Versandapotheken vermelden Kundenzuwachs

BERLIN (ks). Den deutschen Versandapotheken geht es nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA) bestens. In einer Presseerklärung des Verbandes vom 11. Januar heißt es, der Kundenstamm wachse ebenso wie die Investitionen und die Zahl Arbeitsplätze. Für BVDVA-Chef Johannes Mönter ist es daher nicht nachvollziehbar, auf welche Daten die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände – ABDA ihre Behauptung stützt, der Versandhandel mit Arzneimitteln sei rückläufig.
BVDVA-Chef Mönter will von rückläufigen Umsätzen nichts wissen

Im Zusammenhang mit der Eröffnung der DocMorris-Apotheke in St. Wendel hatte die ABDA in der vergangenen Woche erklärt, dass der Anteil des Versandhandels an den GKV-Ausgaben für Arzneimittel stark rückläufig sei. Während er im ersten Quartal 2006 einen Anteil von 0,8 Prozent und im zweiten von 1,1 Prozent hatte, sei er im dritten Quartal auf 0,2 Prozent abgesunken. Die ABDA berief sich dabei auf eine im Dezember vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte Statistik (KV 45).

Diese Angaben stehen Mönter zufolge im "krassen Gegensatz" zu den Erfolgen der BVDVA-Mitgliedsapotheken. Eine stichprobenhafte Umfrage unter den Verbandsmitgliedern habe vielmehr einen "rasanten Kundenzuwachs" im Jahr 2006 ergeben: So habe seine eigene Versandapotheke Sanicare ihren Kundenstamm mit 364.000 Bestellern mehr als verdoppeln können. Die Zur-Rose-Gruppe zähle gar mehr als 500.000 Besteller – drei Mal mehr als 2006. Auch bei Pharma 24, der A1-VersandApotheke und Mycare habe man viele Neukunden gewinnen können. Aktuell haben die Versandapotheken nach Auskunft Mönters einen Marktanteil im Apothekenmarkt von geschätzten vier Prozent. Im laufenden Jahr rechnet der Verbandschef damit, den Anteil auf sechs Prozent steigern zu können. Der ABDA hielt er vor, die Erhebungsquellen der von ihr kommunizierten Daten "im Dunkeln" zu lassen.

"Stichprobe" lässt Fragen offen

In der Presseerklärung des BVDVA bleibt allerdings auch manches unklar. So gibt es keine Auskunft darüber, ob sich die Umsätze der Versandapotheken entsprechend dem Kundenzuwachs erhöht haben. Fehlanzeige auch bei der Differenzierung zwischen zu Lasten der GKV und im Rahmen der Selbstmedikation abgegebenen Arzneimittel. .

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