nikolaustag leistete man sich dort aber einige "Engel": Junge Damen in eher praktischen blauen Anzügen mit grünen Plastikflügeln verkündeten den Passanten "Unter den Linden" – und damit fernab sämtlicher easy-Standorte – die Eröffnung vier neuer easy-Apotheken in Berlin.

Sechs sind es nun insgesamt – so viele Apotheken hat nicht einmal Konkurrent DocMorris in der Hauptstadt, frohlocken die Discounter. Und die Expansion ist noch nicht am Ende: Bis Anfang 2009 will man fünf bis zehn Prozent des Berliner Apothekenumsatzes abdecken, heißt es vollmundig in einer Presseerklärung. Aber auch in Nordrhein-Westfalen ist die Kooperation aktiv, die jüngste Neueröffnung war hier in Bad Godesberg. Bayern und Rheinland-Pfalz sind die nächsten Ziele. Für das nächste Jahr seien 50 weitere easy-Apotheken geplant, heißt es – sämtlich im Neubau errichtet. Damit sichere man sich "weitere Anteile auf einem Markt im Umbruch". Bislang gibt es allerdings erst 14 easy-Apotheken in Deutschland. .

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