Mönter gegen NRW-Initiative

BERLIN (ks). Johannes Mönter, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA), hält es für "anachronistisch und patientenfeindlich", in Deutschland wieder ein Versandverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel einzuführen. Er ist überzeugt, dass die Bemühungen des nordrhein-westfälischen Sozialministers Karl-Josef Laumann (CDU) für eine derartige Bundesratsinitiative scheitern werden.
Deutsche Versandapotheker fordern "Aufklärung statt Panikmache"

"Während die EU-Kommission internationale Qualitätsstandards für europäische Versandapotheken auf den Weg bringt, die die deutschen zugelassenen Versandapotheken von jeher erfüllen, rudern einzelne Politiker in Deutschland zurück", kritisierte Mönter vergangene Woche. Er glaubt nicht, dass ein Versandverbot helfen könne, Arzneimittelfälschungen zu verhindern: "Das ist so, als würden Sie die Autobahnen abschaffen, um Raser aus dem Verkehr zu ziehen". Vor allem in deutschen Versandapotheken bestehe angesichts der kontinuierlichen behördlichen Überwachung kein Risiko, gefälschten Arzneien aufzusitzen. Mönter zufolge sollte man statt auf Verbote auf eine verbesserte Patienteninformation setzen. Denn aufgeklärte Verbraucher seien in der Lage seriöse Versandapotheken von windigen Internethändlern zu unterscheiden, so der BVDVA-Chef.

An einen Erfolg der von Laumann ins Rollen gebrachten Gesetzesinitiative, glaubt Mönter ohnehin nicht: Er habe in vielen Gesprächen mit verantwortlichen Gesundheitspolitikern festgestellt, dass das Land Nordrhein-Westfalen mit seiner Position "einsam dasteht". Die "rückwärtsgerichtete und auf Besitzstandswahrung ausgerichtete Lobbyarbeit der Apotheker-Standesvertretung" könne offenbar nur noch wenige Politiker erreichen, so Mönter. .

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